Alle Beiträge von grueneseele-naturwissen.com

Gänseblümchen – erkennen, sammeln & verwenden: Was in der kleinen Wiesenblume steckt

Gänseblümchen – erkennen, sammeln & verwenden: Was in der kleinen Wiesenblume steckt

Fast jeder kennt es. Es wächst auf Wiesen, zwischen Gräsern und manchmal sogar mitten im Rasen vor der Haustür.

Und trotzdem laufen wir meistens einfach daran vorbei.

Das Gänseblümchen gehört zu den Pflanzen, bei denen viele Menschen überrascht sind, wenn sie erfahren:

Ja, Gänseblümchen sind essbar.

Doch welche Teile kann man verwenden? Wann sammelt man Gänseblümchen am besten? Kann man sie einfach aus dem eigenen Rasen pflücken? Und warum findet man die unscheinbare kleine Blume auch im traditionellen Pflanzenwissen?

Schauen wir uns das Gänseblümchen einmal genauer an.

Gänseblümchen im Überblick

Botanischer Name: Bellis perennis
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Wuchs: mehrjährige krautige Pflanze
Blütezeit: häufig über einen sehr langen Zeitraum vom Frühjahr bis in den Herbst
Verwendbare Pflanzenteile: junge Blätter, Blütenknospen und Blüten
Standort: Wiesen, Rasenflächen, Weiden und andere kurzrasige Flächen

Das Gewöhnliche Gänseblümchen ist in weiten Teilen Europas eine alltägliche Pflanze. Gerade weil es so häufig vorkommt, wird leicht vergessen, dass es weit mehr ist als eine kleine weiße Blume im Rasen.

Woran erkenne ich ein Gänseblümchen?

Typisch sind die kleinen Blattrosetten dicht über dem Boden.

Aus ihrer Mitte wachsen einzelne, meist blattlose Blütenstiele. Oben sitzt das bekannte Blütenköpfchen mit gelber Mitte und weißen Zungenblüten.

Die äußeren Blüten können besonders an den Spitzen auch rosa bis rötlich gefärbt sein.

Die Blätter sind klein, spatelförmig bis länglich und wachsen in einer grundständigen Rosette.

Trotz seines vertrauten Aussehens gilt auch hier:

Sammle Wildpflanzen nur, wenn du sie sicher bestimmen kannst.

Ein Pflanzenbestimmungsbuch oder eine seriöse Bestimmungs-App kann beim Lernen unterstützen. Bei Unsicherheit bleibt die Pflanze stehen.

Kann man Gänseblümchen wirklich essen?

Ja.

Blüten, Knospen und junge Blätter des Gewöhnlichen Gänseblümchens (Bellis perennis) können als Wildpflanze in der Küche verwendet werden.

Die jungen Blätter lassen sich beispielsweise in kleinen Mengen Salaten oder Kräutermischungen hinzufügen.

Die hübschen Blüten eignen sich wunderbar als essbare Dekoration.

Und die geschlossenen beziehungsweise jungen Blütenknospen können ebenfalls kulinarisch verwendet werden.

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen „essbar“ und „davon esse ich jetzt eine riesige Schüssel“.

Wildkräuter besitzen häufig einen intensiveren Geschmack als klassisches Gemüse. Gerade wenn du eine Pflanze bisher nicht gegessen hast, solltest du zunächst mit kleinen Mengen beginnen.

Wie schmecken Gänseblümchen?

Der Geschmack ist relativ mild und leicht würzig.

Junge Blätter sind meist angenehmer als ältere Blätter, die kräftiger beziehungsweise herber schmecken können.

Auch die Blüten schmecken eher mild.

Dadurch eignet sich das Gänseblümchen besonders gut für Menschen, die sich langsam an essbare Wildpflanzen herantasten möchten.

Wo sollte ich Gänseblümchen sammeln?

Nur weil eine Pflanze essbar ist, bedeutet das nicht automatisch, dass jeder Fundort zum Sammeln geeignet ist.

Ich würde Gänseblümchen beispielsweise nicht direkt an stark befahrenen Straßen sammeln.

Auch stark frequentierte Hundewiesen, intensiv gedüngte Flächen oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Rasenflächen sind keine gute Wahl.

Ideal ist ein sauberer Standort, bei dem du möglichst genau weißt, was auf der Fläche passiert.

Der eigene unbehandelte Garten kann dafür wunderbar sein.

Plötzlich sieht der Rasen dann nämlich ein bisschen anders aus:

Nicht mehr nur als Rasen – sondern als kleine Vorratskammer direkt vor der Tür.

Wann sammelt man Gänseblümchen?

Das Schöne am Gänseblümchen ist seine lange Saison.

Die Pflanze kann unter günstigen Bedingungen über viele Monate hinweg blühen und teilweise sogar außerhalb der typischen Blütezeit einzelne Blüten hervorbringen.

Für die Küche sind besonders frische junge Blätter, Knospen und frisch geöffnete Blüten interessant.

Sammle möglichst gesunde, saubere Pflanzenteile.

Und wie bei allen Wildpflanzen gilt:

Nimm nur so viel mit, wie du tatsächlich brauchst.

Der Rest bleibt für die Pflanze und für die Natur stehen.

Was kann man aus Gänseblümchen machen?

Hier wird die kleine Wiesenblume plötzlich richtig interessant.

Du kannst Gänseblümchen beispielsweise verwenden für:

  • Wildkräutersalat
  • Kräuterbutter
  • Kräuterquark
  • essbare Dekoration
  • Suppen und Frühlingsgerichte
  • Blütensalz
  • Wildkräutermischungen
  • Tee beziehungsweise traditionelle Kräuterzubereitungen
  • verschiedene DIY-Ideen rund um Kräuter und Naturkosmetik

Und genau daraus können später weitere einzelne Rezepte entstehen.

Denn ein Pflanzenporträt soll dir zunächst zeigen, was mit einer Pflanze überhaupt möglich ist.

Danach kannst du entscheiden, was du tatsächlich ausprobieren möchtest.

Gänseblümchen im Salat

Wenn du essbare Wildpflanzen ausprobieren möchtest, ist ein Salat wahrscheinlich eine der einfachsten Möglichkeiten.

Ein paar junge Gänseblümchenblätter lassen sich mit gewöhnlichem Blattsalat kombinieren.

Dazu einige Blüten obenauf – und schon sieht ein einfacher Frühlingssalat völlig anders aus.

Gerade hier braucht es keine komplizierten Rezepte.

Manchmal reichen ein paar frisch gesammelte Kräuter und Blüten.

Kann man die Blüten komplett essen?

Ja, die Blütenköpfchen des Gänseblümchens können verwendet werden.

Du musst also nicht jedes einzelne weiße Blütenblatt abzupfen.

Besonders schön sind frisch geöffnete Blüten als essbare Dekoration auf Salaten, Brotaufstrichen oder anderen herzhaften Speisen.

Achte dabei natürlich darauf, dass sie von einer geeigneten, unbelasteten Sammelstelle stammen.

Und was ist mit den Knospen?

Auch die noch geschlossenen Blütenknospen sind essbar.

Vielleicht hast du sogar schon einmal von der Idee gehört, Gänseblümchenknospen ähnlich wie kleine Kapern einzulegen.

Das ist tatsächlich eine dieser alten beziehungsweise wildkräutertypischen Küchenideen, die heute wieder entdeckt werden.

Und genau daraus könnten wir später ein eigenes kleines Rezept machen:

„Falsche Kapern aus Gänseblümchenknospen“.

Gänseblümchen im traditionellen Pflanzenwissen

Das Gänseblümchen wurde nicht nur gegessen.

Es hat auch eine lange Geschichte als traditionell verwendete Pflanze.

Dabei sollten wir jedoch zwischen überliefertem Pflanzenwissen und wissenschaftlich belegter medizinischer Wirkung unterscheiden.

Alte Kräuterbücher und volkskundliche Anwendungen erzählen uns viel darüber, wie Menschen Pflanzen früher genutzt haben.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jede historische Anwendung nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben bestätigt ist.

Und genau deshalb finde ich traditionelles Pflanzenwissen so spannend:

Wir können entdecken, wie eine Pflanze früher genutzt wurde, ohne daraus ein modernes Heilversprechen zu machen.

Warum findet man Gänseblümchen in alter Hausapotheken-Tradition?

In der traditionellen Pflanzenkunde wurde das Gänseblümchen unter anderem innerlich und äußerlich verwendet.

Heute findet man deshalb noch immer Hinweise auf Gänseblümchentee, Kräuterauszüge oder äußerliche Zubereitungen.

Solche Überlieferungen gehören zur Geschichte unserer heimischen Pflanzen.

Wenn du Pflanzen jedoch gezielt wegen gesundheitlicher Beschwerden einsetzen möchtest, solltest du dich nicht ausschließlich auf traditionelle Überlieferungen oder Internetrezepte verlassen.

Besonders bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern ist fachlicher Rat sinnvoll.

Gänseblümchen für selbstgemachte Kräuterprodukte

Neben der Küche lässt sich die Pflanze auch wunderbar in unsere Welt der selbstgemachten Kräuterprodukte einordnen.

Denkbar sind beispielsweise getrocknete Blüten für Kräutermischungen oder ausgewählte kosmetische DIYs.

Dabei gilt wieder:

Ein kosmetischer Kräuterauszug ist etwas anderes als eine medizinische Behandlung.

Wenn wir daraus später beispielsweise einen Ölauszug oder eine Salbe entwickeln, bekommt das deshalb einen eigenen ausführlichen Beitrag mit einer sauberen Anleitung.

Kann ich Gänseblümchen trocknen?

Ja.

Die Blüten können vorsichtig gesammelt und anschließend dünn ausgebreitet an einem trockenen, luftigen und vor direkter Sonne geschützten Ort getrocknet werden.

Wichtig ist, dass das Pflanzenmaterial vollständig durchtrocknet, bevor du es in ein Vorratsgefäß füllst.

Restfeuchtigkeit kann Schimmelbildung begünstigen.

Beschrifte dein Glas anschließend am besten mit Pflanzenname und Datum.

Das klingt banal – aber spätestens wenn fünf verschiedene getrocknete Kräuter im Schrank stehen, weißt du, warum. 😉

Gänseblümchen oder Bellis – ist das dasselbe?

Wenn du auf Pflanzenprodukten oder in Kräuterbüchern den Begriff Bellis findest, ist damit häufig das Gänseblümchen beziehungsweise sein botanischer Gattungsname gemeint.

Unser heimisches Gewöhnliches Gänseblümchen trägt den botanischen Namen:

Bellis perennis.

Gerade beim Recherchieren von Pflanzen lohnt es sich deshalb, den botanischen Namen zu kennen.

Deutsche Pflanzennamen können regional unterschiedlich sein – der botanische Name hilft dabei, eindeutig über dieselbe Art zu sprechen.

Häufige Fragen zum Gänseblümchen

Sind Gänseblümchen giftig?

Das Gewöhnliche Gänseblümchen (Bellis perennis) gilt als essbare Wildpflanze. Trotzdem solltest du nur sicher bestimmte Pflanzen verwenden und bei unbekannten Lebensmitteln zunächst kleine Mengen ausprobieren.

Kann man Gänseblümchen aus dem Rasen essen?

Wenn die Pflanze sicher bestimmt ist und der Rasen nicht mit ungeeigneten Pflanzenschutzmitteln oder anderen problematischen Stoffen behandelt wurde, können Gänseblümchen aus dem eigenen Garten verwendet werden. Auch mögliche Verunreinigungen durch Tiere solltest du berücksichtigen.

Welche Teile vom Gänseblümchen sind essbar?

Junge Blätter, Blütenknospen und Blüten können kulinarisch verwendet werden.

Kann man den Stiel mitessen?

Der Stiel ist nicht der interessanteste Teil der Pflanze für die Küche. Üblicherweise werden vor allem junge Blätter, Knospen und Blüten verwendet.

Muss ich Gänseblümchen vor dem Essen waschen?

Gesammelte Wildpflanzen solltest du sorgfältig kontrollieren und entsprechend der geplanten Verwendung reinigen. Beachte dabei, dass Waschen nicht jede mögliche Verunreinigung sicher beseitigt – deshalb ist bereits die Auswahl einer sauberen Sammelstelle wichtig.

Kann ich Gänseblümchen trocknen?

Ja. Blüten können schonend und vollständig getrocknet und anschließend trocken und dunkel gelagert werden.

Vielleicht wächst dein erstes Wildkraut direkt vor deiner Tür

Manchmal suchen wir nach besonderen Kräutern, kaufen Saatgut oder planen einen ganzen Kräutergarten.

Und dabei wächst eine der bekanntesten heimischen Wildpflanzen längst mitten im Rasen.

Das Gänseblümchen ist dafür ein wunderschönes Beispiel.

Du musst deshalb nicht sofort mit einem Korb durch den Wald ziehen, um dich mit Wildpflanzen zu beschäftigen.

Vielleicht beginnt dein Naturwissen einfach mit einer kleinen weißen Blüte direkt vor deiner Haustür.

Schau sie dir an.

Lerne sie sicher zu bestimmen.

Finde heraus, wie Menschen sie früher verwendet haben.

Und dann entscheidest du selbst, was du daraus machen möchtest.

Genau darum geht es bei Grüne Seele – Naturwissen.


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Pflanzen, Lebensmittel und traditionelle Pflanzenverwendung und ersetzt keine medizinische Beratung. Wildpflanzen nur verwenden, wenn sie eindeutig bestimmt wurden. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur medizinischen Anwendung bitte fachlichen Rat einholen.

Rosmarin – erkennen, ernten & verwenden: Das mediterrane Kraut im Porträt

Rosmarin – erkennen, ernten & verwenden: Das mediterrane Kraut im Porträt

Wer einmal mit der Hand über einen Rosmarinzweig gestrichen hat, erkennt diesen Duft wahrscheinlich sofort wieder. Würzig, harzig, ein wenig herb – und irgendwie erinnert er direkt an Sonne, mediterrane Küche und warme Sommertage.

Doch Rosmarin kann viel mehr, als Kartoffeln oder Ofengemüse zu würzen.

Die immergrüne Pflanze lässt sich frisch verwenden, trocknen und für zahlreiche selbstgemachte Kräuterprodukte nutzen. Gleichzeitig gehört Rosmarin zu den Pflanzen, die schon seit langer Zeit einen festen Platz im traditionellen Pflanzenwissen haben.

Aber wann erntet man Rosmarin eigentlich? Darf man ihn noch verwenden, wenn er blüht? Kann man die Blüten essen? Und was macht man mit einem Rosmarinstrauch, der plötzlich so groß geworden ist, dass man gar nicht mehr weiß, wohin mit all den Zweigen?

Genau darum geht es in diesem Pflanzenporträt.

Rosmarin im Überblick

Botanischer Name: Salvia rosmarinus
Früherer botanischer Name: Rosmarinus officinalis
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Wuchs: immergrüner, verholzender Strauch
Herkunft: Mittelmeerraum
Verwendete Pflanzenteile: vor allem Blätter beziehungsweise junge Triebe, in der Küche auch die Blüten
Duft: kräftig aromatisch, würzig und harzig

Vielleicht begegnet dir in Büchern und älteren Kräutertexten noch der Name Rosmarinus officinalis. Das ist kein anderer Rosmarin. Die botanische Einordnung wurde verändert; heute wird die Art als Salvia rosmarinus der Gattung Salvia zugeordnet.

Woran erkennt man Rosmarin?

Rosmarin ist eigentlich kaum zu übersehen – und spätestens sein Duft verrät ihn.

Die Pflanze bildet zahlreiche verholzende Triebe und trägt schmale, feste, fast nadelartig wirkende Blätter. Sie sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite deutlich heller beziehungsweise leicht filzig.

Je nach Sorte erscheinen kleine Blüten, meist in Blau- bis Violetttönen. Es gibt aber auch weiß oder rosa blühende Sorten.

Und dann ist da natürlich der Duft.

Reibt man vorsichtig ein Blatt zwischen den Fingern, wird das typische intensive Rosmarinaroma frei.

Achtung beim Bestimmen

Auch wenn Rosmarin als Küchenpflanze sehr bekannt ist: Verwende Pflanzen grundsätzlich nur dann, wenn du sie sicher bestimmen kannst.

Bei gekauften Zierpflanzen solltest du außerdem darauf achten, ob sie ausdrücklich für die Verwendung als Lebensmittel geeignet sind. Pflanzen aus dem Zierpflanzenhandel können mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein.

Kann man Rosmarin das ganze Jahr ernten?

Grundsätzlich ja.

Rosmarin ist immergrün und kann deshalb auch außerhalb des Sommers beerntet werden. Besonders aromatisch und zart ist jedoch der junge Austrieb im späten Frühjahr und Sommer.

Wenn du nur etwas Rosmarin zum Kochen brauchst, schneidest du einfach einzelne junge Triebspitzen ab.

Möchtest du dagegen einen größeren Vorrat trocknen, bietet sich ein trockener Sommertag an.

Dabei hat regelmäßiges Ernten sogar einen schönen Nebeneffekt: Schneidest du die jungen Triebe vernünftig zurück, bleibt der Strauch eher kompakt und verzweigt.

Kann man Rosmarin noch ernten, wenn er blüht?

Ja.

Die Blüte bedeutet nicht, dass Rosmarin plötzlich unbrauchbar wird.

Du kannst die Blätter weiterhin in der Küche verwenden – und sogar die Rosmarinblüten selbst sind essbar. Ihr Geschmack erinnert an die Blätter, ist aber meist etwas milder. Sie können beispielsweise Salate, Tomatengerichte oder Kräuterbutter ergänzen.

Gerade die kleinen blauen bis violetten Blüten sehen auf einem sommerlichen Gericht wunderschön aus.

Und noch etwas spricht dafür, nicht sämtliche Blüten abzuernten: Blühender Rosmarin ist auch für bestäubende Insekten interessant.

Rosmarin richtig ernten

Am einfachsten schneidest du ganze junge Triebspitzen mit einer sauberen Schere ab.

Wenn du Rosmarin trocknen möchtest, wähle möglichst gesundes Pflanzenmaterial und einen trockenen Tag.

Vermeide stark beschädigte, kranke oder verschmutzte Pflanzenteile.

Und vor allem:

Schneide nicht wahllos tief in altes, kahles Holz zurück.

Beim normalen Ernten reichen die jungen beziehungsweise belaubten Triebe vollkommen aus.

Frischer oder getrockneter Rosmarin?

Beides hat seinen Platz.

Frischer Rosmarin besitzt ein kräftiges, frisches Aroma und eignet sich wunderbar für die direkte Verwendung in der Küche.

Zum Beispiel für:

  • Ofenkartoffeln und Gemüse
  • Brot und Focaccia
  • Tomatengerichte
  • Marinaden
  • Kräuterbutter
  • mediterrane Gerichte
  • aromatisiertes Salz

Getrockneter Rosmarin ist dagegen praktisch, wenn du dir einen Vorrat für Herbst und Winter anlegen möchtest.

Da getrocknete Kräuter geschmacklich konzentriert wirken können, lohnt es sich beim Würzen zunächst etwas sparsamer zu dosieren und anschließend abzuschmecken.

Rosmarin richtig trocknen

Rosmarin gehört zu den Kräutern, die sich unkompliziert an der Luft trocknen lassen.

Schneide gesunde Zweige ab und kontrolliere sie auf kleine Insekten oder beschädigte Stellen.

Anschließend kannst du mehrere Zweige locker zusammenbinden und kopfüber an einem warmen, trockenen und gut belüfteten Ort aufhängen.

Direkte starke Sonneneinstrahlung solltest du vermeiden.

Sind die Blätter vollständig trocken, lassen sie sich von den Zweigen streifen und in einem gut verschließbaren Gefäß aufbewahren. Die Royal Horticultural Society empfiehlt für Rosmarin ebenfalls einen warmen, dunklen und gut belüfteten Platz zum Trocknen.

Wichtig: Erst einfüllen, wenn wirklich keine Restfeuchtigkeit mehr vorhanden ist. Feuchtigkeit im Vorratsglas kann Schimmel begünstigen.

Was kann man aus Rosmarin machen?

Und jetzt wird es interessant, denn genau hier zeigt sich, warum sich ein großer Rosmarinstrauch im Garten oder auf dem Balkon wirklich lohnt.

Aus Rosmarin kannst du beispielsweise:

  • Kräutersalz herstellen
  • die Zweige trocknen
  • Kräuterbutter würzen
  • Brot und Focaccia verfeinern
  • Rosmarin in mediterranen Gerichten verwenden
  • einen kosmetischen Kräuterölauszug herstellen
  • ihn für ausgewählte DIY-Naturkosmetik verwenden
  • die essbaren Blüten als Garnitur nutzen

Einige dieser Anwendungen bekommen hier auf Grüne Seele – Naturwissen noch ihren eigenen ausführlichen Beitrag.

So musst du nicht zehn verschiedene Dinge gleichzeitig ausprobieren, sondern kannst dir genau die Verwendung aussuchen, die zu dir passt.

Rosmarinöl – hier müssen wir unterscheiden

Wenn von „Rosmarinöl“ gesprochen wird, können damit völlig unterschiedliche Produkte gemeint sein.

Ein Kräuterölauszug beziehungsweise Mazerat entsteht, indem Pflanzenmaterial über einen bestimmten Zeitraum in einem geeigneten Pflanzenöl ausgezogen wird.

Ätherisches Rosmarinöl dagegen wird normalerweise durch Destillation gewonnen und ist hochkonzentriert.

Das ist nicht dasselbe.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, wenn Rosmarin für selbstgemachte Körperpflege oder andere DIY-Produkte verwendet werden soll.

Für einen selbstgemachten kosmetischen Rosmarin-Ölauszug werden wir deshalb einen eigenen Beitrag anlegen.

Rosmarin im Garten

Rosmarin liebt Bedingungen, die an seine mediterrane Herkunft erinnern.

Ein sonniger Standort und ein gut durchlässiger Boden sind ideal. Dauerhaft nasse Erde bekommt ihm deutlich schlechter als zeitweise Trockenheit. Auch im Topf sollte überschüssiges Wasser gut ablaufen können.

Das erklärt übrigens ein häufiges Rosmarinproblem:

Nicht jeder Rosmarin, der im Winter eingeht, ist tatsächlich erfroren. Gerade die Kombination aus Kälte und dauerhaft nasser Erde kann problematisch werden.

Muss Rosmarin im Winter ins Haus?

Das lässt sich nicht für jede Pflanze pauschal beantworten.

Wie gut Rosmarin Frost verträgt, hängt unter anderem von Sorte, Standort, Alter der Pflanze und den jeweiligen Winterbedingungen ab.

Ein geschützter, sonniger Standort und durchlässiger Boden verbessern die Voraussetzungen. Rosmarin im Kübel ist stärker gefährdet, weil der Wurzelballen wesentlich schneller durchfrieren kann als der Boden im Beet.

Deshalb lohnt es sich, beim Kauf auch auf die jeweilige Sorte und deren Winterhärte zu achten.

Warum wird Rosmarin unten holzig?

Weil Rosmarin kein weiches einjähriges Küchenkraut ist, sondern ein Strauch.

Mit zunehmendem Alter verholzen die Triebe ganz natürlich.

Wird die Pflanze über längere Zeit überhaupt nicht geschnitten, kann sie außerdem zunehmend locker wachsen und im unteren Bereich kahl werden. Ein regelmäßiger leichter Rückschnitt beziehungsweise das Ernten der Triebspitzen hilft dabei, einen kompakteren Wuchs zu fördern.

Ein riesiger alter Rosmarinstrauch sieht zwar beeindruckend aus – praktisch ist ein dicht verzweigter Strauch für die Ernte aber häufig angenehmer.

Rosmarin im traditionellen Pflanzenwissen

Rosmarin war über lange Zeit nicht nur Küchengewürz.

Die Pflanze wurde traditionell für verschiedene Anwendungen genutzt und findet sich bis heute in der europäischen Pflanzenheilkunde.

Dabei ist eine Unterscheidung wichtig:

„Traditionell verwendet“ bedeutet nicht automatisch „wissenschaftlich als wirksam bewiesen“.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Zubereitungen aus Rosmarinblättern für bestimmte traditionelle medizinische Anwendungen. Die Einstufung beruht dabei ausdrücklich auf langjähriger Verwendung und nicht auf einem vollständigen klinischen Wirksamkeitsnachweis.

Genau deshalb möchte ich hier auf Grüne Seele altes Pflanzenwissen bewahren, ohne aus einer traditionellen Anwendung ein Heilversprechen zu machen.

Beides darf nebeneinander bestehen.

Ist Rosmarin immer harmlos?

Als gewöhnliches Küchenkraut wird Rosmarin anders verwendet als konzentrierte Pflanzenpräparate oder ätherisches Rosmarinöl.

Bei medizinisch verwendeten Rosmarinpräparaten gibt es Einschränkungen. Die EMA nennt unter anderem Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder unter zwölf Jahren sowie bestimmte Erkrankungen der Gallenwege und Leber als Situationen, in denen entsprechende Rosmarin-Arzneimittel nicht beziehungsweise nicht ohne Weiteres angewendet werden sollten. Auch allergische Hautreaktionen sind möglich.

Das bedeutet nicht, dass ein Rosmarinzweig an den Ofenkartoffeln mit einem Arzneimittel gleichzusetzen wäre.

Es zeigt aber sehr schön, warum bei Kräutern Menge, Zubereitungsform und Anwendungsart einen Unterschied machen.

Ätherisches Rosmarinöl ist wiederum ein hochkonzentriertes Produkt und sollte nicht mit einem einfachen Kräuterauszug verwechselt werden.

Was mache ich mit zu viel Rosmarin?

Wenn dein Rosmarin irgendwann förmlich explodiert, musst du die abgeschnittenen Zweige nicht wegwerfen.

Trockne einen Teil für deinen Kräutervorrat.

Verarbeite einen anderen Teil zu Kräutersalz.

Nutze frische Zweige beim Kochen.

Und wenn immer noch etwas übrig ist, kannst du dich mit weiteren DIY-Ideen beschäftigen.

Genau das liebe ich an solchen Pflanzen: Aus einem einzigen Kraut entstehen plötzlich ganz unterschiedliche Möglichkeiten.

Häufige Fragen zu Rosmarin

Kann ich Rosmarin während der Blüte essen?

Ja. Die Blätter können weiterhin als Küchenkraut verwendet werden. Auch die Blüten von Küchenrosmarin sind essbar und schmecken etwas milder als die Blätter.

Kann ich Rosmarin im Herbst noch ernten?

Da Rosmarin immergrün ist, können grundsätzlich das ganze Jahr über kleinere Mengen geerntet werden. Besonders gut für die Küche eignet sich der junge Austrieb im späten Frühjahr und Sommer.

Muss ich Rosmarin vor dem Trocknen klein schneiden?

Nein. Ganze Zweige lassen sich sehr gut trocknen. Nach dem vollständigen Trocknen können die Blätter von den Zweigen abgestreift werden.

Warum riecht mein Rosmarin so stark?

In den Blättern befinden sich aromatische Inhaltsstoffe beziehungsweise ätherisches Öl. Beim Reiben oder Zerkleinern werden die Duftstoffe besonders deutlich wahrnehmbar.

Kann man Rosmarinblüten essen?

Ja – sofern es sich sicher um Küchenrosmarin handelt und die Pflanze nicht mit ungeeigneten Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde. Die Blüten können beispielsweise als essbare Dekoration verwendet werden.

Ein Kraut, viele Möglichkeiten

Rosmarin ist für mich genau die Art von Pflanze, die zeigt, wie vielseitig ein kleiner Kräutergarten sein kann.

Ein Zweig wandert in die Küche. Ein Teil der Ernte wird für den Winter getrocknet. Aus einem anderen Teil entsteht vielleicht ein Kräutersalz oder später ein selbstgemachtes Pflegeprodukt.

Und gleichzeitig steckt hinter der Pflanze eine lange Geschichte traditionellen Pflanzenwissens.

Man muss deshalb gar nicht mit zwanzig verschiedenen Kräutern anfangen.

Manchmal reicht eine einzige Pflanze – und die Frage:

Was kann ich eigentlich alles damit machen?


Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information über Pflanzen, traditionelle Verwendung und DIY-Anwendungen und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit, Medikamenteneinnahme oder Unsicherheiten bezüglich einer Anwendung solltest du medizinischen oder pharmazeutischen Rat einholen.

Esskastanien & Maronen sammeln und verwenden – Herbstgenuss aus der Natur

Esskastanien & Maronen sammeln und verwenden – Herbstgenuss aus der Natur

Wenn im Herbst die ersten stacheligen Fruchthüllen unter den Bäumen liegen, beginnt die Zeit der Esskastanien. Für mich gehören Kastanien einfach zum Herbst: raschelndes Laub, kühlere Luft und überall kleine Naturschätze, die man beim Spaziergang entdecken kann.

Doch Kastanie ist nicht gleich Kastanie. Während viele von uns vor allem die glänzend braunen Rosskastanien aus Parks und Alleen kennen, ist die Esskastanie (Castanea sativa) tatsächlich für die Küche geeignet.

Und genau hier lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen.

Esskastanie, Marone oder Kastanie – was ist eigentlich was?

Die Begriffe werden häufig durcheinander verwendet.

Die Esskastanie, auch Edelkastanie genannt, gehört zur Familie der Buchengewächse. Ihre Früchte sind essbar und werden schon seit sehr langer Zeit als Lebensmittel genutzt.

Maronen sind keine völlig andere Baumart. Vereinfacht gesagt handelt es sich um besonders ausgewählte beziehungsweise kultivierte Sorten der Esskastanie, deren Früchte meist größer sind und sich gut verarbeiten lassen.

Maronen sind Esskastanien – genauer gesagt besonders gezüchtete Sorten der Edelkastanie. Im Alltag werden die Begriffe Esskastanie und Marone deshalb häufig synonym verwendet.

Die Rosskastanie dagegen ist botanisch nicht näher mit der Esskastanie verwandt und gehört nicht auf den Teller.

Das ist beim Sammeln besonders wichtig.

Esskastanie erkennen

Hat man beide einmal bewusst miteinander verglichen, sind die Unterschiede ziemlich auffällig.

Die Fruchthülle der Esskastanie

Das wohl auffälligste Merkmal ist ihre Hülle.

Esskastanien sitzen in einer dicht mit unzähligen langen, dünnen und sehr spitzen Stacheln besetzten Fruchthülle. Sie erinnert fast an einen kleinen grünen Igel.

Im Herbst springt diese Hülle auf und gibt meist mehrere braune Früchte frei.

Und Vorsicht beim Aufheben: Die feinen Stacheln können ordentlich pieksen.

Die Früchte

Esskastanien sind glänzend braun und besitzen an ihrer Spitze häufig einen kleinen, etwas helleren „Zipfel“.

Da mehrere Früchte gemeinsam in einer Hülle sitzen können, sind sie außerdem häufig nicht vollkommen rund. Manche haben eine deutlich abgeflachte Seite.

Die Blätter

Auch die Blätter helfen bei der Bestimmung.

Die Blätter der Esskastanie sind:

  • länglich
  • relativ schmal
  • am Rand deutlich gezähnt
  • einzeln am Zweig angeordnet

Gerade die langen, gezähnten Blätter unterscheiden sich deutlich von denen der Rosskastanie.

Esskastanie und Rosskastanie unterscheiden

Hier sollte man wirklich genau hinschauen.

Die Rosskastanie besitzt die typischen großen, handförmig zusammengesetzten Blätter. Meist gehen fünf bis sieben einzelne Blättchen von einem gemeinsamen Punkt aus.

Auch ihre Fruchthülle sieht anders aus. Sie ist grün und besitzt deutlich weniger und kräftigere Stacheln.

Die Hülle der Esskastanie dagegen ist über und über mit feinen, langen Stacheln bedeckt.

Kurz gesagt:

Esskastanie: sehr viele feine Stacheln, längliche gezähnte Blätter, häufig mehrere Früchte in einer Hülle.

Rosskastanie: wenige gröbere Stacheln, handförmig zusammengesetzte Blätter und meist eine große runde Kastanie.

⚠️ Wichtig: Rosskastanien sind nicht zum Verzehr geeignet. Sammle Wildpflanzen und Wildfrüchte für die Küche grundsätzlich nur dann, wenn du sie zweifelsfrei bestimmen kannst.

Wann kann man Esskastanien sammeln?

Die Erntezeit beginnt je nach Standort, Sorte und Witterung ungefähr ab September und reicht bis in den Oktober beziehungsweise November hinein.

Ein gutes Zeichen ist, wenn die reifen Früchte von selbst zu Boden fallen und sich die stacheligen Hüllen öffnen.

Man muss die Kastanien also nicht vom Baum pflücken.

Am schönsten finde ich ohnehin das Sammeln vom Boden. Gerade nach einem windigen Herbsttag lohnt sich ein Blick unter die Bäume.

Welche Esskastanien sollte man sammeln?

Für die Küche nehme nur Früchte mit, die fest und unbeschädigt aussehen.

Liegen Kastanien bereits längere Zeit feucht auf dem Boden, können sie verderben. Auch Früchte mit sichtbarem Schimmel, ungewöhnlich weichen Stellen oder deutlichen Fraßschäden gehören nicht mehr in die Küche.

Ein kleines Loch kann außerdem darauf hindeuten, dass bereits ein tierischer Bewohner schneller war.

Zu Hause sortiert man die gesammelten Kastanien deshalb am besten noch einmal gründlich aus.

Darf man Esskastanien einfach überall sammeln?

Nicht automatisch.

Nur weil Früchte auf dem Boden liegen, bedeutet das nicht, dass man sie überall mitnehmen darf. Auf Privatgrundstücken gehören sie dem Eigentümer, und auch in Schutzgebieten können besondere Regeln gelten.

Wer sammeln möchte, sollte deshalb vorher darauf achten, wo der Baum steht und welche örtlichen Bestimmungen gelten.

Für mich gehört zum Sammeln in der Natur außerdem immer dazu, nur so viel mitzunehmen, wie ich tatsächlich verwenden kann.

Esskastanien zu Hause vorbereiten

Nach dem Sammeln werden die Kastanien zunächst kontrolliert und von Schmutz befreit.

Anders als Walnüsse sind frische Esskastanien nicht dafür gedacht, monatelang einfach in einer Schale herumzuliegen. Sie enthalten vergleichsweise viel Feuchtigkeit und können deshalb schneller verderben.

Am besten werden sie zeitnah verarbeitet.

Und dann kommt der schönste Teil: geröstete Maronen.

Esskastanien im Backofen rösten

Der Klassiker ist erstaunlich einfach.

Du brauchst

  • frische Esskastanien oder Maronen
  • ein scharfes Messer
  • ein Backblech

So geht’s

Den Backofen auf etwa 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Die Kastanien auf der gewölbten Seite mit einem scharfen Messer kreuzweise einschneiden. Dabei sollte die Schale durchtrennt werden.

Das Einschneiden ist wichtig, damit der entstehende Dampf beim Rösten entweichen kann.

Anschließend kommen die Kastanien auf ein Backblech.

Je nach Größe benötigen sie ungefähr 20 bis 30 Minuten. Während des Röstens öffnet sich die eingeschnittene Schale immer weiter.

Am besten lassen sie sich schälen, solange sie noch warm sind.

Unter der festen braunen Außenschale befindet sich noch eine dünne Haut. Auch diese wird entfernt.

Und dann darf direkt probiert werden.

Warm aus dem Ofen schmecken Maronen für mich einfach nach Herbst.

Was kann man aus Esskastanien machen?

Geröstete Maronen sind nur eine Möglichkeit.

Esskastanien lassen sich sowohl für herzhafte als auch für süße Gerichte verwenden.

Zum Beispiel für:

  • Maronensuppe
  • Maronenpüree
  • herbstliche Gemüsegerichte
  • Füllungen
  • Brot und Gebäck
  • Kuchen und Desserts
  • süße Maronencreme
  • geröstete Maronen als Snack

Damit bekommen wir übrigens direkt mehrere schöne Ideen für weitere Herbstrezepte auf Grüne Seele.

Esskastanien aufbewahren

Frische Esskastanien sind wesentlich empfindlicher als viele klassische Nüsse.

Sie sollten kühl gelagert und regelmäßig kontrolliert werden. Sobald eine Frucht schimmelt oder auffällig weich wird, sollte sie aussortiert werden.

Wer größere Mengen gesammelt oder gekauft hat, kann die Kastanien auch zunächst garen und anschließend portionsweise einfrieren.

So lässt sich der Herbstvorrat später noch für Suppen, Pürees oder andere Rezepte verwenden.

Ein kleiner Herbstschatz

Ich mag Lebensmittel, bei denen man noch erkennt, woher sie kommen.

Esskastanien sind dafür ein wunderschönes Beispiel.

Man entdeckt den Baum, sammelt die Früchte, nimmt sie mit nach Hause und wenige Zeit später duftet die Küche nach frisch gerösteten Maronen.

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum ich den Herbst so mag. Er bringt so viele kleine Dinge hervor, an denen wir im Alltag oft einfach vorbeigehen.

Walnüsse, Esskastanien, Wildäpfel, Zapfen, Kräuter und später die ersten Räuchermischungen für die dunklere Jahreszeit – draußen gibt es gerade unglaublich viel zu entdecken.

Und manchmal beginnt ein gemütlicher Herbstabend tatsächlich nur mit einer Handvoll stacheliger kleiner „Igel“ unter einem Baum.


Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Esskastanien und ersetzt keine fachkundige Pflanzenbestimmung. Wild gesammelte Pflanzen und Früchte sollten nur verwendet werden, wenn sie zweifelsfrei bestimmt wurden. Bei Unsicherheit bitte nicht verzehren.

Walnüsse sammeln, trocknen und lagern – so bleibt die Herbsternte lange haltbar

Walnüsse sammeln, trocknen und lagern – so bleibt die Herbsternte lange haltbar

Wenn im Herbst unter einem Walnussbaum die ersten grünen Fruchthüllen aufplatzen und die Nüsse zu Boden fallen, beginnt die Walnussernte. 🌰🍂

Frisch gesammelte Walnüsse unterscheiden sich allerdings deutlich von den trockenen Nüssen, die wir später im Winter knacken. Sie enthalten noch viel Feuchtigkeit und müssen deshalb nach der Ernte richtig behandelt werden.

Einfach aufsammeln und in eine Kiste schütten ist keine besonders gute Idee. Werden Walnüsse zu feucht gelagert, können sie schimmeln und verderben.

Mit ein paar einfachen Schritten lässt sich die eigene Ernte aber wunderbar für die kommenden Monate aufbewahren.

Wann sind Walnüsse reif?

Die Echte Walnuss (Juglans regia) wird bei uns überwiegend im September und Oktober geerntet.

Ein ziemlich zuverlässiges Zeichen für die Reife liefert der Baum selbst.

Die äußere grüne Fruchthülle beginnt sich zu öffnen und die reifen Walnüsse fallen von allein zu Boden.

Man muss sie deshalb normalerweise nicht vom Baum schlagen.

Am besten sammelt man die heruntergefallenen Nüsse regelmäßig auf, damit sie nicht lange auf feuchtem Boden liegen.

Walnüsse nicht vom Baum schlagen

Vielleicht kennt ihr noch das Bild, dass mit Stangen gegen die Äste geschlagen wird, damit die Walnüsse herunterfallen.

Das würde ich nicht machen.

Dabei können Äste und Triebe verletzt werden und außerdem landen möglicherweise noch unreife Früchte auf dem Boden.

Wenn die Walnüsse reif sind, gibt der Baum sie ohnehin frei.

Also lieber regelmäßig darunter nachsehen und die frisch gefallenen Nüsse einsammeln.

Die grüne Schale der Walnuss

Eine frisch wachsende Walnuss sieht zunächst ganz anders aus als die Nuss aus unserem Vorratsschrank.

Um die bekannte harte Nussschale befindet sich eine grüne fleischige Fruchthülle.

Während der Reife verändert sie sich, wird stellenweise braun und öffnet sich schließlich. Die Walnuss löst sich daraus und fällt zu Boden.

Reste dieser Hülle sollten nach dem Sammeln entfernt werden.

Und jetzt kommt ein kleiner Hinweis aus der Kategorie:

Zieh lieber Handschuhe an. 😂

Warum färben Walnussschalen die Hände braun?

Die grüne Fruchthülle enthält unter anderem Juglon und verwandte phenolische Verbindungen.

Der austretende Pflanzensaft oxidiert und kann Haut, Kleidung und Arbeitsflächen hartnäckig gelblich bis dunkelbraun verfärben.

Wer schon einmal Walnüsse ohne Handschuhe verarbeitet hat, weiß, wie überzeugend diese Naturfarbe sein kann. 😂

Die Verfärbung der Haut verschwindet zwar wieder, aber nicht unbedingt nach einmal Händewaschen.

Deshalb:

Handschuhe tragen und eine unempfindliche Arbeitsunterlage benutzen.

Muss ich Walnüsse nach dem Sammeln waschen?

Das ist eine interessante Frage, denn hier findet man unterschiedliche Empfehlungen.

Für die Lagerung ist vor allem eines wichtig:

Die Walnüsse müssen anschließend vollständig trocken sein.

Leichte Reste der Fruchthülle können trocken abgebürstet werden.

Sind die Nüsse stark verschmutzt und werden sie mit Wasser gereinigt, sollten sie nur kurz Kontakt mit Wasser haben und anschließend sofort sehr gründlich getrocknet werden.

Walnüsse würde ich nicht längere Zeit in Wasser einweichen.

Je weniger zusätzliche Feuchtigkeit wir vor der Trocknung hineinbringen, desto besser.

Welche Walnüsse sollte ich aussortieren?

Bevor die Nüsse zum Trocknen ausgelegt werden, schaue ich jede einzelne kurz an.

Nicht in den Vorrat gehören Walnüsse mit:

sichtbarem Schimmel,
starken Beschädigungen,
ungewöhnlich weichen Stellen,
auffälligem Geruch
oder deutlich geöffneter beziehungsweise beschädigter Schale.

Auch Nüsse, die bereits längere Zeit feucht und matschig auf dem Boden gelegen haben, würde ich nicht aufbewahren.

Frische Walnüsse müssen trocknen

Direkt nach der Ernte enthalten Walnüsse noch relativ viel Feuchtigkeit.

Damit sie lagerfähig werden, müssen sie deshalb zunächst mehrere Wochen trocknen.

Dazu werden sie möglichst einlagig auf einem luftdurchlässigen Untergrund verteilt.

Geeignet sind beispielsweise:

Gitter,
Netze,
flache Körbe
oder luftdurchlässige Rahmen.

Wichtig ist, dass die Luft auch von unten beziehungsweise zwischen den Nüssen zirkulieren kann.

Wo trockne ich Walnüsse am besten?

Ideal ist ein trockener, luftiger und nicht zu warmer Platz.

Die Walnüsse sollten nicht dicht übereinanderliegen.

Zwischendurch werden sie regelmäßig gewendet und kontrolliert.

Feuchte oder verdächtige Exemplare werden sofort aussortiert.

Je nach Bedingungen kann die Trocknung ungefähr drei bis sechs Wochen dauern.

Eine starre Zeitangabe ist allerdings weniger wichtig als der tatsächliche Zustand der Nüsse.

Walnüsse nicht mit Gewalt schnell trocknen

Beim Trocknen brauchen wir etwas Geduld.

Sehr hohe Temperaturen sind keine gute Abkürzung. Walnüsse enthalten viel Fett und ihre Qualität kann durch zu starke Erwärmung leiden.

Für einen Vorrat möchte ich deshalb lieber:

Luft + Trockenheit + Zeit.

Das passt ohnehin viel besser zu unserer Naturküche. 🌿

Woran erkenne ich, dass Walnüsse trocken sind?

Nach ausreichender Trocknung ist der Kern deutlich fester und trockener als bei einer frisch geernteten Walnuss.

Wer unsicher ist, kann einige Nüsse probeweise knacken.

Der Kern sollte nicht mehr weich oder feucht wirken.

Erst dann wandert die Ernte in den eigentlichen Vorrat.

Walnüsse richtig lagern

Gut getrocknete Walnüsse bleiben am besten in ihrer Schale.

Sie schützt den empfindlichen Kern vor Licht und Sauerstoff.

Gelagert werden sie:

kühl, trocken, dunkel und luftig.

Geeignet sind beispielsweise Netze oder andere luftdurchlässige Behälter.

Feuchtigkeit ist weiterhin der größte Feind unseres Walnussvorrats.

Deshalb kontrolliere ich die Nüsse auch während der Lagerung gelegentlich.

Wie lange sind Walnüsse haltbar?

Gut getrocknete und richtig gelagerte Walnüsse in der Schale können sich mehrere Monate halten.

Geschälte Walnusskerne sind deutlich empfindlicher.

Der Grund ist ihr hoher Fettgehalt. Kommen die Fette länger mit Sauerstoff, Licht und Wärme in Kontakt, können die Kerne ranzig werden.

Deshalb würde ich immer nur so viele Walnüsse knacken, wie ich gerade benötige.

Größere Mengen geschälter Walnusskerne können gut verschlossen auch kühl beziehungsweise eingefroren aufbewahrt werden.

Woran erkenne ich eine schlechte Walnuss?

Spätestens nach dem Knacken bekommt jede Walnuss noch einmal ihren kleinen Qualitätscheck.

Ein guter Walnusskern riecht angenehm nussig und sieht trocken und unauffällig aus.

Nicht gegessen werden Kerne, die:

schimmelig, ungewöhnlich verfärbt, muffig oder ranzig riechen beziehungsweise deutlich bitter oder unangenehm schmecken.

Im Zweifel gilt auch hier:

Weg damit.

Bei einer einzelnen Walnuss lohnt sich kein Risiko.

Schimmel auf Walnüssen nicht einfach entfernen

Sichtbarer Schimmel auf Nüssen ist kein Fall für:

„Ich schneide die Stelle einfach weg.“

Bestimmte Schimmelpilze können gesundheitsschädliche Mykotoxine bilden.

Eine sichtbar verschimmelte Walnuss gehört deshalb vollständig entsorgt.

Auch deshalb ist unsere sorgfältige Trocknung so wichtig.

Was steckt in Walnüssen?

Walnüsse sind ausgesprochen nährstoffreich.

Besonders interessant ist ihr hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Unter den Nüssen fallen Walnüsse außerdem durch ihren vergleichsweise hohen Gehalt an der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure auf.

Hinzu kommen unter anderem Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamin E und verschiedene Mineralstoffe.

Das macht sie zu einem wertvollen Lebensmittel – aber natürlich auch zu einem energiereichen.

Walnüsse in der Naturküche

Und jetzt kommen wir zum schönsten Teil. 😄

Walnüsse kann man natürlich einfach knacken und essen.

Aber unsere Herbsternte kann noch viel mehr.

Zum Beispiel:

Walnussbrot,
Walnusspesto,
Walnussmus,
Müsli und Granola,
Kuchen und Gebäck,
Salate,
herzhafte Aufstriche
oder geröstete Walnüsse.

Auch zusammen mit Äpfeln, Birnen, Honig oder Zimt passen Walnüsse wunderbar in die Herbstküche.

Walnusspesto selber machen

Walnüsse eignen sich hervorragend als Grundlage für Pesto.

Dafür können sie mit Kräutern, einem geeigneten Öl und weiteren Zutaten fein verarbeitet werden.

Und hier können wir wunderbar saisonal denken:

Im Spätsommer beziehungsweise frühen Herbst vielleicht noch mit frischem Basilikum.

Später mit anderen Kräutern oder herbstlichen Zutaten.

So entstehen aus einer einzigen Nuss gleich wieder mehrere Möglichkeiten.

Walnussmus

Auch Walnussmus lässt sich ähnlich wie Haselnussmus herstellen.

Die Kerne können vorher leicht angeröstet werden und werden anschließend in einem leistungsfähigen Mixer so lange verarbeitet, bis das natürliche Walnussöl austritt und eine cremige Masse entsteht.

Dabei dem Gerät immer wieder Pausen gönnen.

Walnüsse besitzen einen kräftigen Eigengeschmack – das Mus schmeckt deshalb deutlich herber als beispielsweise Haselnussmus.

Die grüne Walnuss – noch einmal etwas ganz anderes

Spannend wird es übrigens schon lange vor der eigentlichen Walnussernte.

Sehr junge Walnüsse werden traditionell bereits im Frühsommer geerntet, solange die innere Schale noch weich ist.

Daraus werden beispielsweise sogenannte schwarze Nüsse hergestellt.

Das ist allerdings eine völlig andere Verarbeitung als unsere reife Herbstwalnuss und gehört deshalb nicht einfach nebenbei in dieses Rezept.

Dafür bekommt die grüne Walnuss irgendwann ihren eigenen Artikel.

Walnüsse sammeln – aber wem gehört der Baum?

Auch wenn Walnüsse auf einem Gehweg oder am Wegesrand liegen, bedeutet das nicht automatisch, dass der Baum niemandem gehört.

Gerade Walnussbäume stehen häufig auf privaten Grundstücken, Streuobstwiesen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Deshalb vorher klären, ob gesammelt werden darf.

Bei einem eigenen Baum ist die Sache natürlich wesentlich einfacher. 😄

Und wieder entsteht ein kleiner Wintervorrat

Genau das gefällt mir an unserer Herbstserie.

Die Hagebutten stehen getrocknet im Teeglas.

Die Bucheckern werden geröstet.

Haselnüsse trocknen.

Und jetzt kommen die Walnüsse dazu.

Stück für Stück entsteht aus dem, was draußen gerade reif wird, ein kleiner Vorrat für Herbst und Winter.

Und eine Walnuss, die wir selbst unter einem Baum aufgehoben, gereinigt, getrocknet und Monate später geknackt haben, fühlt sich irgendwie anders an als eine Tüte aus dem Supermarkt.

Nicht unbedingt besser.

Aber man weiß wieder, wo unser Essen eigentlich herkommt. 🌰🍂🌿

Haselnüsse sammeln, trocknen und lagern – so erkennst du reife Nüsse

Haselnüsse sammeln, trocknen und lagern – so erkennst du reife Nüsse

Wenn im Spätsommer und Herbst die ersten Haselnüsse unter den Sträuchern liegen, beginnt wieder eine dieser Sammelzeiten, bei denen man eigentlich nur einen kleinen Spaziergang machen wollte – und plötzlich mit einer Tasche voller Nüsse nach Hause kommt. 🌰🍂

Haselnüsse gehören zu unseren bekanntesten heimischen Nüssen. Trotzdem gibt es beim Sammeln einiges zu beachten: Wann sind sie wirklich reif? Kann man grüne Haselnüsse ernten? Warum haben manche ein kleines Loch? Und wie trocknet man die Nüsse, damit sie später nicht schimmeln?

Wo wachsen Haselnüsse?

Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) wächst als Strauch häufig an Waldrändern, in Hecken, Gebüschen und lichten Wäldern. Auch in vielen Gärten findet man Haselsträucher.

Besonders auffällig sind bereits im zeitigen Frühjahr die langen gelblichen männlichen Blütenstände – die bekannten Haselkätzchen.

Im Laufe des Sommers entwickeln sich die Nüsse. Sie sitzen zunächst in einer grünen, blattartigen Fruchthülle und werden mit zunehmender Reife braun.

Wann sind Haselnüsse reif?

Die Haupterntezeit liegt je nach Standort, Sorte und Witterung ungefähr im September und Oktober.

Ein gutes Zeichen für die Reife ist, wenn sich die Nüsse braun verfärben und sich relativ leicht aus ihrer Fruchthülle lösen.

Noch einfacher macht es uns die Natur:

Vollreife Haselnüsse fallen von selbst zu Boden.

Genau diese Nüsse eignen sich besonders gut zum Sammeln.

Kann man grüne Haselnüsse ernten?

Hier muss man zwischen einer grünen Fruchthülle und einer tatsächlich unreifen Nuss unterscheiden.

Eine Haselnuss kann bereits weit entwickelt sein, obwohl die umgebenden Hüllblätter noch etwas grün erscheinen.

Sehr früh geerntete Nüsse besitzen dagegen noch einen weichen, feuchten Kern und sind für eine längere Lagerung weniger geeignet.

Wer Haselnüsse als Wintervorrat trocknen möchte, wartet deshalb am besten, bis sie vollständig ausgereift sind und von selbst herunterfallen beziehungsweise sich sehr leicht aus der Hülle lösen.

Haselnüsse sammeln

Beim Sammeln schaue ich zunächst unter dem Strauch nach frisch heruntergefallenen Nüssen.

Die Nüsse sollten möglichst:

unbeschädigt, sauber, trocken und frei von Schimmel sein.

Nüsse, die bereits längere Zeit feucht auf dem Boden lagen, auffällig verfärbt sind oder unangenehm riechen, würde ich nicht für meinen Vorrat verwenden.

Und natürlich gilt auch hier:

Nicht alles einsammeln.

Haselnüsse sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Wildtiere – darunter Eichhörnchen, Mäuse und verschiedene Vogelarten.

Warum haben manche Haselnüsse ein kleines rundes Loch?

Das kennt wahrscheinlich jeder, der schon einmal Haselnüsse gesammelt hat.

Die Schale sieht zunächst völlig normal aus – bis man ein kleines rundes Loch entdeckt.

Häufig war hier der Haselnussbohrer (Curculio nucum) am Werk.

Das Weibchen legt seine Eier an jungen Haselnüssen ab. Die Larve entwickelt sich im Inneren und ernährt sich vom Nusskern. Später bohrt sie sich durch die Schale nach draußen.

Zurück bleibt das typische Loch.

Eine solche Nuss gehört nicht in unseren Vorrat.

Wie erkenne ich schlechte Haselnüsse?

Vor dem Einlagern sollte jede Nuss noch einmal kontrolliert werden.

Aussortiert werden Nüsse mit:

Löchern, Rissen, Schimmel, auffälligen Flecken oder unangenehmem Geruch.

Auch nach dem Knacken gilt:

Sieht der Kern ungewöhnlich verfärbt, verschimmelt oder stark vertrocknet aus oder riecht beziehungsweise schmeckt er ranzig, wird er nicht gegessen.

Gerade bei Nüssen ist eine trockene Lagerung wichtig, denn Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung.

Muss man frisch gesammelte Haselnüsse trocknen?

Ja – wenn die Haselnüsse länger gelagert werden sollen, sollten sie nach der Ernte zunächst gut trocknen.

Frisch gesammelte Nüsse enthalten noch Feuchtigkeit. Werden sie sofort dicht verpackt, kann sich ein feuchtes Mikroklima bilden.

Und genau das wollen wir vermeiden.

Haselnüsse richtig trocknen

Zunächst entferne ich die äußeren Fruchthüllen.

Anschließend werden beschädigte oder verdächtige Nüsse aussortiert.

Die übrigen Haselnüsse verteile ich locker und möglichst einlagig auf einem Gitter, Sieb oder einer anderen luftdurchlässigen Unterlage.

Ideal ist ein:

trockener, luftiger und nicht zu warmer Ort.

Die Nüsse sollten nicht in einem dicken Haufen liegen. Zwischendurch können sie gewendet beziehungsweise durchgemischt werden, damit überall Luft herankommt.

Je nach Feuchtigkeit und Bedingungen kann das Trocknen mehrere Wochen dauern.

Hier würde ich mich nicht ausschließlich nach einer festen Tageszahl richten.

Entscheidend ist, dass die Nüsse vor der endgültigen Lagerung wirklich trocken sind.

Haselnüsse mit oder ohne Schale lagern?

Für einen längeren Vorrat würde ich Haselnüsse in ihrer harten Schale lassen.

Die Schale schützt den Kern vor Licht, Sauerstoff und mechanischen Beschädigungen.

Erst die Menge, die gerade gebraucht wird, wird geknackt.

Geschälte Haselnusskerne sind wesentlich empfindlicher und können durch ihren Fettgehalt schneller ranzig werden.

Wie bewahre ich getrocknete Haselnüsse auf?

Nach dem vollständigen Trocknen brauchen Haselnüsse einen kühlen, trockenen und möglichst dunklen Lagerplatz.

Wichtig ist außerdem eine geeignete Verpackung.

Solange nicht absolut sicher ist, dass keine Restfeuchtigkeit mehr vorhanden ist, würde ich die frisch getrockneten Nüsse nicht einfach luftdicht in einen großen Behälter sperren.

Luftdurchlässige Netze oder geeignete Behälter können für Nüsse in der Schale sinnvoll sein.

Und natürlich kontrolliere ich meinen Vorrat zwischendurch.

Eine verdorbene oder schimmelige Nuss wird sofort entfernt.

Warum können Nüsse problematisch werden, wenn sie schimmeln?

Bei Nüssen geht es nicht nur darum, dass Schimmel unappetitlich aussieht.

Bestimmte Schimmelpilze können Mykotoxine bilden. Dazu gehören beispielsweise Aflatoxine. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass solche Schimmelpilzgifte gesundheitsschädlich sein können.

Deshalb werden sichtbar verschimmelte Nüsse nicht einfach abgewaschen oder die schlechte Stelle abgeschnitten.

Sie werden entsorgt.

Auch bitter oder ungewöhnlich schmeckende Nüsse sollte man nicht weiteressen.

Kann man Haselnüsse direkt nach dem Sammeln essen?

Reife, einwandfreie Haselnüsse sind grundsätzlich essbar.

Frische Haselnüsse schmecken allerdings anders als die getrockneten Nüsse, die wir aus dem Handel kennen. Ihr Kern enthält noch mehr Feuchtigkeit und wirkt dadurch weicher.

Durch das Trocknen verändert sich die Konsistenz und das typische Nussaroma wird deutlicher.

Haselnüsse rösten

Wer den Geschmack noch intensiver möchte, kann getrocknete Haselnusskerne rösten.

Beim Rösten entwickelt sich das Aroma stärker und die braune Haut um den Kern lässt sich anschließend häufig leichter entfernen.

Dafür werden die geknackten Nüsse beispielsweise auf einem Backblech verteilt und vorsichtig geröstet.

Dabei unbedingt dabeibleiben:

Zwischen wunderbar nussig und „Warum riecht meine Küche plötzlich verbrannt?“ liegt bei Nüssen manchmal erstaunlich wenig Zeit. 😂

Nach dem Rösten vollständig abkühlen lassen.

Was kann man aus Haselnüssen machen?

Und jetzt wird es interessant für unsere Naturküche.

Haselnüsse können natürlich einfach pur gegessen oder zum Backen verwendet werden.

Aber daraus lässt sich noch viel mehr machen:

geröstete Haselnüsse,
Haselnussmus,
Nuss-Nougat-Creme,
Müsli und Granola,
Kuchen und Gebäck,
Nussbrot,
Pesto
oder selbst gemachte Pflanzenmilch.

Gehackte und geröstete Haselnüsse sind außerdem ein wunderbares Topping für herbstliche Desserts, Porridge oder Salate.

Haselnussmus selber machen

Für Haselnussmus braucht man im Grunde erstaunlich wenig.

Geröstete Haselnusskerne werden so lange in einem leistungsfähigen Mixer verarbeitet, bis zunächst kleine Stücke, dann Nussmehl und schließlich eine cremige Masse entstehen.

Das funktioniert, weil beim Mixen nach und nach das natürliche Öl aus den Haselnüssen austritt.

Man braucht deshalb für ein einfaches, reines Haselnussmus nicht zwingend zusätzliches Öl.

Wichtig ist nur, dem Mixer zwischendurch Pausen zu gönnen, damit er nicht überhitzt.

Und die Hasel kann noch mehr

Das Spannende an der Hasel ist, dass wir sie nicht nur wegen ihrer Nüsse kennenlernen können.

Im Frühjahr begegnen uns ihre Haselkätzchen, später die Blätter und im Herbst schließlich die Nüsse.

Damit ist sie wieder eine dieser Pflanzen, die uns durch mehrere Jahreszeiten begleitet.

Und genau solche Zusammenhänge möchte ich bei Grüne Seele zeigen.

Nicht nur:

„Da liegt eine Haselnuss.“

Sondern:

Welcher Baum beziehungsweise Strauch ist das? Wann wird seine Frucht reif? Welche Tiere leben davon? Wie bewahre ich sie auf? Und was kann ich daraus machen?

Plötzlich wird aus einer ganz gewöhnlichen Haselnuss wieder etwas Besonderes. 🌰🍂


Schlehen sammeln und verarbeiten – die dunkelblauen Früchte des Herbstes

Schlehen sammeln und verarbeiten – die dunkelblauen Früchte des Herbstes

Wenn im Herbst an dornigen Hecken kleine dunkelblaue bis fast schwarze Früchte hängen, lohnt sich ein genauerer Blick. Es könnten Schlehen sein – die Früchte des Schlehdorns oder Schwarzdorns (Prunus spinosa).

Schlehen gehören zu den Wildfrüchten, die man nicht unbedingt direkt vom Strauch probiert und anschließend begeistert weiterisst. 😂 Frisch schmecken sie meist ausgesprochen herb, sauer und zusammenziehend.

Mit etwas Geduld verändert sich das jedoch. Und genau deshalb gehören Schlehen für mich unbedingt in unseren Herbstkorb.

Wie erkenne ich Schlehen?

Der Schlehdorn ist ein stark verzweigter, dorniger Strauch und gehört zur Familie der Rosengewächse.

Besonders schön ist er bereits im Frühjahr. Noch bevor die Blätter richtig erscheinen, trägt er zahlreiche kleine weiße Blüten.

Im Herbst entwickeln sich daraus ungefähr haselnussgroße, rundliche Früchte. Sie sind blau-schwarz und häufig von einer hellen, fast weißlich-blauen Wachsschicht überzogen.

Die Früchte reifen hauptsächlich im Oktober und November.

Beim Sammeln würde ich übrigens Handschuhe mitnehmen. Der Name Schlehdorn kommt nicht von ungefähr. 😄

Schlehe oder Heidelbeere?

Auf einem Foto können die dunkelblauen Früchte manchmal ein wenig an sehr große Heidelbeeren erinnern.

Am Strauch lässt sich der Unterschied jedoch schnell erkennen.

Schlehen wachsen an einem holzigen und dornigen Strauch. Die Früchte besitzen außerdem einen einzelnen relativ großen Stein im Inneren.

Eine sichere Bestimmung sollte trotzdem niemals nur anhand der Fruchtfarbe erfolgen.

Wie bei allen Wildfrüchten schauen wir uns immer die gesamte Pflanze an.

Wann sollte man Schlehen sammeln?

Traditionell hört man häufig:

„Schlehen erst nach dem ersten Frost sammeln.“

Ganz falsch ist dieser Gedanke nicht – zwingend notwendig ist Frost aber nicht.

Zu Beginn ihrer Reife enthalten Schlehen viele Gerbstoffe. Deshalb entsteht beim Probieren dieses typische pelzige, zusammenziehende Gefühl im Mund.

Bleiben die Früchte länger am Strauch, werden Gerbstoffe abgebaut und Stärke wird in Zucker umgewandelt. Dadurch werden die Schlehen mit der Zeit milder und etwas süßer. Nachtfrost kann diesen Prozess unterstützen.

Was tun, wenn noch kein Frost gekommen ist?

Dann gibt es einen einfachen Trick.

Vollreife Schlehen können geerntet und anschließend für einige Zeit eingefroren werden. Laut Bundeszentrum für Ernährung kann das einen ähnlichen Effekt haben wie längeres Reifen beziehungsweise Frost am Strauch.

Das ist praktisch, wenn die Früchte reif sind, man aber nicht darauf warten möchte, dass irgendwann die erste frostige Nacht kommt.

Warum schmecken Schlehen so herb?

Dafür sind vor allem die enthaltenen Gerbstoffe verantwortlich.

Zusätzlich enthalten Schlehen unter anderem Flavonoide, Ballast- und Bitterstoffe.

Gerade der hohe Gerbstoffanteil erklärt dieses ganz typische Gefühl:

Man beißt hinein – und gefühlt zieht sich der ganze Mund zusammen. 😂

Mit zunehmender Reife wird dieser Effekt schwächer.

Kann man Schlehen roh essen?

Reife Schlehen sind grundsätzlich essbar.

Geschmacklich sind rohe Früchte allerdings für viele Menschen keine große Offenbarung, weil sie eben sehr herb und sauer sein können.

Viel interessanter werden Schlehen deshalb durch ihre Verarbeitung.

Und da gibt es erstaunlich viele Möglichkeiten.

Was kann man aus Schlehen machen?

Aus Schlehen lassen sich beispielsweise herstellen:

Saft,
Mus,
Kompott,
Sirup,
Konfitüre,
Gelee
und Tee.

Besonders schön lassen sie sich mit süßeren Früchten wie Apfel oder Birne kombinieren.

Damit können wir später aus diesem einen Wildobst gleich mehrere Rezepte entwickeln.

Schlehen entsteinen – bitte auf die Kerne achten

Hier gibt es einen wichtigen Punkt.

Schlehen gehören botanisch zur Gattung Prunus – genauso wie beispielsweise Pflaumen und Kirschen.

Im Inneren befindet sich deshalb ein harter Stein.

Die Kerne enthalten cyanogene Verbindungen, aus denen Blausäure freigesetzt werden kann. Das BZfE empfiehlt deshalb, die Kerne nicht zu verletzen oder mitzuessen.

Für Mus oder ähnliche Zubereitungen gibt es eine einfache Lösung:

Die Früchte werden gegart und anschließend durch ein feines Sieb gestrichen.

So bleibt der Stein zurück und wir erhalten das Fruchtfleisch.

Schlehenmus selber machen

Für ein einfaches Schlehenmus können die gereinigten Früchte zunächst mit etwas Wasser weich gekocht werden.

Danach streicht man die Masse durch ein feines Sieb, sodass die Steine zurückbleiben.

Das entstandene Fruchtmus kann anschließend je nach Rezept weiterverarbeitet werden – beispielsweise mit Apfel oder Birne.

Gerade diese Kombination gefällt mir, weil die Süße der anderen Früchte die herbe Schlehe wunderbar ausgleichen kann.

Schlehengelee

Auch Gelee ist eine schöne Möglichkeit, Schlehen zu verarbeiten.

Die dunklen Früchte ergeben eine intensive Farbe und einen kräftigen Geschmack.

Interessant ist außerdem, dass Schlehen nicht ausschließlich zu süßen Speisen passen. Schlehengelee kann auch zu herzhaften Gerichten, Soßen oder Dressings verwendet werden.

Das macht die Frucht deutlich vielseitiger, als man zunächst denkt.

Kann man aus Schlehen Tee machen?

Ja.

Getrocknete Schlehen können auch für Früchtetee verwendet werden. Das BZfE nennt getrocknete Schlehen außerdem als mögliche Zutat für Müsli, Gebäck oder Reisgerichte.

Damit passen sie perfekt zu unserem geplanten Herbst- und Winterteevorrat.

Ich könnte mir beispielsweise eine Mischung aus Hagebutte, Apfel und Schlehe sehr schön vorstellen.

Natürlich bekommt eine solche Mischung später ihr eigenes Rezept – mit genauen Mengen und Zubereitung.

Schlehen trocknen

Wer Schlehen für Tee oder andere trockene Mischungen aufbewahren möchte, sollte nur einwandfreie Früchte verwenden.

Sie werden gewaschen, sorgfältig kontrolliert und anschließend vollständig getrocknet.

Ein Dörrautomat bietet sich dafür besonders an.

Wie bei allen getrockneten Vorräten gilt:

Erst ins Glas, wenn wirklich keine Restfeuchtigkeit mehr vorhanden ist.

Anschließend dunkel, trocken und gut verschlossen lagern und das Glas mit Inhalt und Datum beschriften.

Warum wir nicht den ganzen Strauch leer pflücken

Bei Schlehen ist mir das besonders wichtig.

Die Früchte bleiben teilweise bis in den Winter hinein am Strauch und sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Tiere. Die dichten, dornigen Schlehenhecken bieten außerdem zahlreichen Vogelarten Schutz und Lebensraum.

Deshalb sammeln wir nur einen Teil.

Ein bisschen für unsere Küche.

Und den Rest lassen wir dort, wo er hingehört.

Wo sollte ich keine Schlehen sammeln?

Wie bei allen Wildfrüchten würde ich nicht unmittelbar an stark befahrenen Straßen oder auf offensichtlich belasteten beziehungsweise behandelten Flächen sammeln.

Außerdem muss natürlich geklärt sein, ob an der jeweiligen Stelle überhaupt gesammelt werden darf.

Und ganz wichtig:

Nur sammeln, wenn die Pflanze zweifelsfrei bestimmt wurde.

Bei Unsicherheit bleibt die Frucht am Strauch.

Schlehen sind ein bisschen wie der Herbst selbst

Auf den ersten Blick wirken sie vielleicht unscheinbar.

Dann probiert man eine zu früh und denkt:

Meine Güte, wer möchte DAS denn essen? 😂

Aber gibt man ihnen Zeit und verarbeitet sie richtig, sieht die Sache plötzlich ganz anders aus.

Aus diesen kleinen dunkelblauen Früchten können Tee, Gelee, Mus oder Sirup entstehen.

Und genau das finde ich an Wildfrüchten so spannend.

Man lernt nicht nur, was draußen wächst.

Man lernt auch wieder, dass nicht alles sofort fertig sein muss.

Manches braucht einfach ein bisschen Zeit. 🍂💙

Bucheckern sammeln und verarbeiten – kleine Schätze unter der Buche

Bucheckern sammeln und verarbeiten – kleine Schätze unter der Buche

Im Herbst lohnt es sich, beim Waldspaziergang nicht nur nach oben in die bunten Baumkronen zu schauen.

Unter großen Buchen liegen manchmal unzählige kleine braune Früchte auf dem Boden. Viele laufen einfach darüber hinweg – dabei handelt es sich um Bucheckern, die Früchte unserer Rotbuche.

Früher wurden Bucheckern wesentlich häufiger genutzt. Heute sind sie ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei besitzen die kleinen Nüsschen einen angenehm nussigen Geschmack und lassen sich nach der richtigen Verarbeitung durchaus in der Küche verwenden.

Einen wichtigen Unterschied zu Hasel- oder Walnüssen gibt es allerdings:

Bucheckern sollten nicht einfach roh geknabbert werden.

Was sind Bucheckern?

Bucheckern sind die Früchte der Rotbuche (Fagus sylvatica).

Die eigentlichen Nüsschen sind klein, braun und auffällig dreikantig. Meist befinden sich zwei Bucheckern gemeinsam in einer stacheligen Fruchthülle.

Wenn die Früchte reif werden, öffnet sich diese Hülle und die Bucheckern fallen zu Boden. Die typische Sammelzeit liegt ungefähr zwischen September und November.

Wie erkenne ich eine Rotbuche?

Bevor etwas aus der Natur in unserer Küche landet, sollte natürlich zuerst der Baum eindeutig bestimmt werden.

Die Rotbuche ist ein großer Laubbaum mit glatter, überwiegend grauer Rinde. Ihre Blätter sind oval und besitzen einen leicht gewellten Rand.

Im Herbst verfärbt sich das Laub gelblich bis braun.

Besonders charakteristisch sind natürlich die Früchte selbst: Öffnet sich die stachelige Hülle, kommen die kleinen dreieckigen beziehungsweise dreikantigen Bucheckern zum Vorschein.

Wann kann ich Bucheckern sammeln?

Ab September beginnt die eigentliche Bucheckernzeit.

Am einfachsten werden reife Früchte vom Boden gesammelt, nachdem sie aus den geöffneten Fruchthüllen gefallen sind.

Allerdings produziert eine Buche nicht jedes Jahr gleich viele Früchte. In sogenannten Mastjahren können unglaublich viele Bucheckern unter den Bäumen liegen, während die Ernte in anderen Jahren wesentlich geringer ausfällt.

Beim Sammeln würde ich trotzdem niemals alles mitnehmen.

Bucheckern sind schließlich auch Nahrung für Wildtiere.

Woran erkenne ich gute Bucheckern?

Nicht jede Buchecker, die auf dem Boden liegt, ist noch verwendbar.

Ein einfacher erster Test ist heißes beziehungsweise kochendes Wasser. Das BZfE empfiehlt, die gesammelten Früchte damit zu übergießen. Oben schwimmende Bucheckern werden aussortiert, da sie häufig hohl, alt oder verdorben sind.

Danach werden die brauchbaren Früchte abgetropft und geschält.

Schimmelige, auffällig verfärbte oder beschädigte Exemplare würde ich grundsätzlich entsorgen.

Kann man Bucheckern roh essen?

Hier müssen wir besonders aufpassen.

Bucheckern sind roh leicht giftig und sollten deshalb vor dem Verzehr erhitzt werden.

Das BZfE nennt unter anderem Alkaloide und Oxalsäure als problematische Inhaltsstoffe. Größere Mengen roher Bucheckern können beispielsweise Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen verursachen.

Deshalb gilt für unsere Naturküche:

Bucheckern vor dem Essen immer erhitzen.

Rösten, Braten oder Überbrühen macht die problematischen Stoffe unschädlich.

Damit gehören Bucheckern zu den Wildfunden, bei denen die richtige Verarbeitung wirklich Teil des Rezepts ist.

Bucheckern schälen

Und jetzt kommt der etwas fummelige Teil. 😂

Zuerst muss die harte braune Schale entfernt werden.

Darunter befindet sich der helle Kern, den wir anschließend weiterverarbeiten können.

Wer eine größere Menge gesammelt hat, merkt ziemlich schnell:

Bucheckern sind kein Fast Food.

Aber genau das gehört für mich irgendwie dazu. Wir sammeln etwas in der Natur und beschäftigen uns anschließend ganz bewusst damit.

Bucheckern rösten

Eine einfache Möglichkeit ist das Rösten in der Pfanne.

Das BZfE empfiehlt, die geschälten Bucheckern mit etwas Öl und einer Prise Salz für wenige Minuten in einer beschichteten Pfanne zu rösten. Dadurch entwickelt sich ihr nussiges bis leicht malzig-herbes Aroma besonders schön.

Anschließend können die gerösteten Nüsschen direkt weiterverwendet werden.

Wie schmecken Bucheckern?

Geröstete Bucheckern schmecken nussig und leicht herb.

Dadurch passen sie sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Gerichten.

Und plötzlich werden aus den kleinen braunen Dreiecken auf dem Waldboden ziemlich interessante Küchenzutaten.

Was kann ich aus Bucheckern machen?

Geröstete Bucheckern können beispielsweise als knuspriges Topping über einen Salat, eine Suppe oder Gemüse gegeben werden.

Man kann daraus aber noch wesentlich mehr machen.

Das BZfE nennt unter anderem Pesto, Brot, Crêpes und Kuchen als Verwendungsmöglichkeiten. Auch karamellisierte Bucheckern oder mit Schokolade überzogene Varianten sind möglich.

Damit haben wir schon einige Ideen für unsere Naturküche.

Bucheckern-Pesto

Das finde ich besonders spannend.

Geröstete Bucheckern lassen sich ähnlich wie andere Nüsse oder Kerne für ein Pesto verwenden.

Zusammen mit Kräutern, einem geeigneten Öl und weiteren Zutaten entsteht daraus ein richtig herbstlicher Brotaufstrich beziehungsweise eine Sauce für Pasta.

Das ist definitiv ein Rezept, das wir später einmal separat ausprobieren können.

Kann man aus Bucheckern Mehl machen?

Ja.

Nach der notwendigen Erhitzung können Bucheckern gemahlen und als Mehlbestandteil verwendet werden.

Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass man in einem normalen Backrezept das komplette Getreidemehl einfach 1:1 durch Bucheckern ersetzt.

Interessanter ist es, Bucheckernmehl als aromatische Zutat beispielsweise in Brot, Kuchen oder Pfannkuchen beziehungsweise Crêpes einzubauen.

Was steckt in Bucheckern?

Die kleinen Früchte sind erstaunlich energiereich.

Nach Angaben des BZfE besitzen Bucheckern einen Fettgehalt von etwa 40 Prozent und enthalten viele ungesättigte Fettsäuren. Außerdem liefern sie unter anderem B-Vitamine sowie Spurenelemente wie Zink und Eisen.

Das macht sie zu einem interessanten Lebensmittel – aber eben erst nach der richtigen Verarbeitung.

Bucheckern sammeln oder kaufen?

Bucheckern gehören zu den Lebensmitteln, die man normalerweise nicht einfach neben Walnüssen und Haselnüssen im Supermarkt findet.

Gerade deshalb ist das Sammeln so interessant.

Wer keine Rotbuche sicher erkennen kann oder keinen geeigneten Sammelort kennt, muss sie aber natürlich nicht auf Biegen und Brechen selbst sammeln.

Bei Wildpflanzen und Wildfrüchten gilt für mich immer:

Lieber etwas stehen lassen als etwas verwenden, das ich nicht sicher bestimmen kann.

Wo sollte ich keine Bucheckern sammeln?

Direkt an stark befahrenen Straßen oder offensichtlich verschmutzten Stellen würde ich nicht für die Küche sammeln.

Außerdem gelten auch bei Bucheckern die Regeln für das Sammeln in der Natur. Kleine Mengen für den persönlichen Bedarf können unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein; Schutzgebiete, geschützte Bestände, örtliche Regelungen und Eigentumsrechte müssen aber berücksichtigt werden.

Und selbst dort, wo gesammelt werden darf, brauchen wir keinen ganzen Eimer.

Ein Teil der Herbsternte gehört den Tieren, die im Wald davon leben.

Bucheckern – klein, unscheinbar und fast vergessen

Genau solche Dinge liebe ich an unseren Herbstspaziergängen.

Man läuft vielleicht jahrelang über Bucheckern hinweg.

Und irgendwann bleibt man stehen, nimmt eine dieser kleinen dreikantigen Früchte in die Hand und stellt fest:

Das kann man tatsächlich verwenden.

Natürlich nicht einfach roh aus der Schale.

Aber richtig verarbeitet und geröstet wird daraus eine kleine herbstliche Zutat mit einem ganz eigenen Geschmack.

Und plötzlich sieht der Waldboden wieder ein bisschen anders aus. 🍂🌰

Hagebutten sammeln und verarbeiten – der rote Schatz des Herbstes

Hagebutten verarbeiten – was du aus den roten Früchten alles machen kannst

Wenn im Herbst die roten Hagebutten an den Hecken leuchten, stellt sich schnell die Frage: Was kann man eigentlich alles daraus machen?

Die Antwort: erstaunlich viel.

Hagebutten eignen sich nicht nur für Tee. Aus den reifen Früchten lassen sich unter anderem Mus, Fruchtaufstrich, Chutney, Essig und getrocknete Hagebutten herstellen.

Wann sind Hagebutten reif?

Reife Hagebutten erkennst du an ihrer kräftig roten bis orange-roten Farbe.

Je nach Sorte und Reifegrad sind die Früchte zunächst eher fest. Später werden sie zunehmend weicher. Auch nach den ersten kühlen Nächten oder Frösten können Hagebutten noch geerntet werden.

Für die Verarbeitung sollten die Früchte einwandfrei sein und keine schimmeligen oder stark beschädigten Stellen aufweisen.

Hagebutten sammeln

Hagebutten wachsen an verschiedenen Rosenarten. Besonders bekannt ist die Hundsrose (Rosa canina).

Beim Sammeln solltest du darauf achten:

  • nur sicher bestimmte Früchte verwenden
  • saubere Sammelorte wählen
  • stark befahrene Straßen meiden
  • keine beschädigten oder verdorbenen Früchte sammeln
  • wegen der Dornen am besten Handschuhe tragen

Und wie beim Wildsammeln generell gilt: nicht alles abernten. Ein Teil der Früchte darf gerne am Strauch bleiben.

Was steckt in einer Hagebutte?

Im Inneren befinden sich zahlreiche kleine Kerne und feine Härchen.

Diese Härchen können Haut und Schleimhäute reizen. Deshalb werden sie bei vielen Zubereitungen sorgfältig entfernt oder das Fruchtmus später sehr fein passiert.

Gerade bei der Verarbeitung lohnt es sich deshalb, gründlich zu arbeiten.

Was kann man aus Hagebutten machen?

Jetzt wird es spannend, denn die kleinen roten Früchte sind ausgesprochen vielseitig.

1. Hagebuttenmus

Eine der klassischen Möglichkeiten ist Hagebuttenmus.

Durch die Verarbeitung entsteht ein fruchtiges, leicht säuerliches Mus, das sich vielseitig verwenden lässt.

Es passt zum Beispiel:

  • auf Brot oder Brötchen
  • zu Porridge
  • in Joghurt
  • zu Pfannkuchen
  • zu Gebäck
  • zu Desserts

Du möchtest Hagebuttenmus selbst machen?

Das vollständige Rezept findest du auf meiner Bonus-Rezeptkarte Hagebuttenmus im Set „10 Kräuter-Rezeptkarten + Bonus“.

Dort findest du die genauen Mengen, die Vorbereitung der Früchte und die komplette Schritt-für-Schritt-Zubereitung.

2. Hagebuttentee

Getrocknete Hagebutten gehören zu den klassischen Zutaten für Früchtetee.

Dafür werden die vorbereiteten Früchte sorgfältig getrocknet und anschließend trocken gelagert.

Hagebutten lassen sich dabei auch wunderbar mit anderen getrockneten Früchten oder Kräutern kombinieren.

3. Hagebutten trocknen

Trocknen ist eine schöne Möglichkeit, Hagebutten für später aufzubewahren.

Wichtig ist, dass die vorbereiteten Früchte wirklich vollständig trocknen.

Restfeuchtigkeit kann die Lagerfähigkeit beeinträchtigen.

Die getrockneten Hagebutten anschließend:

  • trocken
  • dunkel
  • gut verschlossen

aufbewahren.

4. Hagebuttenessig

Eine weniger bekannte Möglichkeit ist Hagebuttenessig.

Dabei bekommt der Essig durch die Früchte eine fruchtige Note und kann je nach Ansatz auch eine schöne rötliche Färbung annehmen.

Ein solcher Essig eignet sich beispielsweise für:

  • Salate
  • Dressings
  • herbstliche Gemüsegerichte
  • kleine selbstgemachte Küchengeschenke

5. Hagebuttenkonfitüre oder Fruchtaufstrich

Auch für Konfitüre oder Fruchtaufstrich eignen sich Hagebutten.

Ihr fruchtig-säuerliches Aroma ergibt einen besonderen Aufstrich, der sich deutlich von klassischen Sorten wie Erdbeere oder Aprikose unterscheidet.

Hagebutte lässt sich dabei auch mit anderen Früchten oder herbstlichen Gewürzen kombinieren.

6. Hagebutten-Chutney

Hagebutten müssen nicht immer süß verarbeitet werden.

Ein Chutney verbindet die fruchtige Säure der Hagebutte mit würzigen und herzhaften Zutaten.

So entsteht eine interessante Begleitung beispielsweise zu:

  • Käse
  • Ofengemüse
  • Kartoffelgerichten
  • herzhaften Herbstgerichten

7. Getrocknete Hagebutten als kleiner Fruchtvorrat

Vorbereitete und vollständig getrocknete Hagebutten lassen sich auch unabhängig vom Tee aufbewahren.

So hast du die Früchte auch außerhalb der Erntezeit griffbereit und kannst sie später für unterschiedliche Küchenideen verwenden.

Muss man Hagebutten immer entkernen?

Das hängt von der jeweiligen Verarbeitung ab.

Bei manchen Zubereitungen werden die Früchte vorher geöffnet und Kerne sowie Härchen entfernt.

Bei anderen Methoden werden die Früchte zunächst verarbeitet und anschließend sehr fein passiert.

Entscheidend ist, dass die feinen Härchen nicht im fertigen Produkt bleiben.

Hagebutten vor oder nach dem Frost ernten?

Beides ist möglich.

Vor dem Frost sind die Früchte meist noch fester.

Nach Frost können sie weicher werden, was die Verarbeitung je nach Rezept erleichtern kann.

Wer feste Früchte für das Trocknen oder eine bestimmte Verarbeitung möchte, kann entsprechend früher ernten.

Frische Hagebutten verarbeiten

Nach dem Sammeln solltest du die Früchte zunächst gründlich verlesen.

Beschädigte oder verdorbene Hagebutten aussortieren.

Danach hängt die weitere Vorbereitung davon ab, was du daraus machen möchtest:

Trocknen, Mus, Tee, Essig, Fruchtaufstrich oder Chutney brauchen jeweils eine etwas andere Verarbeitung.

Hagebutten richtig lagern

Frische Hagebutten solltest du möglichst zeitnah weiterverarbeiten.

Getrocknete Früchte gehören in ein sauberes, trockenes und gut verschließbares Gefäß.

Wenn sich Geruch, Farbe oder Oberfläche auffällig verändern oder Feuchtigkeit beziehungsweise Schimmel sichtbar werden, die Früchte nicht mehr verwenden.

Welche Hagebutten kann man verwenden?

Verschiedene Rosenarten bilden Hagebutten.

Für die Küche gilt trotzdem:

Nur sammeln und verwenden, was du sicher bestimmen kannst.

Auch der Sammelort sollte sauber sein und die Früchte sollten einwandfrei aussehen.

Hagebutte ist viel mehr als Tee

Genau das macht die Hagebutte so interessant.

Aus einer einzigen Herbstfrucht können völlig unterschiedliche Dinge entstehen:

Mus · Tee · getrocknete Früchte · Essig · Fruchtaufstrich · Chutney

Damit gehört die Hagebutte für mich zu den spannendsten Früchten der Herbstküche.

Hagebuttenmus als Bonus-Rezept

Wenn du nicht nur Ideen sammeln, sondern direkt selbst loslegen möchtest, findest du mein vollständiges Hagebuttenmus-Rezept als Bonuskarte im Set:

10 Kräuter-Rezeptkarten + Bonus Hagebuttenmus

Mit genauen Mengen, vollständiger Zubereitung, Verwendungsideen, Aufbewahrung und wichtigen Hinweisen zur Verarbeitung der Hagebutten.

→ Rezeptkartenset entdecken

Fazit

Hagebutten sind viel zu schade, um sie nur am Strauch hängen zu lassen.

Ob Tee, Mus, Essig, Chutney oder getrocknete Früchte – aus den roten Herbstfrüchten lässt sich erstaunlich viel machen.

Wer sich einmal näher mit ihnen beschäftigt, entdeckt schnell, wie vielseitig diese heimische Frucht eigentlich ist.

© grueneseele-naturwissen

Was kann man im Herbst sammeln? Wildfrüchte, Nüsse & Zapfen

Was kann man im Herbst sammeln? Wildfrüchte, Nüsse, Kräuter & Zapfen

Wenn die Tage kürzer werden, die ersten Blätter ihre Farbe wechseln und morgens wieder dieser ganz besondere Herbstduft in der Luft liegt, verändert sich auch das Sammeln in der Natur.

Im Frühling und Sommer schauen wir nach jungen Kräutern und Blüten. Im Herbst richtet sich der Blick dagegen immer häufiger auf Früchte, Nüsse, Samen und Zapfen.

Und davon gibt es erstaunlich viel.

Hagebutten leuchten rot an den Hecken, unter Buchen liegen Bucheckern, Hasel- und Walnüsse werden reif und im Wald finden wir die unterschiedlichsten Zapfen. Einige Kräuter lassen sich ebenfalls noch ernten und für den Winter trocknen.

Der Herbst ist also keineswegs das Ende der Sammelzeit. Er ist einfach eine andere Sammelzeit.

Was kann man im Herbst sammeln?

Was gerade reif ist, hängt natürlich vom Wetter, der Region und dem jeweiligen Standort ab. Typische Herbstfunde sind beispielsweise:

  • Hagebutten
  • Bucheckern
  • Haselnüsse
  • Walnüsse
  • Esskastanien
  • Schlehen
  • Äpfel und Wildäpfel
  • verschiedene Samenstände
  • noch vorhandene Kräuter
  • Zapfen verschiedener Nadelbäume

Nicht alles davon wird auf dieselbe Weise verwendet. Manche Dinge wandern in die Küche, andere werden getrocknet, für Tee verwendet, zum Räuchern aufgehoben oder einfach als Naturmaterial genutzt.

Und bei einigen Wildpflanzen ist eine sichere Bestimmung besonders wichtig.

Hagebutten – rote Herbstschätze an der Hecke

Hagebutten gehören für mich zu den schönsten Zeichen des Herbstes.

Je nach Rosenart können sie unterschiedlich aussehen. Besonders bekannt sind die roten Früchte der Hundsrose (Rosa canina).

Hagebutten können bereits vor dem ersten Frost geerntet werden. Bleiben sie länger am Strauch, werden sie nach Frost häufig weicher und süßer. Wer sie trocknen möchte, kann deshalb auch früher ernten, solange die Früchte noch schön fest sind.

Aus Hagebutten lassen sich beispielsweise Tee, Mus, Marmelade oder andere herbstliche Rezepte herstellen.

Im Inneren befinden sich allerdings Samen mit feinen Härchen. Wer als Kind schon einmal „Juckpulver“ kannte, weiß wahrscheinlich genau, welche Härchen gemeint sind. Je nach Verarbeitung werden die Früchte deshalb entkernt oder anschließend sorgfältig gefiltert.

Bucheckern – die kleinen Früchte der Rotbuche

Unter einer großen Rotbuche lohnt es sich im Herbst ebenfalls, einmal genauer auf den Boden zu schauen.

Bucheckern sind kleine, dreikantige Nüsschen. Meist befinden sich zwei davon in einer stacheligen Fruchthülle.

Sie reifen im Herbst und fallen anschließend zu Boden.

Bucheckern sind essbar, sollten aber nicht in größeren Mengen roh gegessen werden. Sie enthalten unter anderem Fagin und weitere Stoffe, die durch Erhitzen beziehungsweise Rösten weitgehend unschädlich gemacht werden.

Geröstete Bucheckern können anschließend beispielsweise über Salate gegeben, zum Backen oder für andere Rezepte verwendet werden.

Gerade bei Bucheckern gilt deshalb:

Sammeln ja – aber vor dem Essen richtig verarbeiten.

Haselnüsse

Haselnüsse erkennt wahrscheinlich fast jeder.

Im Herbst lösen sich die reifen Nüsse zunehmend aus ihren grünen Fruchthüllen und fallen zu Boden.

Wer selbst sammelt, sollte nur einwandfreie Nüsse mitnehmen. Zuhause müssen sie trocken und luftig gelagert werden, damit sich keine Feuchtigkeit und damit Schimmel entwickelt.

Haselnüsse lassen sich anschließend ganz klassisch zum Backen, für Müsli, Nussmischungen oder andere Küchenrezepte verwenden.

Walnüsse

Auch Walnüsse gehören zum Herbst.

Wenn sie reif werden, öffnet beziehungsweise löst sich die äußere grüne Fruchthülle und die Nuss fällt zu Boden.

Frisch gesammelte Walnüsse sollten nicht einfach feucht in eine Schüssel geschüttet und dort vergessen werden.

Sie brauchen zunächst Luft und Zeit zum Trocknen.

Beschädigte, schimmelige oder auffällig verfärbte Nüsse gehören nicht in den Vorrat.

Gut getrocknet lassen sich Walnüsse anschließend längere Zeit aufbewahren.

Esskastanien – nicht mit Rosskastanien verwechseln

Im Herbst findet man außerdem Kastanien.

Hier ist allerdings eine Unterscheidung besonders wichtig:

Esskastanie und Rosskastanie sind nicht dasselbe.

Die Früchte der Esskastanie befinden sich in einer Hülle mit sehr vielen langen, feinen Stacheln. Meist liegen mehrere Früchte darin.

Die Rosskastanie besitzt dagegen eine deutlich weniger dicht bestachelte beziehungsweise höckerige grüne Hülle.

Rosskastanien sind nicht zum Essen geeignet.

Wer Kastanien für die Küche sammeln möchte, sollte deshalb sicher wissen, dass es sich um Esskastanien beziehungsweise Maronen handelt.

Schlehen

An vielen Hecken erscheinen im Herbst kleine dunkelblaue bis fast schwarze Früchte: Schlehen.

Roh schmecken sie meist ausgesprochen herb und zusammenziehend. Verantwortlich dafür sind unter anderem ihre Gerbstoffe.

Traditionell werden Schlehen deshalb gern erst nach Frost gesammelt. Alternativ können geerntete Früchte auch eingefroren werden.

Aus ihnen lassen sich beispielsweise Gelee, Sirup oder andere Küchenzubereitungen herstellen.

Die Kerne sollten dabei nicht zerstoßen oder mitverarbeitet werden.

Äpfel und Wildäpfel

Auch Äpfel gehören natürlich in einen herbstlichen Sammelkorb.

Gerade alte Obstbäume oder Wildäpfel können interessante Früchte tragen. Allerdings bedeutet ein Apfelbaum am Wegesrand nicht automatisch, dass seine Früchte frei zur Mitnahme sind.

Steht der Baum auf einem privaten Grundstück oder gehört zu einer Streuobstwiese, braucht man die Erlaubnis des Eigentümers.

Wo eine Ernte erlaubt ist, können aus Äpfeln beispielsweise Mus, Kompott, Kuchen, Saft oder getrocknete Apfelstücke entstehen.

Getrocknete Apfelstücke sind außerdem eine schöne Grundlage für selbst gemachte Früchteteemischungen.

Kräuter gibt es auch im Herbst noch

Mit dem Herbst verschwinden nicht plötzlich alle Kräuter.

Je nach Wetter und Standort können beispielsweise noch Pfefferminze, Melisse, Salbei oder Thymian geerntet werden.

Wer sie für den Winter aufbewahren möchte, kann sie trocknen und anschließend dunkel, trocken und möglichst luftdicht lagern.

Dabei gilt:

Nur gesunde, saubere Pflanzenteile verwenden und erst ins Vorratsglas geben, wenn sie wirklich vollständig trockensind.

Restfeuchtigkeit kann dazu führen, dass der gesamte Vorrat verdirbt.

Herbstzeit ist Teezeit

Wenn es draußen wieder kühler wird, beginnt für viele auch die Teezeit.

Dabei muss eine Teemischung nicht ausschließlich aus klassischen Teekräutern bestehen.

Neben getrockneter Minze, Melisse, Salbei, Thymian oder Kamille können beispielsweise auch Hagebutten oder getrocknete Apfelstücke Bestandteil einer Mischung sein.

Andere Zutaten wie Ingwer, Kurkuma, Zimt, Fenchel oder Anis werden wir meistens eher kaufen.

Und das ist überhaupt kein Nachteil.

Selbst gesammelter Tee oder gekaufter Tee?

Selbst gesammelt bedeutet nicht automatisch besser – und gekauft bedeutet nicht automatisch schlechter.

Bei selbst gesammelten oder selbst angebauten Pflanzen wissen wir im besten Fall sehr genau:

woher sie stammen, wann wir sie geerntet und wie wir sie getrocknet und gelagert haben.

Dafür tragen wir aber auch selbst die Verantwortung für die richtige Pflanzenbestimmung, einen geeigneten Sammelort, hygienische Verarbeitung und vollständige Trocknung.

Bei gekauftem Tee übernehmen Hersteller beziehungsweise Händler einen Teil dieser Qualitätskontrolle. Gerade Pflanzen, die bei uns nicht wachsen oder die wir nicht sicher bestimmen können, kaufe ich deshalb lieber aus einer vertrauenswürdigen Quelle.

Für mich müssen sich beide Möglichkeiten nicht ausschließen.

Der eigene Vorrat kann genauso gut aus selbst gesammelten, selbst angebauten und bewusst gekauften Zutatenbestehen.

Zapfen sammeln – aber welcher Zapfen ist das eigentlich?

Im Herbst liegen im Wald überall Zapfen.

Und wahrscheinlich haben viele von uns als Kinder fast jeden davon einfach „Tannenzapfen“ genannt.

Botanisch stimmt das häufig gar nicht.

Tannenzapfen und Fichtenzapfen unterscheiden

Die Zapfen der Fichte hängen am Baum nach unten. Reife Fichtenzapfen können als Ganzes herunterfallen.

Bei einer Tanne stehen die Zapfen dagegen aufrecht auf den Zweigen. Bei der Reife zerfallen sie noch am Baum.

Deshalb ist der längliche vollständige „Tannenzapfen“, den wir auf dem Waldboden finden, häufig tatsächlich ein Fichtenzapfen.

Auch Kiefern und Lärchen bilden wieder anders aussehende Zapfen.

Wer Zapfen verwenden möchte, sollte deshalb zuerst herausfinden, von welchem Baum sie stammen.

Was ist mit grünen Zapfen?

Grüne Zapfen sind in der Regel noch unreif.

Sie hängen noch am Baum und unterscheiden sich damit deutlich von den trockenen braunen Zapfen, die wir vom Waldboden kennen.

Gerade junge Zapfen verschiedener Nadelbäume werden traditionell unterschiedlich verwendet. Hier ist eine sichere Bestimmung aber besonders wichtig.

Nicht jeder grüne Zapfen sollte einfach gesammelt und anschließend für Lebensmittel oder Hausmittel verwendet werden.

Auch das Abschneiden unreifer Zapfen von einem Baum ist etwas anderes als das Aufheben eines bereits heruntergefallenen Zapfens.

Zirbenzapfen

Die Zirbe (Pinus cembra) gehört botanisch zu den Kiefern.

Ihre Zapfen sind kräftig und zunächst grünlich bis violett gefärbt. Sie werden traditionell unter anderem für verschiedene Zubereitungen verwendet.

Zirbenzapfen kann man mittlerweile auch kaufen.

Wer sie kaufen möchte, sollte allerdings auf den vorgesehenen Verwendungszweck achten. Ein Zapfen, der ausschließlich als Dekorations- oder Bastelmaterial verkauft wird, ist nicht automatisch für Lebensmittel geeignet.

Das gilt übrigens für viele Naturprodukte.

Nur weil etwas natürlich aussieht, bedeutet es nicht automatisch, dass es zum Verzehr bestimmt ist.

Zapfen, Kräuter und Harze zum Räuchern

Nicht alles, was wir im Herbst sammeln, muss in die Küche.

Gerade jetzt beginnt auch wieder eine wunderschöne Zeit zum Räuchern.

Getrocknete Kräuter, geeignete Nadeln, Harze und bestimmte andere Pflanzenteile können Teil traditioneller Räuchermischungen sein.

Auch hier gilt: erst bestimmen, dann verwenden.

Und wer Harz sammelt, sollte nicht die Rinde eines gesunden Baumes verletzen, um an frisches Harz zu gelangen. Besser ist bereits ausgetretenes und ausgehärtetes Harz.

Darf ich einfach alles aus dem Wald mitnehmen?

Nein.

In Deutschland erlaubt die sogenannte Handstraußregelung, bestimmte nicht besonders geschützte wild lebende Pflanzen beziehungsweise Teile davon in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich zu entnehmen.

Das ist aber kein Freifahrtschein.

Geschützte Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden. In Naturschutzgebieten und anderen geschützten Bereichen können zusätzliche Verbote gelten. Auch Eigentumsrechte müssen beachtet werden.

Und unabhängig davon sollte immer nur so viel gesammelt werden, wie man tatsächlich benötigt.

Die Früchte, Samen und Nüsse des Herbstes sind schließlich nicht nur für uns da.

Sie sind auch Nahrung für zahlreiche Wildtiere.

Beim Sammeln gilt: Sicherheit vor Experimentierfreude

Gerade wenn etwas später gegessen, als Tee aufgegossen oder anderweitig am Körper verwendet werden soll, muss die Bestimmung eindeutig sein.

Ich würde deshalb niemals eine unbekannte Frucht oder Pflanze allein anhand eines Fotos aus dem Internet verwenden.

Wenn Zweifel bestehen, bleibt sie stehen.

Außerdem sollte nicht direkt an stark befahrenen Straßen, auf möglicherweise behandelten Flächen oder an offensichtlich verschmutzten Stellen gesammelt werden.

Mein Herbstkorb darf bunt gemischt sein

Genau das liebe ich am Herbst.

Im Korb müssen nicht zwanzig verschiedene Heilkräuter liegen.

Vielleicht kommen wir mit einer Handvoll Hagebutten nach Hause.

Beim nächsten Spaziergang finden wir Haselnüsse.

Im Garten schneiden wir noch etwas Minze oder Salbei zum Trocknen.

Später werden Walnüsse gesammelt.

Und einige schöne Zapfen nehmen wir für unsere Herbstdekoration oder spätere Räucherideen mit.

So entsteht nach und nach ein kleiner Vorrat aus dem, was die Jahreszeit gerade anbietet.

Denn auch wenn die Natur im Herbst langsam ruhiger wird, gibt es draußen noch unglaublich viel zu entdecken.

Man muss nur anfangen, wieder genauer hinzusehen. 🍂🌿

Spitzwegerichsalbe selber machen: Einfache Kräutersalbe mit Spitzwegerichöl

Spitzwegerichsalbe selber machen: Einfache Kräutersalbe mit Spitzwegerichöl

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zu den heimischen Wildpflanzen, die schon lange einen festen Platz im traditionellen Pflanzenwissen haben.

Vielleicht kennst du ihn von Wiesen und Wegrändern: schmale, lanzettliche Blätter, deutlich sichtbare Längsrippen und die typischen langen Blütenstiele.

Neben Tee, Sirup und anderen traditionellen Zubereitungen lässt sich Spitzwegerich auch für die äußerliche Kräuterpflege verwenden.

Eine besonders schöne Möglichkeit ist eine Spitzwegerichsalbe.

Doch bevor aus der Pflanze eine Salbe wird, braucht es zunächst einen wichtigen Zwischenschritt: einen Kräuterölauszug.

Welcher Teil des Spitzwegerichs wird verwendet?

Für einen Spitzwegerich-Ölauszug werden die Blätter verwendet.

Wenn du selbst sammelst, solltest du Spitzwegerich immer eindeutig bestimmen können.

Typisch sind:

  • lange, schmale Blätter
  • mehrere deutlich sichtbare Längsrippen
  • eine bodennahe Blattrosette
  • lange, weitgehend blattlose Blütenstiele

Sammle außerdem nur an sauberen Stellen und verwende gesundes Pflanzenmaterial.

Frisch oder getrocknet?

Bei Ölauszügen spielt Feuchtigkeit eine wichtige Rolle.

Frische Pflanzen enthalten naturgemäß Wasser. Dieses kann in einen Ölauszug gelangen und dessen Stabilität beeinflussen.

Für kleine, selbstgemachte Kräuteröle sind daher gut getrocknete Pflanzenteile häufig die übersichtlichere Variante.

Wichtig ist, dass die Blätter wirklich vollständig trocken sind.

Warum braucht man zuerst Spitzwegerichöl?

Eine einfache wasserfreie Kräutersalbe entsteht nicht direkt aus den Blättern.

Zunächst werden geeignete Pflanzenteile in einem Trägeröl ausgezogen.

So entsteht ein Kräuteröl beziehungsweise Mazerat.

Der Weg sieht vereinfacht so aus:

Spitzwegerichblätter → Kräuterölauszug → Spitzwegerichsalbe

Das fertige Kräuteröl bildet anschließend die Grundlage der Salbe.

Was ist ein Spitzwegerich-Mazerat?

Bei einem Mazerat werden geeignete Pflanzenteile für eine bestimmte Zeit mit einem Pflanzenöl in Kontakt gebracht.

Das Öl kann dabei vor allem fettlösliche Bestandteile aufnehmen.

Welche Menge Pflanzenmaterial verwendet wird, welches Trägeröl passt und wie lange der Auszug dauert, hängt von der jeweiligen Zubereitung ab.

Genau diese Punkte sind wichtig, wenn du später ein stabiles und gut dokumentiertes Kräuteröl herstellen möchtest.

Welches Öl eignet sich?

Für Kräuterölauszüge kommen unterschiedliche hautgeeignete Trägeröle infrage.

Zum Beispiel:

  • Olivenöl
  • High-Oleic-Sonnenblumenöl
  • Mandelöl
  • weitere geeignete kosmetische Pflanzenöle

Die Öle unterscheiden sich unter anderem in Geruch, Hautgefühl und Oxidationsstabilität.

Für kleine Hausansätze lohnt es sich, ein frisches und möglichst stabiles Öl zu wählen.

Wie wird aus dem Kräuteröl eine Salbe?

Nach dem Filtern kann ein geeigneter Spitzwegerich-Ölauszug als Grundlage für eine wasserfreie Pflegesalbe dienen.

Dafür wird das Kräuteröl mit einem Konsistenzgeber wie Bienenwachs kombiniert.

Das Prinzip ist einfach:

Kräuteröl + Wachs = Kräutersalbe

Wie weich oder fest die fertige Salbe wird, hängt unter anderem vom Verhältnis der beiden Bestandteile ab.

Mehr Öl macht eine Salbe tendenziell weicher.

Mehr Wachs macht sie fester.

Die genaue Rezeptur solltest du jedoch nicht einfach nach Gefühl verändern, sondern in kleinen Chargen testen und dokumentieren.

Warum wird eine Konsistenzprobe gemacht?

Eine frisch geschmolzene Salbenmischung wirkt zunächst flüssig.

Wie fest sie nach dem Abkühlen tatsächlich wird, erkennt man erst später.

Deshalb kann eine kleine Konsistenzprobe hilfreich sein.

So lässt sich einschätzen, ob die spätere Salbe eher weich, streichfähig oder fest wird.

Warum bleibt die Salbe wasserfrei?

Bei einer einfachen Salbe aus Öl und Wachs wird bewusst kein Wasser hinzugefügt.

Sobald Wasser Bestandteil einer kosmetischen Zubereitung wird, verändern sich die Anforderungen an Herstellung, Hygiene und Konservierung deutlich.

Für Einsteiger ist eine wasserfreie Salbe deshalb meist übersichtlicher.

Wofür wurde Spitzwegerich traditionell äußerlich verwendet?

Spitzwegerich besitzt eine lange Tradition in der europäischen Pflanzenkunde.

Auch die EMA führt Spitzwegerichblätter im Zusammenhang mit traditioneller äußerlicher Anwendung bei kleineren Hautentzündungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine selbstgemachte Spitzwegerichsalbe ein zugelassenes Arzneimittel ist. Gruene Seele Naturwissen

Eine selbstgemachte Kräutersalbe ist eine traditionell inspirierte Zubereitung zur äußeren Pflege und ersetzt keine medizinische Behandlung.

Spitzwegerich unterwegs

Viele kennen die traditionelle Anwendung eines frisch zerdrückten Spitzwegerichblattes unterwegs.

Dabei wird ein Blatt zwischen den Fingern gerieben oder zerdrückt.

Eine vorbereitete Kräutersalbe hat dagegen einen ganz praktischen Vorteil:

Sie lässt sich unabhängig von Jahreszeit und Standort verwenden und gehört für viele deshalb zur traditionellen Kräuter-Hauspraxis.

Sicherheit

Auch bei natürlichen Pflanzenstoffen können Unverträglichkeiten auftreten.

Eine selbstgemachte Kräutersalbe sollte nicht auf größere offene oder infizierte Wunden, stark nässende Hautstellen oder schwere Verbrennungen aufgetragen werden.

Bei deutlichen, ungewöhnlichen oder anhaltenden Hautveränderungen sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Bei starken allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich – beispielsweise Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Mund- und Rachenbereich – ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Du möchtest Spitzwegerichsalbe selbst herstellen?

Im E-Book „Kräuterauszüge & Salben selbst gemacht“ findest du den vollständigen Weg von der Pflanze bis zur fertigen Kräutersalbe.

Darin zeige ich dir unter anderem:

  • wie Kräuterölauszüge funktionieren
  • Kalt- und Warmauszug
  • Auswahl geeigneter Trägeröle
  • genaue Mengen und Arbeitsschritte
  • Filtern und Abfüllen
  • Salben-Grundrezept
  • Konsistenz anpassen
  • Ringelblumen-, Kamillen- und Schafgarbenöl
  • drei vollständige Pflegesalben
  • Hygiene, Lagerung und Sicherheit
  • weiteres Pflanzenwissen

→ E-Book „Kräuterauszüge & Salben selbst gemacht“ entdecken – 14,90 €

Fazit

Spitzwegerichsalbe beginnt nicht beim Bienenwachs, sondern bei der Pflanze.

Vom sicheren Erkennen über das Trocknen bis zum Kräuterölauszug greifen mehrere Arbeitsschritte ineinander.

Wer diese Grundlagen versteht, kann später viel besser nachvollziehen, wie aus einer heimischen Wildpflanze eine einfache Kräuterpflege entsteht.