Ölauszug selber machen: Kräuter in Öl ansetzen – so funktioniert ein Mazerat
Ringelblumen in ein Glas geben, Öl darüber gießen und einige Wochen warten.
So einfach wird ein Kräuter-Ölauszug häufig beschrieben.
Und grundsätzlich steckt darin tatsächlich das Prinzip eines Mazerats.
Aber wenn wir verstehen möchten, was dabei eigentlich passiert, wird es wesentlich interessanter.
Warum nimmt man überhaupt Öl?
Welche Pflanzenstoffe gelangen ins Öl – und welche nicht?
Warum werden für einfache selbstgemachte Ölauszüge häufig getrocknete Pflanzen empfohlen?
Muss das Glas wirklich vier Wochen in die pralle Sonne?
Und was hat unser Ölauszug später mit einer selbstgemachten Salbe zu tun?
Genau das schauen wir uns heute an.
Was ist ein Ölauszug?
Ein Ölauszug wird auch Ölmazerat oder kurz Mazerat genannt.
Dabei werden Pflanzenteile für eine bestimmte Zeit mit einem Pflanzenöl in Kontakt gebracht.
Das Öl übernimmt dabei zwei Aufgaben:
Es ist einerseits unser Trägerstoff.
Gleichzeitig dient es als Extraktionsmittel.
Bestimmte Bestandteile der Pflanze können aus dem Pflanzenmaterial in das Öl übergehen.
Nach der Mazerationszeit werden die Pflanzenteile herausgefiltert.
Übrig bleibt das Pflanzenöl mit den darin gelösten beziehungsweise aufgenommenen Bestandteilen.
Öl zieht nicht einfach alles aus einer Pflanze
Man liest häufig:
„Das Öl zieht die Wirkstoffe aus den Kräutern.“
Das ist zwar als vereinfachte Erklärung verständlich – aber eigentlich zu pauschal.
Pflanzen enthalten sehr unterschiedliche Stoffe.
Und nicht jeder Stoff löst sich in jedem Lösungsmittel gleich gut.
Öl ist ein überwiegend unpolares beziehungsweise lipophiles Medium. Es eignet sich daher besonders dazu, fettlösliche oder fettliebende Pflanzenbestandteile aufzunehmen.
Viele stärker wasserlösliche Bestandteile werden dagegen durch Wasser oder andere polare Lösungsmittel wesentlich besser extrahiert.
Deshalb kann dieselbe Pflanze je nach Auszugsmethode ein ganz anderes chemisches Profil ergeben.
Ein Tee ist also nicht einfach die wässrige Version desselben Pflanzenextrakts, den wir mit Öl herstellen.
Und ein Ölauszug enthält nicht automatisch „alles Gute aus der Pflanze“.
Das verwendete Lösungsmittel entscheidet mit darüber, was wir überhaupt herauslösen.
Genau deshalb gibt es Teeauszüge, Tinkturen, Ölauszüge und andere Extraktionsverfahren.
Warum verwenden wir Öl?
Für unsere spätere Salbenherstellung hat Öl einen großen Vorteil.
Es kann direkt die Ölphase unserer wasserfreien Salbe bilden.
Erinnerst du dich an unser Grundrezept?
Pflanzenöl + Bienenwachs = einfache Salbengrundlage
Statt eines normalen Pflanzenöls können wir später ein geeignetes Kräutermazerat verwenden.
Dann wird daraus:
Kräuter-Ölauszug + Bienenwachs = einfache Kräutersalbe
Jetzt beginnt sich unser kleiner Salben-Baukasten zusammenzusetzen.
Welche Pflanzen eignen sich für einen Ölauszug?
Traditionell werden ganz unterschiedliche Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile in Öl angesetzt.
Für unsere kommenden Projekte sind beispielsweise interessant:
- Ringelblume
- Johanniskraut
- bestimmte Kräuter
- Blüten
- ausgewählte Wurzeln
Aber:
Nicht jede Pflanze wird auf dieselbe Weise verarbeitet.
Welche Pflanzenteile verwendet werden, ob frisches oder getrocknetes Material traditionell üblich ist und welches Extraktionsverfahren sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Pflanze ab.
Deshalb möchte ich später für unsere einzelnen Pflanzen eigene Anleitungen erstellen.
Heute bauen wir erst das Grundverständnis.
Frische oder getrocknete Kräuter?
Hier wird es besonders interessant.
Frische Pflanzen bestehen zu einem erheblichen Teil aus Wasser.
Gibst du frisches Pflanzenmaterial in Öl, bringst du deshalb gleichzeitig Feuchtigkeit in deinen Ansatz.
Und genau das möchten wir bei einem einfachen, wasserarmen beziehungsweise wasserfreien Produkt möglichst kontrollieren.
Feuchtigkeit kann die Lagerstabilität verschlechtern und mikrobielles Wachstum begünstigen.
Für einen unkomplizierten Ölauszug zu Hause sind deshalb vollständig getrocknete Pflanzenteile häufig die einfachere Ausgangsbasis.
Aber daraus sollten wir nicht die Regel machen:
„Ölauszüge dürfen niemals aus frischen Pflanzen hergestellt werden.“
Das wäre ebenfalls falsch.
Manche traditionellen Mazerate werden aus frischen Pflanzen hergestellt
Ein bekanntes Beispiel ist Johanniskrautöl.
Traditionelle Herstellungsverfahren können mit frischem Pflanzenmaterial arbeiten.
Und hier zeigt sich wieder, warum Naturwissen selten in einen einzigen Satz passt.
Ob frisch oder getrocknet sinnvoller ist, hängt unter anderem ab von:
- der Pflanzenart,
- dem gewünschten Extrakt,
- dem Herstellungsverfahren,
- der späteren Verwendung
- und den Lagerbedingungen.
Für unsere ersten Versuche mit selbstgemachter Naturkosmetik bleiben wir trotzdem bewusst bei gut getrocknetem Pflanzenmaterial.
Damit reduzieren wir eine unnötige Fehlerquelle.
Woran erkenne ich, dass Kräuter wirklich trocken sind?
Das ist schwieriger, als es klingt.
Nur weil eine Blüte außen trocken aussieht, muss sie im Inneren noch nicht vollständig trocken sein.
Gut getrocknete Blätter fühlen sich normalerweise trocken und raschelig an.
Stängel brechen eher, als dass sie sich weich biegen.
Dickere Blütenköpfe und Wurzeln benötigen entsprechend länger.
Wenn du dir unsicher bist, lasse das Pflanzenmaterial lieber noch etwas nachtrocknen.
Für einen Ölauszug gilt:
Trocken ist hier wichtiger als hübsch.
Welche Öle eignen sich?
Jetzt brauchen wir unser Trägeröl.
Für selbstgemachte Mazerate werden beispielsweise verwendet:
- Olivenöl
- Sonnenblumenöl
- Mandelöl
- andere für die Hautpflege geeignete Pflanzenöle
Welches Öl ideal ist, hängt davon ab, was du später daraus machen möchtest.
Ein Öl bringt schließlich selbst Eigenschaften mit:
Geruch.
Farbe.
Hautgefühl.
Oxidationsstabilität.
Und natürlich seine eigene Fettsäurezusammensetzung.
Für den Einstieg finde ich ein relativ oxidationsstabiles, hautgeeignetes Öl sinnvoll.
Olivenöl ist beispielsweise traditionell sehr verbreitet und vergleichsweise stabil, besitzt aber einen deutlichen Eigengeruch.
Mandelöl fühlt sich anders an, ist jedoch oxidativ weniger stabil als manche anderen Grundlagen.
Es gibt also nicht das eine perfekte Öl für jedes Mazerat.
Warum die Haltbarkeit des Öls wichtig ist
Auch ein perfekt hergestellter Kräuterauszug kann nicht besser altern als seine empfindlichen Bestandteile.
Pflanzenöle oxidieren mit der Zeit.
Dabei können sie ranzig werden.
Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem von ihrer Fettsäurezusammensetzung sowie von:
- Sauerstoff,
- Licht,
- Wärme
- und Lagerdauer
ab.
Deshalb würde ich niemals ein Pflanzenöl verwenden, das bereits seit Ewigkeiten geöffnet im warmen Küchenschrank steht.
Beginne mit einem frischen Öl guter Qualität.

Methode 1: Kaltauszug
Die klassische und sehr einfache Methode ist die Mazeration bei moderater Temperatur.
Du brauchst
- vollständig getrocknetes Pflanzenmaterial
- ein geeignetes Pflanzenöl
- ein sauberes und vollkommen trockenes Glas
- später ein feines Filtermaterial
- eine saubere dunkle Flasche oder ein dunkles Glas
Schritt 1: Pflanzen vorbereiten
Zerkleinere das getrocknete Pflanzenmaterial etwas.
Du musst daraus kein Pulver machen.
Durch eine moderate Zerkleinerung wird die Oberfläche vergrößert, die mit dem Öl in Kontakt kommt.
Schritt 2: Ins Glas geben
Fülle die getrockneten Pflanzenteile locker in dein sauberes, trockenes Glas.
Stopfe sie nicht extrem fest hinein.
Schritt 3: Mit Öl bedecken
Gieße nun so viel Pflanzenöl darüber, dass das Pflanzenmaterial vollständig mit Öl bedeckt ist.
Das ist wichtig.
Pflanzenteile, die dauerhaft aus dem Öl herausragen, sind unerwünscht.
Rühre vorsichtig um oder bewege das Glas, damit eingeschlossene Luftblasen aufsteigen können.
Danach gegebenenfalls noch etwas Öl ergänzen.
Wie viel Pflanze und wie viel Öl?
Für standardisierte pharmazeutische Extrakte werden genaue Droge-Extrakt-Verhältnisse verwendet.
Bei traditionellen Hausrezepten begegnet man dagegen häufig Angaben wie:
„Glas zur Hälfte mit Kräutern füllen und mit Öl bedecken.“
Für unsere eigenen späteren Rezepte möchte ich genauer arbeiten.
Deshalb werden wir für konkrete Pflanzen möglichst Gewichtsangaben und nachvollziehbare Verhältnisseverwenden.
Das hat einen einfachen Vorteil:
Wenn dir ein Ansatz gefällt, kannst du ihn wiederholen.
„Eine Handvoll Kräuter“ kann schließlich heute etwas völlig anderes bedeuten als nächsten Sommer.
Muss der Ölauszug auf die sonnige Fensterbank?
Hier kommt ein weiterer Mythos, den wir differenziert betrachten sollten.
Traditionell werden manche Ölauszüge tatsächlich in der Sonne beziehungsweise an warmen Orten angesetzt.
Daraus entstand die häufige Anleitung:
„Vier Wochen in die pralle Sonne stellen.“
Das ist aber nicht automatisch für jedes Öl und jede Pflanze die beste Lösung.
Licht und Wärme können einerseits die Extraktion beeinflussen.
Andererseits beschleunigen Licht, Wärme und Sauerstoff auch unerwünschte Oxidationsprozesse in Pflanzenölen.
Untersuchungen an Johanniskraut-Mazeraten zeigen außerdem sehr deutlich, dass Temperatur und Licht die Zusammensetzung des fertigen Ölauszuges beeinflussen können.
Die richtige Schlussfolgerung lautet deshalb nicht:
„Sonne ist immer gut.“
Aber auch nicht:
„Sonne ist grundsätzlich falsch.“
Sondern:
Die Extraktionsbedingungen gehören zur Rezeptur.
Für unsere einfachen Hausansätze bevorzuge ich deshalb einen warmen, aber nicht heiß aufgeheizten Platz ohne intensive Dauerbestrahlung – sofern das konkrete Pflanzenrezept nichts anderes vorsieht.
Wie lange muss ein Kaltauszug ziehen?
Auch hier findet man häufig die berühmten:
3 bis 6 Wochen.
Solche Zeiträume stammen vor allem aus traditionellen Herstellungsverfahren.
Wie viel tatsächlich extrahiert wird, hängt jedoch von vielen Faktoren ab:
- Pflanze
- Pflanzenteil
- Zerkleinerungsgrad
- Verhältnis Pflanze zu Öl
- Temperatur
- Licht
- Öl
- gewünschte Inhaltsstoffe
Eine längere Zeit bedeutet deshalb nicht automatisch:
mehr = besser.
Für unsere konkreten Kräutermazerate legen wir später jeweils einen nachvollziehbaren Zeitraum fest.
Zwischendurch kontrollieren
Schau während der Mazeration regelmäßig nach deinem Ansatz.
Sind alle Pflanzenteile noch mit Öl bedeckt?
Siehst du Feuchtigkeit oder auffällige Veränderungen?
Riecht der Ansatz normal?
Hat sich etwas sichtbar verändert?
Ein Ölauszug ist kein Glas, das wir vier Wochen vergessen und anschließend blind verwenden.
Beobachten gehört zur Herstellung.
Methode 2: Warmauszug
Ein Ölauszug kann auch mithilfe kontrollierter Wärme hergestellt werden.
Wärme kann Extraktionsvorgänge beschleunigen.
Das bedeutet aber nicht:
Kräuter in Öl werfen und kräftig kochen.
Hohe Temperaturen können sowohl Bestandteile der Pflanze als auch das Trägeröl verändern.
Für einen schonenden Warmauszug arbeitet man deshalb mit kontrollierter niedriger Wärme, beispielsweise über ein geeignetes Wasserbad.
Welche Temperatur und Zeit sinnvoll sind, hängt wiederum von Pflanze, Öl und gewünschtem Extrakt ab.
Und genau deshalb werde ich dir hier absichtlich keine angeblich universelle Temperatur-Zeit-Kombination verkaufen.
Bei unseren konkreten Pflanzenrezepten legen wir das passend fest.
Kalt oder warm – was ist besser?
Keine Methode gewinnt grundsätzlich.
Der Kaltauszug ist:
- einfach,
- benötigt wenig Technik,
- braucht dafür mehr Zeit.
Der Warmauszug:
- beschleunigt die Extraktion,
- verlangt aber mehr Temperaturkontrolle.
Und auch hier können am Ende unterschiedliche Extrakte entstehen.
Das ist ein wichtiger Gedanke:
Ein Mazerat ist nicht nur Pflanze + Öl.
Die Herstellung gehört zum Ergebnis.
Nach dem Ausziehen: sorgfältig filtern
Ist die Mazerationszeit beendet, müssen die Pflanzenteile aus dem Öl entfernt werden.
Gieße das Öl durch ein geeignetes feines Filtermaterial in ein sauberes und vollständig trockenes Gefäß.
Je nach Pflanzenmaterial kann ein zweiter Filterdurchgang sinnvoll sein.
Wir möchten möglichst wenige Pflanzenreste im fertigen Öl zurücklassen.
Lasse dir dabei Zeit.
Gerade feine Pflanzenpartikel können überraschend hartnäckig sein.
Sollte man die Kräuter kräftig ausdrücken?
Das liest man ebenfalls häufig.
Bei vollständig getrocknetem Material kann vorsichtiges Auspressen die Ölausbeute erhöhen.
Allerdings gelangen dadurch auch mehr feine Partikel in das Öl.
Ich bevorzuge für unsere kleinen kosmetischen Ansätze deshalb:
gut ablaufen lassen und anschließend sauber nachfiltern.
Ein paar Milliliter mehr Öl sind mir weniger wichtig als ein sauberer Ansatz.
Beschriften – wirklich!
Das klingt banal.
Aber nach drei Monaten sehen drei Gläser mit gelblichem Öl erstaunlich ähnlich aus. 😄
Auf dein Etikett gehören mindestens:
Pflanze
verwendeter Pflanzenteil
Trägeröl
Herstellungsdatum
Filtrations-/Abfülldatum
Optional kannst du außerdem das Verhältnis von Pflanze zu Öl notieren.
So entsteht nach und nach dein eigenes kleines Naturkosmetik-Archiv.
Wie lagere ich ein fertiges Mazerat?
Nach dem Filtern sollte der Ölauszug:
- gut verschlossen,
- möglichst vor Licht geschützt,
- kühl
- und trocken
gelagert werden.
Dunkles Glas kann zusätzlichen Lichtschutz bieten.
Und auch hier gilt:
Stelle lieber kleinere Mengen her.
Wie lange ist ein selbstgemachter Ölauszug haltbar?
Eine pauschale Aussage wie:
„Selbstgemachtes Kräuteröl hält genau ein Jahr.“
möchte ich nicht machen.
Die Haltbarkeit hängt unter anderem ab von:
- dem verwendeten Trägeröl,
- dessen Frische,
- Oxidationsstabilität,
- Pflanzenmaterial,
- Restfeuchte,
- Hygiene,
- Licht,
- Temperatur
- und Sauerstoffkontakt.
Orientiere dich deshalb nicht nur an einem Kalenderdatum.
Beobachte das Öl.
Woran erkenne ich, dass mein Ölauszug nicht mehr gut ist?
Achte besonders auf:
auffällig ranzigen oder ungewöhnlichen Geruch
sichtbaren Schimmel
ungewöhnliche Gasbildung
auffällige Feuchtigkeit beziehungsweise wässrige Phasen
starke unerklärliche Veränderungen
Im Zweifel:
weg damit.
Bei selbstgemachter Naturkosmetik lohnt es sich nicht, wegen 100 Millilitern Öl ein fragwürdiges Produkt weiterzuverwenden.
Ist Vitamin E ein Konservierungsmittel?
Hier begegnen wir unserem alten Bekannten aus dem Salbenartikel wieder.
Vitamin E beziehungsweise Tocopherol kann als Antioxidans eingesetzt werden und damit oxidative Prozesse in Ölen verlangsamen.
Es ist aber kein Ersatz für eine antimikrobielle Konservierung eines wasserhaltigen Produktes.
Das ist besonders wichtig, wenn jemand frische, wasserreiche Pflanzenteile verwendet und anschließend denkt:
„Ich gebe Vitamin E hinein, dann ist alles konserviert.“
So funktioniert das nicht.
Wichtig: Ein kosmetischer Ölauszug ist kein Kräuteröl für die Küche
Der hier beschriebene Ölauszug ist ausschließlich für äußerliche kosmetische Anwendungen gedacht.
Speiseöle mit Kräutern, Knoblauch oder anderen Zutaten sind ein anderes Thema und benötigen eigene Regeln für Herstellung und Lagerung. Besonders bei frischen Zutaten kann unter bestimmten Bedingungen ein ernstes mikrobiologisches Risiko entstehen.
Die Anleitung in diesem Artikel sollte deshalb nicht zur Herstellung von Kräuterölen für den Verzehr verwendet werden.
Bei selbstgemachter Naturkosmetik bleiben wir bei dem, worum es hier geht: einem Ölauszug zur äußerlichen Anwendung und zur späteren Weiterverarbeitung, beispielsweise in einer Salbe.
Vom Ölauszug zur selbstgemachten Kräutersalbe
Jetzt schließt sich der Kreis zu unserem Salben-Grundrezept.
Aus einem geeigneten Pflanzenöl und Bienenwachs lässt sich bereits eine einfache wasserfreie Salbe herstellen. Ersetzen wir das normale Pflanzenöl durch einen selbst hergestellten Kräuter-Ölauszug, entsteht daraus die Grundlage für eine Kräutersalbe.
Das Prinzip ist also erstaunlich einfach:
Pflanze → Ölauszug → Salbe
Ein schönes Beispiel dafür ist die Ringelblume. Ihre Blüten können für einen Ölauszug verwendet werden, der anschließend zu einer Ringelblumensalbe weiterverarbeitet werden kann.
Doch bevor man einfach Pflanzen in Öl einlegt, lohnt sich genau das Wissen, das hinter einem Mazerat steckt: Welche Bestandteile kann Öl überhaupt aufnehmen? Wie viel Feuchtigkeit bringt das Pflanzenmaterial mit? Welches Trägeröl eignet sich? Und wie beeinflussen Zeit, Licht und Wärme den Auszug?
Wer diese Grundlagen verstanden hat, muss später nicht mehr jedes Rezept blind nachmachen.
Man versteht, warum die einzelnen Schritte notwendig sind – und kann einen Ölauszug viel bewusster herstellen.
Und genau darin liegt für mich das Spannende am Selbermachen:
Aus einer Pflanze wird nicht einfach irgendwie ein Glas Kräuteröl.
Man beginnt zu verstehen, was zwischen Pflanze, Öl, Zeit und Verarbeitung tatsächlich passiert.
Und plötzlich ist ein kleines Glas auf dem Regal nicht mehr nur selbstgemachte Naturkosmetik.
Es ist ein kleines Stück angewandtes Naturwissen.


