Bucheckern sammeln und verarbeiten – kleine Schätze unter der Buche

Bucheckern sammeln und verarbeiten – kleine Schätze unter der Buche

Im Herbst lohnt es sich, beim Waldspaziergang nicht nur nach oben in die bunten Baumkronen zu schauen.

Unter großen Buchen liegen manchmal unzählige kleine braune Früchte auf dem Boden. Viele laufen einfach darüber hinweg – dabei handelt es sich um Bucheckern, die Früchte unserer Rotbuche.

Früher wurden Bucheckern wesentlich häufiger genutzt. Heute sind sie ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei besitzen die kleinen Nüsschen einen angenehm nussigen Geschmack und lassen sich nach der richtigen Verarbeitung durchaus in der Küche verwenden.

Einen wichtigen Unterschied zu Hasel- oder Walnüssen gibt es allerdings:

Bucheckern sollten nicht einfach roh geknabbert werden.

Was sind Bucheckern?

Bucheckern sind die Früchte der Rotbuche (Fagus sylvatica).

Die eigentlichen Nüsschen sind klein, braun und auffällig dreikantig. Meist befinden sich zwei Bucheckern gemeinsam in einer stacheligen Fruchthülle.

Wenn die Früchte reif werden, öffnet sich diese Hülle und die Bucheckern fallen zu Boden. Die typische Sammelzeit liegt ungefähr zwischen September und November.

Wie erkenne ich eine Rotbuche?

Bevor etwas aus der Natur in unserer Küche landet, sollte natürlich zuerst der Baum eindeutig bestimmt werden.

Die Rotbuche ist ein großer Laubbaum mit glatter, überwiegend grauer Rinde. Ihre Blätter sind oval und besitzen einen leicht gewellten Rand.

Im Herbst verfärbt sich das Laub gelblich bis braun.

Besonders charakteristisch sind natürlich die Früchte selbst: Öffnet sich die stachelige Hülle, kommen die kleinen dreieckigen beziehungsweise dreikantigen Bucheckern zum Vorschein.

Wann kann ich Bucheckern sammeln?

Ab September beginnt die eigentliche Bucheckernzeit.

Am einfachsten werden reife Früchte vom Boden gesammelt, nachdem sie aus den geöffneten Fruchthüllen gefallen sind.

Allerdings produziert eine Buche nicht jedes Jahr gleich viele Früchte. In sogenannten Mastjahren können unglaublich viele Bucheckern unter den Bäumen liegen, während die Ernte in anderen Jahren wesentlich geringer ausfällt.

Beim Sammeln würde ich trotzdem niemals alles mitnehmen.

Bucheckern sind schließlich auch Nahrung für Wildtiere.

Woran erkenne ich gute Bucheckern?

Nicht jede Buchecker, die auf dem Boden liegt, ist noch verwendbar.

Ein einfacher erster Test ist heißes beziehungsweise kochendes Wasser. Das BZfE empfiehlt, die gesammelten Früchte damit zu übergießen. Oben schwimmende Bucheckern werden aussortiert, da sie häufig hohl, alt oder verdorben sind.

Danach werden die brauchbaren Früchte abgetropft und geschält.

Schimmelige, auffällig verfärbte oder beschädigte Exemplare würde ich grundsätzlich entsorgen.

Kann man Bucheckern roh essen?

Hier müssen wir besonders aufpassen.

Bucheckern sind roh leicht giftig und sollten deshalb vor dem Verzehr erhitzt werden.

Das BZfE nennt unter anderem Alkaloide und Oxalsäure als problematische Inhaltsstoffe. Größere Mengen roher Bucheckern können beispielsweise Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen verursachen.

Deshalb gilt für unsere Naturküche:

Bucheckern vor dem Essen immer erhitzen.

Rösten, Braten oder Überbrühen macht die problematischen Stoffe unschädlich.

Damit gehören Bucheckern zu den Wildfunden, bei denen die richtige Verarbeitung wirklich Teil des Rezepts ist.

Bucheckern schälen

Und jetzt kommt der etwas fummelige Teil. 😂

Zuerst muss die harte braune Schale entfernt werden.

Darunter befindet sich der helle Kern, den wir anschließend weiterverarbeiten können.

Wer eine größere Menge gesammelt hat, merkt ziemlich schnell:

Bucheckern sind kein Fast Food.

Aber genau das gehört für mich irgendwie dazu. Wir sammeln etwas in der Natur und beschäftigen uns anschließend ganz bewusst damit.

Bucheckern rösten

Eine einfache Möglichkeit ist das Rösten in der Pfanne.

Das BZfE empfiehlt, die geschälten Bucheckern mit etwas Öl und einer Prise Salz für wenige Minuten in einer beschichteten Pfanne zu rösten. Dadurch entwickelt sich ihr nussiges bis leicht malzig-herbes Aroma besonders schön.

Anschließend können die gerösteten Nüsschen direkt weiterverwendet werden.

Wie schmecken Bucheckern?

Geröstete Bucheckern schmecken nussig und leicht herb.

Dadurch passen sie sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Gerichten.

Und plötzlich werden aus den kleinen braunen Dreiecken auf dem Waldboden ziemlich interessante Küchenzutaten.

Was kann ich aus Bucheckern machen?

Geröstete Bucheckern können beispielsweise als knuspriges Topping über einen Salat, eine Suppe oder Gemüse gegeben werden.

Man kann daraus aber noch wesentlich mehr machen.

Das BZfE nennt unter anderem Pesto, Brot, Crêpes und Kuchen als Verwendungsmöglichkeiten. Auch karamellisierte Bucheckern oder mit Schokolade überzogene Varianten sind möglich.

Damit haben wir schon einige Ideen für unsere Naturküche.

Bucheckern-Pesto

Das finde ich besonders spannend.

Geröstete Bucheckern lassen sich ähnlich wie andere Nüsse oder Kerne für ein Pesto verwenden.

Zusammen mit Kräutern, einem geeigneten Öl und weiteren Zutaten entsteht daraus ein richtig herbstlicher Brotaufstrich beziehungsweise eine Sauce für Pasta.

Das ist definitiv ein Rezept, das wir später einmal separat ausprobieren können.

Kann man aus Bucheckern Mehl machen?

Ja.

Nach der notwendigen Erhitzung können Bucheckern gemahlen und als Mehlbestandteil verwendet werden.

Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass man in einem normalen Backrezept das komplette Getreidemehl einfach 1:1 durch Bucheckern ersetzt.

Interessanter ist es, Bucheckernmehl als aromatische Zutat beispielsweise in Brot, Kuchen oder Pfannkuchen beziehungsweise Crêpes einzubauen.

Was steckt in Bucheckern?

Die kleinen Früchte sind erstaunlich energiereich.

Nach Angaben des BZfE besitzen Bucheckern einen Fettgehalt von etwa 40 Prozent und enthalten viele ungesättigte Fettsäuren. Außerdem liefern sie unter anderem B-Vitamine sowie Spurenelemente wie Zink und Eisen.

Das macht sie zu einem interessanten Lebensmittel – aber eben erst nach der richtigen Verarbeitung.

Bucheckern sammeln oder kaufen?

Bucheckern gehören zu den Lebensmitteln, die man normalerweise nicht einfach neben Walnüssen und Haselnüssen im Supermarkt findet.

Gerade deshalb ist das Sammeln so interessant.

Wer keine Rotbuche sicher erkennen kann oder keinen geeigneten Sammelort kennt, muss sie aber natürlich nicht auf Biegen und Brechen selbst sammeln.

Bei Wildpflanzen und Wildfrüchten gilt für mich immer:

Lieber etwas stehen lassen als etwas verwenden, das ich nicht sicher bestimmen kann.

Wo sollte ich keine Bucheckern sammeln?

Direkt an stark befahrenen Straßen oder offensichtlich verschmutzten Stellen würde ich nicht für die Küche sammeln.

Außerdem gelten auch bei Bucheckern die Regeln für das Sammeln in der Natur. Kleine Mengen für den persönlichen Bedarf können unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein; Schutzgebiete, geschützte Bestände, örtliche Regelungen und Eigentumsrechte müssen aber berücksichtigt werden.

Und selbst dort, wo gesammelt werden darf, brauchen wir keinen ganzen Eimer.

Ein Teil der Herbsternte gehört den Tieren, die im Wald davon leben.

Bucheckern – klein, unscheinbar und fast vergessen

Genau solche Dinge liebe ich an unseren Herbstspaziergängen.

Man läuft vielleicht jahrelang über Bucheckern hinweg.

Und irgendwann bleibt man stehen, nimmt eine dieser kleinen dreikantigen Früchte in die Hand und stellt fest:

Das kann man tatsächlich verwenden.

Natürlich nicht einfach roh aus der Schale.

Aber richtig verarbeitet und geröstet wird daraus eine kleine herbstliche Zutat mit einem ganz eigenen Geschmack.

Und plötzlich sieht der Waldboden wieder ein bisschen anders aus. 🍂🌰

Hagebutten sammeln und verarbeiten – der rote Schatz des Herbstes

Hagebutten verarbeiten – was du aus den roten Früchten alles machen kannst

Wenn im Herbst die roten Hagebutten an den Hecken leuchten, stellt sich schnell die Frage: Was kann man eigentlich alles daraus machen?

Die Antwort: erstaunlich viel.

Hagebutten eignen sich nicht nur für Tee. Aus den reifen Früchten lassen sich unter anderem Mus, Fruchtaufstrich, Chutney, Essig und getrocknete Hagebutten herstellen.

Wann sind Hagebutten reif?

Reife Hagebutten erkennst du an ihrer kräftig roten bis orange-roten Farbe.

Je nach Sorte und Reifegrad sind die Früchte zunächst eher fest. Später werden sie zunehmend weicher. Auch nach den ersten kühlen Nächten oder Frösten können Hagebutten noch geerntet werden.

Für die Verarbeitung sollten die Früchte einwandfrei sein und keine schimmeligen oder stark beschädigten Stellen aufweisen.

Hagebutten sammeln

Hagebutten wachsen an verschiedenen Rosenarten. Besonders bekannt ist die Hundsrose (Rosa canina).

Beim Sammeln solltest du darauf achten:

  • nur sicher bestimmte Früchte verwenden
  • saubere Sammelorte wählen
  • stark befahrene Straßen meiden
  • keine beschädigten oder verdorbenen Früchte sammeln
  • wegen der Dornen am besten Handschuhe tragen

Und wie beim Wildsammeln generell gilt: nicht alles abernten. Ein Teil der Früchte darf gerne am Strauch bleiben.

Was steckt in einer Hagebutte?

Im Inneren befinden sich zahlreiche kleine Kerne und feine Härchen.

Diese Härchen können Haut und Schleimhäute reizen. Deshalb werden sie bei vielen Zubereitungen sorgfältig entfernt oder das Fruchtmus später sehr fein passiert.

Gerade bei der Verarbeitung lohnt es sich deshalb, gründlich zu arbeiten.

Was kann man aus Hagebutten machen?

Jetzt wird es spannend, denn die kleinen roten Früchte sind ausgesprochen vielseitig.

1. Hagebuttenmus

Eine der klassischen Möglichkeiten ist Hagebuttenmus.

Durch die Verarbeitung entsteht ein fruchtiges, leicht säuerliches Mus, das sich vielseitig verwenden lässt.

Es passt zum Beispiel:

  • auf Brot oder Brötchen
  • zu Porridge
  • in Joghurt
  • zu Pfannkuchen
  • zu Gebäck
  • zu Desserts

Du möchtest Hagebuttenmus selbst machen?

Das vollständige Rezept findest du auf meiner Bonus-Rezeptkarte Hagebuttenmus im Set „10 Kräuter-Rezeptkarten + Bonus“.

Dort findest du die genauen Mengen, die Vorbereitung der Früchte und die komplette Schritt-für-Schritt-Zubereitung.

2. Hagebuttentee

Getrocknete Hagebutten gehören zu den klassischen Zutaten für Früchtetee.

Dafür werden die vorbereiteten Früchte sorgfältig getrocknet und anschließend trocken gelagert.

Hagebutten lassen sich dabei auch wunderbar mit anderen getrockneten Früchten oder Kräutern kombinieren.

3. Hagebutten trocknen

Trocknen ist eine schöne Möglichkeit, Hagebutten für später aufzubewahren.

Wichtig ist, dass die vorbereiteten Früchte wirklich vollständig trocknen.

Restfeuchtigkeit kann die Lagerfähigkeit beeinträchtigen.

Die getrockneten Hagebutten anschließend:

  • trocken
  • dunkel
  • gut verschlossen

aufbewahren.

4. Hagebuttenessig

Eine weniger bekannte Möglichkeit ist Hagebuttenessig.

Dabei bekommt der Essig durch die Früchte eine fruchtige Note und kann je nach Ansatz auch eine schöne rötliche Färbung annehmen.

Ein solcher Essig eignet sich beispielsweise für:

  • Salate
  • Dressings
  • herbstliche Gemüsegerichte
  • kleine selbstgemachte Küchengeschenke

5. Hagebuttenkonfitüre oder Fruchtaufstrich

Auch für Konfitüre oder Fruchtaufstrich eignen sich Hagebutten.

Ihr fruchtig-säuerliches Aroma ergibt einen besonderen Aufstrich, der sich deutlich von klassischen Sorten wie Erdbeere oder Aprikose unterscheidet.

Hagebutte lässt sich dabei auch mit anderen Früchten oder herbstlichen Gewürzen kombinieren.

6. Hagebutten-Chutney

Hagebutten müssen nicht immer süß verarbeitet werden.

Ein Chutney verbindet die fruchtige Säure der Hagebutte mit würzigen und herzhaften Zutaten.

So entsteht eine interessante Begleitung beispielsweise zu:

  • Käse
  • Ofengemüse
  • Kartoffelgerichten
  • herzhaften Herbstgerichten

7. Getrocknete Hagebutten als kleiner Fruchtvorrat

Vorbereitete und vollständig getrocknete Hagebutten lassen sich auch unabhängig vom Tee aufbewahren.

So hast du die Früchte auch außerhalb der Erntezeit griffbereit und kannst sie später für unterschiedliche Küchenideen verwenden.

Muss man Hagebutten immer entkernen?

Das hängt von der jeweiligen Verarbeitung ab.

Bei manchen Zubereitungen werden die Früchte vorher geöffnet und Kerne sowie Härchen entfernt.

Bei anderen Methoden werden die Früchte zunächst verarbeitet und anschließend sehr fein passiert.

Entscheidend ist, dass die feinen Härchen nicht im fertigen Produkt bleiben.

Hagebutten vor oder nach dem Frost ernten?

Beides ist möglich.

Vor dem Frost sind die Früchte meist noch fester.

Nach Frost können sie weicher werden, was die Verarbeitung je nach Rezept erleichtern kann.

Wer feste Früchte für das Trocknen oder eine bestimmte Verarbeitung möchte, kann entsprechend früher ernten.

Frische Hagebutten verarbeiten

Nach dem Sammeln solltest du die Früchte zunächst gründlich verlesen.

Beschädigte oder verdorbene Hagebutten aussortieren.

Danach hängt die weitere Vorbereitung davon ab, was du daraus machen möchtest:

Trocknen, Mus, Tee, Essig, Fruchtaufstrich oder Chutney brauchen jeweils eine etwas andere Verarbeitung.

Hagebutten richtig lagern

Frische Hagebutten solltest du möglichst zeitnah weiterverarbeiten.

Getrocknete Früchte gehören in ein sauberes, trockenes und gut verschließbares Gefäß.

Wenn sich Geruch, Farbe oder Oberfläche auffällig verändern oder Feuchtigkeit beziehungsweise Schimmel sichtbar werden, die Früchte nicht mehr verwenden.

Welche Hagebutten kann man verwenden?

Verschiedene Rosenarten bilden Hagebutten.

Für die Küche gilt trotzdem:

Nur sammeln und verwenden, was du sicher bestimmen kannst.

Auch der Sammelort sollte sauber sein und die Früchte sollten einwandfrei aussehen.

Hagebutte ist viel mehr als Tee

Genau das macht die Hagebutte so interessant.

Aus einer einzigen Herbstfrucht können völlig unterschiedliche Dinge entstehen:

Mus · Tee · getrocknete Früchte · Essig · Fruchtaufstrich · Chutney

Damit gehört die Hagebutte für mich zu den spannendsten Früchten der Herbstküche.

Hagebuttenmus als Bonus-Rezept

Wenn du nicht nur Ideen sammeln, sondern direkt selbst loslegen möchtest, findest du mein vollständiges Hagebuttenmus-Rezept als Bonuskarte im Set:

10 Kräuter-Rezeptkarten + Bonus Hagebuttenmus

Mit genauen Mengen, vollständiger Zubereitung, Verwendungsideen, Aufbewahrung und wichtigen Hinweisen zur Verarbeitung der Hagebutten.

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Fazit

Hagebutten sind viel zu schade, um sie nur am Strauch hängen zu lassen.

Ob Tee, Mus, Essig, Chutney oder getrocknete Früchte – aus den roten Herbstfrüchten lässt sich erstaunlich viel machen.

Wer sich einmal näher mit ihnen beschäftigt, entdeckt schnell, wie vielseitig diese heimische Frucht eigentlich ist.

© grueneseele-naturwissen

Was kann man im Herbst sammeln? Wildfrüchte, Nüsse & Zapfen

Was kann man im Herbst sammeln? Wildfrüchte, Nüsse, Kräuter & Zapfen

Wenn die Tage kürzer werden, die ersten Blätter ihre Farbe wechseln und morgens wieder dieser ganz besondere Herbstduft in der Luft liegt, verändert sich auch das Sammeln in der Natur.

Im Frühling und Sommer schauen wir nach jungen Kräutern und Blüten. Im Herbst richtet sich der Blick dagegen immer häufiger auf Früchte, Nüsse, Samen und Zapfen.

Und davon gibt es erstaunlich viel.

Hagebutten leuchten rot an den Hecken, unter Buchen liegen Bucheckern, Hasel- und Walnüsse werden reif und im Wald finden wir die unterschiedlichsten Zapfen. Einige Kräuter lassen sich ebenfalls noch ernten und für den Winter trocknen.

Der Herbst ist also keineswegs das Ende der Sammelzeit. Er ist einfach eine andere Sammelzeit.

Was kann man im Herbst sammeln?

Was gerade reif ist, hängt natürlich vom Wetter, der Region und dem jeweiligen Standort ab. Typische Herbstfunde sind beispielsweise:

  • Hagebutten
  • Bucheckern
  • Haselnüsse
  • Walnüsse
  • Esskastanien
  • Schlehen
  • Äpfel und Wildäpfel
  • verschiedene Samenstände
  • noch vorhandene Kräuter
  • Zapfen verschiedener Nadelbäume

Nicht alles davon wird auf dieselbe Weise verwendet. Manche Dinge wandern in die Küche, andere werden getrocknet, für Tee verwendet, zum Räuchern aufgehoben oder einfach als Naturmaterial genutzt.

Und bei einigen Wildpflanzen ist eine sichere Bestimmung besonders wichtig.

Hagebutten – rote Herbstschätze an der Hecke

Hagebutten gehören für mich zu den schönsten Zeichen des Herbstes.

Je nach Rosenart können sie unterschiedlich aussehen. Besonders bekannt sind die roten Früchte der Hundsrose (Rosa canina).

Hagebutten können bereits vor dem ersten Frost geerntet werden. Bleiben sie länger am Strauch, werden sie nach Frost häufig weicher und süßer. Wer sie trocknen möchte, kann deshalb auch früher ernten, solange die Früchte noch schön fest sind.

Aus Hagebutten lassen sich beispielsweise Tee, Mus, Marmelade oder andere herbstliche Rezepte herstellen.

Im Inneren befinden sich allerdings Samen mit feinen Härchen. Wer als Kind schon einmal „Juckpulver“ kannte, weiß wahrscheinlich genau, welche Härchen gemeint sind. Je nach Verarbeitung werden die Früchte deshalb entkernt oder anschließend sorgfältig gefiltert.

Bucheckern – die kleinen Früchte der Rotbuche

Unter einer großen Rotbuche lohnt es sich im Herbst ebenfalls, einmal genauer auf den Boden zu schauen.

Bucheckern sind kleine, dreikantige Nüsschen. Meist befinden sich zwei davon in einer stacheligen Fruchthülle.

Sie reifen im Herbst und fallen anschließend zu Boden.

Bucheckern sind essbar, sollten aber nicht in größeren Mengen roh gegessen werden. Sie enthalten unter anderem Fagin und weitere Stoffe, die durch Erhitzen beziehungsweise Rösten weitgehend unschädlich gemacht werden.

Geröstete Bucheckern können anschließend beispielsweise über Salate gegeben, zum Backen oder für andere Rezepte verwendet werden.

Gerade bei Bucheckern gilt deshalb:

Sammeln ja – aber vor dem Essen richtig verarbeiten.

Haselnüsse

Haselnüsse erkennt wahrscheinlich fast jeder.

Im Herbst lösen sich die reifen Nüsse zunehmend aus ihren grünen Fruchthüllen und fallen zu Boden.

Wer selbst sammelt, sollte nur einwandfreie Nüsse mitnehmen. Zuhause müssen sie trocken und luftig gelagert werden, damit sich keine Feuchtigkeit und damit Schimmel entwickelt.

Haselnüsse lassen sich anschließend ganz klassisch zum Backen, für Müsli, Nussmischungen oder andere Küchenrezepte verwenden.

Walnüsse

Auch Walnüsse gehören zum Herbst.

Wenn sie reif werden, öffnet beziehungsweise löst sich die äußere grüne Fruchthülle und die Nuss fällt zu Boden.

Frisch gesammelte Walnüsse sollten nicht einfach feucht in eine Schüssel geschüttet und dort vergessen werden.

Sie brauchen zunächst Luft und Zeit zum Trocknen.

Beschädigte, schimmelige oder auffällig verfärbte Nüsse gehören nicht in den Vorrat.

Gut getrocknet lassen sich Walnüsse anschließend längere Zeit aufbewahren.

Esskastanien – nicht mit Rosskastanien verwechseln

Im Herbst findet man außerdem Kastanien.

Hier ist allerdings eine Unterscheidung besonders wichtig:

Esskastanie und Rosskastanie sind nicht dasselbe.

Die Früchte der Esskastanie befinden sich in einer Hülle mit sehr vielen langen, feinen Stacheln. Meist liegen mehrere Früchte darin.

Die Rosskastanie besitzt dagegen eine deutlich weniger dicht bestachelte beziehungsweise höckerige grüne Hülle.

Rosskastanien sind nicht zum Essen geeignet.

Wer Kastanien für die Küche sammeln möchte, sollte deshalb sicher wissen, dass es sich um Esskastanien beziehungsweise Maronen handelt.

Schlehen

An vielen Hecken erscheinen im Herbst kleine dunkelblaue bis fast schwarze Früchte: Schlehen.

Roh schmecken sie meist ausgesprochen herb und zusammenziehend. Verantwortlich dafür sind unter anderem ihre Gerbstoffe.

Traditionell werden Schlehen deshalb gern erst nach Frost gesammelt. Alternativ können geerntete Früchte auch eingefroren werden.

Aus ihnen lassen sich beispielsweise Gelee, Sirup oder andere Küchenzubereitungen herstellen.

Die Kerne sollten dabei nicht zerstoßen oder mitverarbeitet werden.

Äpfel und Wildäpfel

Auch Äpfel gehören natürlich in einen herbstlichen Sammelkorb.

Gerade alte Obstbäume oder Wildäpfel können interessante Früchte tragen. Allerdings bedeutet ein Apfelbaum am Wegesrand nicht automatisch, dass seine Früchte frei zur Mitnahme sind.

Steht der Baum auf einem privaten Grundstück oder gehört zu einer Streuobstwiese, braucht man die Erlaubnis des Eigentümers.

Wo eine Ernte erlaubt ist, können aus Äpfeln beispielsweise Mus, Kompott, Kuchen, Saft oder getrocknete Apfelstücke entstehen.

Getrocknete Apfelstücke sind außerdem eine schöne Grundlage für selbst gemachte Früchteteemischungen.

Kräuter gibt es auch im Herbst noch

Mit dem Herbst verschwinden nicht plötzlich alle Kräuter.

Je nach Wetter und Standort können beispielsweise noch Pfefferminze, Melisse, Salbei oder Thymian geerntet werden.

Wer sie für den Winter aufbewahren möchte, kann sie trocknen und anschließend dunkel, trocken und möglichst luftdicht lagern.

Dabei gilt:

Nur gesunde, saubere Pflanzenteile verwenden und erst ins Vorratsglas geben, wenn sie wirklich vollständig trockensind.

Restfeuchtigkeit kann dazu führen, dass der gesamte Vorrat verdirbt.

Herbstzeit ist Teezeit

Wenn es draußen wieder kühler wird, beginnt für viele auch die Teezeit.

Dabei muss eine Teemischung nicht ausschließlich aus klassischen Teekräutern bestehen.

Neben getrockneter Minze, Melisse, Salbei, Thymian oder Kamille können beispielsweise auch Hagebutten oder getrocknete Apfelstücke Bestandteil einer Mischung sein.

Andere Zutaten wie Ingwer, Kurkuma, Zimt, Fenchel oder Anis werden wir meistens eher kaufen.

Und das ist überhaupt kein Nachteil.

Selbst gesammelter Tee oder gekaufter Tee?

Selbst gesammelt bedeutet nicht automatisch besser – und gekauft bedeutet nicht automatisch schlechter.

Bei selbst gesammelten oder selbst angebauten Pflanzen wissen wir im besten Fall sehr genau:

woher sie stammen, wann wir sie geerntet und wie wir sie getrocknet und gelagert haben.

Dafür tragen wir aber auch selbst die Verantwortung für die richtige Pflanzenbestimmung, einen geeigneten Sammelort, hygienische Verarbeitung und vollständige Trocknung.

Bei gekauftem Tee übernehmen Hersteller beziehungsweise Händler einen Teil dieser Qualitätskontrolle. Gerade Pflanzen, die bei uns nicht wachsen oder die wir nicht sicher bestimmen können, kaufe ich deshalb lieber aus einer vertrauenswürdigen Quelle.

Für mich müssen sich beide Möglichkeiten nicht ausschließen.

Der eigene Vorrat kann genauso gut aus selbst gesammelten, selbst angebauten und bewusst gekauften Zutatenbestehen.

Zapfen sammeln – aber welcher Zapfen ist das eigentlich?

Im Herbst liegen im Wald überall Zapfen.

Und wahrscheinlich haben viele von uns als Kinder fast jeden davon einfach „Tannenzapfen“ genannt.

Botanisch stimmt das häufig gar nicht.

Tannenzapfen und Fichtenzapfen unterscheiden

Die Zapfen der Fichte hängen am Baum nach unten. Reife Fichtenzapfen können als Ganzes herunterfallen.

Bei einer Tanne stehen die Zapfen dagegen aufrecht auf den Zweigen. Bei der Reife zerfallen sie noch am Baum.

Deshalb ist der längliche vollständige „Tannenzapfen“, den wir auf dem Waldboden finden, häufig tatsächlich ein Fichtenzapfen.

Auch Kiefern und Lärchen bilden wieder anders aussehende Zapfen.

Wer Zapfen verwenden möchte, sollte deshalb zuerst herausfinden, von welchem Baum sie stammen.

Was ist mit grünen Zapfen?

Grüne Zapfen sind in der Regel noch unreif.

Sie hängen noch am Baum und unterscheiden sich damit deutlich von den trockenen braunen Zapfen, die wir vom Waldboden kennen.

Gerade junge Zapfen verschiedener Nadelbäume werden traditionell unterschiedlich verwendet. Hier ist eine sichere Bestimmung aber besonders wichtig.

Nicht jeder grüne Zapfen sollte einfach gesammelt und anschließend für Lebensmittel oder Hausmittel verwendet werden.

Auch das Abschneiden unreifer Zapfen von einem Baum ist etwas anderes als das Aufheben eines bereits heruntergefallenen Zapfens.

Zirbenzapfen

Die Zirbe (Pinus cembra) gehört botanisch zu den Kiefern.

Ihre Zapfen sind kräftig und zunächst grünlich bis violett gefärbt. Sie werden traditionell unter anderem für verschiedene Zubereitungen verwendet.

Zirbenzapfen kann man mittlerweile auch kaufen.

Wer sie kaufen möchte, sollte allerdings auf den vorgesehenen Verwendungszweck achten. Ein Zapfen, der ausschließlich als Dekorations- oder Bastelmaterial verkauft wird, ist nicht automatisch für Lebensmittel geeignet.

Das gilt übrigens für viele Naturprodukte.

Nur weil etwas natürlich aussieht, bedeutet es nicht automatisch, dass es zum Verzehr bestimmt ist.

Zapfen, Kräuter und Harze zum Räuchern

Nicht alles, was wir im Herbst sammeln, muss in die Küche.

Gerade jetzt beginnt auch wieder eine wunderschöne Zeit zum Räuchern.

Getrocknete Kräuter, geeignete Nadeln, Harze und bestimmte andere Pflanzenteile können Teil traditioneller Räuchermischungen sein.

Auch hier gilt: erst bestimmen, dann verwenden.

Und wer Harz sammelt, sollte nicht die Rinde eines gesunden Baumes verletzen, um an frisches Harz zu gelangen. Besser ist bereits ausgetretenes und ausgehärtetes Harz.

Darf ich einfach alles aus dem Wald mitnehmen?

Nein.

In Deutschland erlaubt die sogenannte Handstraußregelung, bestimmte nicht besonders geschützte wild lebende Pflanzen beziehungsweise Teile davon in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich zu entnehmen.

Das ist aber kein Freifahrtschein.

Geschützte Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden. In Naturschutzgebieten und anderen geschützten Bereichen können zusätzliche Verbote gelten. Auch Eigentumsrechte müssen beachtet werden.

Und unabhängig davon sollte immer nur so viel gesammelt werden, wie man tatsächlich benötigt.

Die Früchte, Samen und Nüsse des Herbstes sind schließlich nicht nur für uns da.

Sie sind auch Nahrung für zahlreiche Wildtiere.

Beim Sammeln gilt: Sicherheit vor Experimentierfreude

Gerade wenn etwas später gegessen, als Tee aufgegossen oder anderweitig am Körper verwendet werden soll, muss die Bestimmung eindeutig sein.

Ich würde deshalb niemals eine unbekannte Frucht oder Pflanze allein anhand eines Fotos aus dem Internet verwenden.

Wenn Zweifel bestehen, bleibt sie stehen.

Außerdem sollte nicht direkt an stark befahrenen Straßen, auf möglicherweise behandelten Flächen oder an offensichtlich verschmutzten Stellen gesammelt werden.

Mein Herbstkorb darf bunt gemischt sein

Genau das liebe ich am Herbst.

Im Korb müssen nicht zwanzig verschiedene Heilkräuter liegen.

Vielleicht kommen wir mit einer Handvoll Hagebutten nach Hause.

Beim nächsten Spaziergang finden wir Haselnüsse.

Im Garten schneiden wir noch etwas Minze oder Salbei zum Trocknen.

Später werden Walnüsse gesammelt.

Und einige schöne Zapfen nehmen wir für unsere Herbstdekoration oder spätere Räucherideen mit.

So entsteht nach und nach ein kleiner Vorrat aus dem, was die Jahreszeit gerade anbietet.

Denn auch wenn die Natur im Herbst langsam ruhiger wird, gibt es draußen noch unglaublich viel zu entdecken.

Man muss nur anfangen, wieder genauer hinzusehen. 🍂🌿

Spitzwegerichsalbe selber machen: Einfache Kräutersalbe mit Spitzwegerichöl

Spitzwegerichsalbe selber machen: Einfache Kräutersalbe mit Spitzwegerichöl

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zu den heimischen Wildpflanzen, die schon lange einen festen Platz im traditionellen Pflanzenwissen haben.

Vielleicht kennst du ihn von Wiesen und Wegrändern: schmale, lanzettliche Blätter, deutlich sichtbare Längsrippen und die typischen langen Blütenstiele.

Neben Tee, Sirup und anderen traditionellen Zubereitungen lässt sich Spitzwegerich auch für die äußerliche Kräuterpflege verwenden.

Eine besonders schöne Möglichkeit ist eine Spitzwegerichsalbe.

Doch bevor aus der Pflanze eine Salbe wird, braucht es zunächst einen wichtigen Zwischenschritt: einen Kräuterölauszug.

Welcher Teil des Spitzwegerichs wird verwendet?

Für einen Spitzwegerich-Ölauszug werden die Blätter verwendet.

Wenn du selbst sammelst, solltest du Spitzwegerich immer eindeutig bestimmen können.

Typisch sind:

  • lange, schmale Blätter
  • mehrere deutlich sichtbare Längsrippen
  • eine bodennahe Blattrosette
  • lange, weitgehend blattlose Blütenstiele

Sammle außerdem nur an sauberen Stellen und verwende gesundes Pflanzenmaterial.

Frisch oder getrocknet?

Bei Ölauszügen spielt Feuchtigkeit eine wichtige Rolle.

Frische Pflanzen enthalten naturgemäß Wasser. Dieses kann in einen Ölauszug gelangen und dessen Stabilität beeinflussen.

Für kleine, selbstgemachte Kräuteröle sind daher gut getrocknete Pflanzenteile häufig die übersichtlichere Variante.

Wichtig ist, dass die Blätter wirklich vollständig trocken sind.

Warum braucht man zuerst Spitzwegerichöl?

Eine einfache wasserfreie Kräutersalbe entsteht nicht direkt aus den Blättern.

Zunächst werden geeignete Pflanzenteile in einem Trägeröl ausgezogen.

So entsteht ein Kräuteröl beziehungsweise Mazerat.

Der Weg sieht vereinfacht so aus:

Spitzwegerichblätter → Kräuterölauszug → Spitzwegerichsalbe

Das fertige Kräuteröl bildet anschließend die Grundlage der Salbe.

Was ist ein Spitzwegerich-Mazerat?

Bei einem Mazerat werden geeignete Pflanzenteile für eine bestimmte Zeit mit einem Pflanzenöl in Kontakt gebracht.

Das Öl kann dabei vor allem fettlösliche Bestandteile aufnehmen.

Welche Menge Pflanzenmaterial verwendet wird, welches Trägeröl passt und wie lange der Auszug dauert, hängt von der jeweiligen Zubereitung ab.

Genau diese Punkte sind wichtig, wenn du später ein stabiles und gut dokumentiertes Kräuteröl herstellen möchtest.

Welches Öl eignet sich?

Für Kräuterölauszüge kommen unterschiedliche hautgeeignete Trägeröle infrage.

Zum Beispiel:

  • Olivenöl
  • High-Oleic-Sonnenblumenöl
  • Mandelöl
  • weitere geeignete kosmetische Pflanzenöle

Die Öle unterscheiden sich unter anderem in Geruch, Hautgefühl und Oxidationsstabilität.

Für kleine Hausansätze lohnt es sich, ein frisches und möglichst stabiles Öl zu wählen.

Wie wird aus dem Kräuteröl eine Salbe?

Nach dem Filtern kann ein geeigneter Spitzwegerich-Ölauszug als Grundlage für eine wasserfreie Pflegesalbe dienen.

Dafür wird das Kräuteröl mit einem Konsistenzgeber wie Bienenwachs kombiniert.

Das Prinzip ist einfach:

Kräuteröl + Wachs = Kräutersalbe

Wie weich oder fest die fertige Salbe wird, hängt unter anderem vom Verhältnis der beiden Bestandteile ab.

Mehr Öl macht eine Salbe tendenziell weicher.

Mehr Wachs macht sie fester.

Die genaue Rezeptur solltest du jedoch nicht einfach nach Gefühl verändern, sondern in kleinen Chargen testen und dokumentieren.

Warum wird eine Konsistenzprobe gemacht?

Eine frisch geschmolzene Salbenmischung wirkt zunächst flüssig.

Wie fest sie nach dem Abkühlen tatsächlich wird, erkennt man erst später.

Deshalb kann eine kleine Konsistenzprobe hilfreich sein.

So lässt sich einschätzen, ob die spätere Salbe eher weich, streichfähig oder fest wird.

Warum bleibt die Salbe wasserfrei?

Bei einer einfachen Salbe aus Öl und Wachs wird bewusst kein Wasser hinzugefügt.

Sobald Wasser Bestandteil einer kosmetischen Zubereitung wird, verändern sich die Anforderungen an Herstellung, Hygiene und Konservierung deutlich.

Für Einsteiger ist eine wasserfreie Salbe deshalb meist übersichtlicher.

Wofür wurde Spitzwegerich traditionell äußerlich verwendet?

Spitzwegerich besitzt eine lange Tradition in der europäischen Pflanzenkunde.

Auch die EMA führt Spitzwegerichblätter im Zusammenhang mit traditioneller äußerlicher Anwendung bei kleineren Hautentzündungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine selbstgemachte Spitzwegerichsalbe ein zugelassenes Arzneimittel ist. Gruene Seele Naturwissen

Eine selbstgemachte Kräutersalbe ist eine traditionell inspirierte Zubereitung zur äußeren Pflege und ersetzt keine medizinische Behandlung.

Spitzwegerich unterwegs

Viele kennen die traditionelle Anwendung eines frisch zerdrückten Spitzwegerichblattes unterwegs.

Dabei wird ein Blatt zwischen den Fingern gerieben oder zerdrückt.

Eine vorbereitete Kräutersalbe hat dagegen einen ganz praktischen Vorteil:

Sie lässt sich unabhängig von Jahreszeit und Standort verwenden und gehört für viele deshalb zur traditionellen Kräuter-Hauspraxis.

Sicherheit

Auch bei natürlichen Pflanzenstoffen können Unverträglichkeiten auftreten.

Eine selbstgemachte Kräutersalbe sollte nicht auf größere offene oder infizierte Wunden, stark nässende Hautstellen oder schwere Verbrennungen aufgetragen werden.

Bei deutlichen, ungewöhnlichen oder anhaltenden Hautveränderungen sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Bei starken allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich – beispielsweise Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Mund- und Rachenbereich – ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Du möchtest Spitzwegerichsalbe selbst herstellen?

Im E-Book „Kräuterauszüge & Salben selbst gemacht“ findest du den vollständigen Weg von der Pflanze bis zur fertigen Kräutersalbe.

Darin zeige ich dir unter anderem:

  • wie Kräuterölauszüge funktionieren
  • Kalt- und Warmauszug
  • Auswahl geeigneter Trägeröle
  • genaue Mengen und Arbeitsschritte
  • Filtern und Abfüllen
  • Salben-Grundrezept
  • Konsistenz anpassen
  • Ringelblumen-, Kamillen- und Schafgarbenöl
  • drei vollständige Pflegesalben
  • Hygiene, Lagerung und Sicherheit
  • weiteres Pflanzenwissen

→ E-Book „Kräuterauszüge & Salben selbst gemacht“ entdecken – 14,90 €

Fazit

Spitzwegerichsalbe beginnt nicht beim Bienenwachs, sondern bei der Pflanze.

Vom sicheren Erkennen über das Trocknen bis zum Kräuterölauszug greifen mehrere Arbeitsschritte ineinander.

Wer diese Grundlagen versteht, kann später viel besser nachvollziehen, wie aus einer heimischen Wildpflanze eine einfache Kräuterpflege entsteht.


 

Spitzwegerich essen: Blätter, Blüten und Samen in der Wildkräuterküche

Spitzwegerich essen: Blätter, Blüten und Samen in der Wildkräuterküche

Spitzwegerich kennen viele vor allem aus der traditionellen Hausapotheke. Dabei wird leicht übersehen, dass Plantago lanceolata auch eine interessante essbare Wildpflanze ist.

Und das Spannende daran: Nicht nur die jungen Blätter können in der Küche verwendet werden.

Auch die jungen Blütenstände und später die reifen Samen sind essbar.

Damit begleitet uns Spitzwegerich beinahe durch die gesamte Wildkräutersaison – vom ersten jungen Grün bis zu den trockenen Samenständen.

Kann man Spitzwegerich essen?

Ja, Spitzwegerich ist essbar.

Für die Wildkräuterküche sind vor allem drei Pflanzenteile interessant:

  • junge Blätter
  • junge Blütenstände
  • reife Samen

Je älter die Blätter werden, desto kräftiger und faseriger werden sie. Deshalb eignen sich für viele Gerichte besonders die jungen, zarten Blätter.

Wie bei jeder selbst gesammelten Wildpflanze gilt jedoch:

Iss nur Pflanzen, die du zweifelsfrei bestimmen kannst.

Spitzwegerich sicher erkennen

Spitzwegerich wächst als bodennahe Blattrosette.

Besonders typisch sind seine langen, schmalen und spitz zulaufenden Blätter.

Mehrere kräftige Blattadern verlaufen nahezu parallel vom unteren bis zum oberen Teil des Blattes.

Wenn du ein Blatt vorsichtig auseinanderziehst, können die zähen Leitbündel sogar wie kleine Fäden sichtbar werden.

Aus der Blattrosette wachsen lange, fast blattlose Stiele. Darauf sitzen die kurzen, länglichen bis eiförmigen Blütenstände.

Spitzwegerich oder Breitwegerich?

Beide gehören zur Gattung Plantago, sehen aber unterschiedlich aus.

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) besitzt lange, schmale und lanzettförmige Blätter.

Der Breitwegerich (Plantago major) hat dagegen deutlich breitere, eher eiförmige Blätter.

Auch Breitwegerich ist essbar. Trotzdem solltest du beim Sammeln immer wissen, welche Pflanze du tatsächlich vor dir hast.

Wo sollte ich Spitzwegerich sammeln?

Spitzwegerich wächst häufig auf Wiesen, Rasenflächen, Böschungen und an Wegrändern.

Nicht jeder Fundort ist jedoch automatisch ein guter Sammelplatz.

Meiden würde ich Pflanzen unmittelbar an:

  • stark befahrenen Straßen
  • möglicherweise gespritzten Flächen
  • intensiv bewirtschafteten Flächen
  • stark frequentierten Hundewegen
  • offensichtlich verschmutzten Standorten

Sammle außerdem immer nur einen kleinen Teil eines Bestandes.

Junge Spitzwegerichblätter in der Küche

Im Frühjahr und Frühsommer sind die jungen Blätter besonders zart.

Sie schmecken würzig, leicht herb und grün.

Je älter die Blätter werden, desto deutlicher werden ihre kräftigen Fasern.

Deshalb lohnt sich beim Spitzwegerich ein kleiner Trick:

Schneide die Blätter quer zu den kräftigen Blattadern in feine Streifen.

Dadurch werden die langen Fasern zerkleinert und die Blätter lassen sich angenehmer essen.

Was kann man aus Spitzwegerichblättern machen?

Die jungen Blätter lassen sich beispielsweise verwenden für:

  • Wildkräutersalat
  • Kräuterquark
  • Kräuterbutter
  • Suppen
  • Gemüsegerichte
  • Wildkräuterpesto
  • Kräutersalz
  • herzhafte Aufstriche
  • Füllungen
  • grüne Wildkräutermischungen

Wenn du Spitzwegerich noch nie gegessen hast, probiere zunächst eine kleine Menge.

So lernst du den Eigengeschmack der Pflanze kennen.

Junge Blütenstände – die kleine Überraschung

Einer meiner liebsten Gründe, Spitzwegerich einmal bewusst zu probieren, sind seine jungen Blütenstände.

Solange sie noch jung und zart sind, können sie ebenfalls gegessen werden.

Und ihr Geschmack überrascht.

Er wird häufig als pilzartig oder an Champignons erinnernd beschrieben.

Gerade deshalb sind die kleinen Blütenstände eine spannende Wildkräuterzutat.

Wie kann man junge Blütenstände verwenden?

Du kannst zunächst einen jungen Blütenstand roh probieren und schauen, wie du das Aroma wahrnimmst.

In der Küche lassen sich die jungen Blütenstände beispielsweise klein schneiden oder kurz anbraten und mit herzhaften Gerichten kombinieren.

Sie passen unter anderem zu:

  • Gemüsepfannen
  • Eierspeisen
  • herzhaften Aufstrichen
  • Wildkräutergerichten
  • Suppen
  • Kartoffelgerichten

Gerade kurz angebraten kann ihr herzhaftes Aroma schön zur Geltung kommen.

Und später kommen die Samen

Wenn die Blüte vorbei ist, ist die kulinarische Zeit des Spitzwegerichs noch lange nicht beendet.

Aus den Blütenständen entwickeln sich Samenstände.

Mit zunehmender Reife werden sie trockener und bräunlicher. Sind sie vollständig ausgereift, lassen sich die kleinen Samen aus den trockenen Ähren herausreiben.

Auch diese Samen sind essbar.

Spitzwegerichsamen in der Küche verwenden

Vollständig getrocknete und gereinigte Spitzwegerichsamen können in kleinen Mengen beispielsweise verwendet werden in:

  • Müsli
  • Porridge
  • Brot
  • Brötchen
  • Crackern
  • Saatenmischungen
  • herzhaften Wildkräutermischungen

Geschmacklich sind sie eher mild bis leicht nussig beziehungsweise erdig und lassen sich deshalb gut mit anderen Saaten kombinieren.

Sind Spitzwegerichsamen Flohsamen?

Nein.

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Botanik.

Spitzwegerich heißt:

Plantago lanceolata

Die bekannten indischen Flohsamen beziehungsweise Flohsamenschalen stammen dagegen vor allem von:

Plantago ovata

Beide gehören zur Gattung Plantago, sind aber unterschiedliche Pflanzenarten.

Spitzwegerichsamen enthalten ebenfalls quellfähige Schleimstoffe. Trotzdem sind selbst gesammelte Spitzwegerichsamen nicht einfach mit handelsüblichen, entsprechend verarbeiteten Flohsamenschalen gleichzusetzen.

Sie sollten deshalb auch nicht nach Dosierungsempfehlungen für Flohsamenschalen verwendet werden.

Spitzwegerich als heimisches „Superfood“?

Das Wort Superfood wird heute für die unterschiedlichsten Lebensmittel verwendet und ist keine wissenschaftlich definierte Lebensmittelgruppe.

Trotzdem finde ich den Gedanken dahinter bei unseren heimischen Wildpflanzen spannend.

Wir kaufen Chiasamen, exotische Pulver und Saatenmischungen – während auf unseren Wiesen Pflanzen wachsen, deren Blätter, Blütenstände oder Samen ebenfalls essbar sind.

Spitzwegerich muss deshalb kein neues „Wundermittel“ werden.

Viel interessanter finde ich:

Wir lernen wieder, was direkt vor unserer Haustür wächst.

Spitzwegerich-Wildkräutersalz

Spitzwegerich lässt sich auch wunderbar mit unserem Kräutersalz-Thema verbinden.

Junge Blätter können gesammelt, sorgfältig getrocknet und anschließend mit anderen geeigneten Wildkräutern und Meersalz kombiniert werden.

So kann beispielsweise eine Mischung aus verschiedenen heimischen Kräutern entstehen.

Wichtig ist auch hier, dass alle Pflanzenteile vor der längeren Lagerung vollständig trocken sind.

Wildkräuterpesto mit Spitzwegerich

Auch in einem Wildkräuterpesto kann Spitzwegerich eine Zutat sein.

Gerade wegen seines kräftigeren Geschmacks würde ich ihn zunächst mit anderen bekannten essbaren Kräutern kombinieren, anstatt ein komplettes Pesto ausschließlich aus Spitzwegerich herzustellen.

So kann man sich langsam an seinen Geschmack herantasten und seine persönliche Lieblingsmischung finden.

Muss Spitzwegerich vor dem Essen gewaschen werden?

Selbst gesammelte Wildpflanzen sollten sorgfältig verlesen werden.

Ob Waschen sinnvoll ist, hängt auch davon ab, wo und wie gesammelt wurde und wie die Pflanze anschließend verwendet wird.

Für rohe Gerichte würde ich die gesammelten Pflanzenteile gründlich kontrollieren und bei Bedarf unter sauberem Wasser abspülen.

Anschließend gut trocknen beziehungsweise abtropfen lassen.

Beschädigte, verschmutzte oder auffällige Pflanzenteile werden aussortiert.

Wildpflanzen langsam kennenlernen

Nur weil eine Pflanze essbar ist, bedeutet das nicht, dass man beim ersten Versuch gleich eine große Portion davon essen sollte.

Gerade wenn du Wildkräuter noch nicht gewohnt bist, probiere zunächst eine kleine Menge.

Das hat außerdem einen schönen Nebeneffekt:

Du lernst den eigentlichen Geschmack der Pflanze kennen.

Erst danach würde ich anfangen, verschiedene Kräuter miteinander zu mischen.

Eine Pflanze durch die Jahreszeiten essen

Genau das finde ich beim Spitzwegerich besonders faszinierend.

Im Frühjahr erscheinen die jungen Blätter.

Später kommen die ungewöhnlich schmeckenden jungen Blütenstände.

Und wenn die Blüte längst vorbei ist, warten noch die Samen.

Man muss dafür nichts Besonderes kaufen.

Man muss lediglich lernen, die Pflanze sicher zu erkennen, einen geeigneten Sammelplatz zu finden und zu wissen, welcher Pflanzenteil zu welcher Zeit interessant ist.

Und plötzlich ist Spitzwegerich nicht mehr nur das unscheinbare Kraut am Wegesrand.

Er wird zu einer Wildpflanze, die uns vom Frühjahr bis zur Samenreife immer wieder etwas Neues entdecken lässt.

Manchmal beginnt Naturküche nicht mit einem Rezept – sondern damit, auf der nächsten Wiese genauer hinzusehen.


Spitzwegerichsamen sammeln & verwenden: Das kleine Wildfood am Wegesrand

Spitzwegerichsamen sammeln & verwenden: Das kleine Wildfood am Wegesrand

Beim Spitzwegerich denken viele zuerst an seine langen schmalen Blätter oder an Spitzwegerichsirup.

Doch wenn die Blütezeit langsam vorübergeht, beginnt ein Teil der Pflanze interessant zu werden, der häufig kaum beachtet wird:

die Samen des Spitzwegerichs.

Die kleinen Samen sitzen in den unscheinbaren Samenständen und lassen sich nach der Reife sammeln, trocknen und in der Küche verwenden.

Und das Spannende daran: Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zur gleichen Pflanzengattung wie verschiedene Arten, deren Samen wir als Flohsamen kennen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass selbst gesammelte Spitzwegerichsamen einfach dasselbe sind wie Flohsamen oder Flohsamenschalen aus dem Handel.

Wie entstehen die Samen des Spitzwegerichs?

Während der Blüte trägt Spitzwegerich seine charakteristischen Ähren auf langen, dünnen Stielen.

Rund um die Ähre erscheinen kleine helle Staubbeutel.

Nach und nach verschwindet dieser helle Blütenring. Die Blüten werden bestäubt und anschließend entwickeln sich in den kleinen Fruchtkapseln die Samen.

Der zunächst grüne Blütenstand verändert sich mit zunehmender Reife.

Er wird:

  • trockener
  • fester
  • zunehmend braun
  • schließlich leicht ausreibbar

Dann lohnt sich ein genauer Blick.

Wann sind Spitzwegerichsamen reif?

Ein festes Datum ist weniger hilfreich als die Pflanze selbst.

Je nach Standort und Wetter können sich Pflanzen unterschiedlich schnell entwickeln.

Ich würde deshalb auf den Samenstand achten.

Solange er noch frisch und grün ist, sind die Samen nicht vollständig ausgereift.

Ein reifer Samenstand wirkt dagegen trocken und bräunlich.

Du kannst ihn vorsichtig zwischen den Fingern über einer Handfläche oder einem Gefäß ausreiben.

Lösen sich die kleinen Samen leicht aus dem trockenen Samenstand, kannst du sie ernten.

Spitzwegerichsamen richtig sammeln

Für die Ernte kannst du die reifen Samenstände mitsamt einem Stück des Stiels abschneiden.

Ein Papierbeutel oder Stoffbeutel eignet sich zum Sammeln besser als ein luftdicht verschlossenes Gefäß, wenn noch Restfeuchtigkeit vorhanden sein könnte.

Sammle nur an sauberen Stellen und natürlich ausschließlich Pflanzen, die du sicher bestimmen kannst.

Meiden würde ich insbesondere stark befahrene Straßenränder, möglicherweise gespritzte Flächen und stark frequentierte Hundewege.

Und auch hier gilt:

Nicht den gesamten Bestand abernten.

Ein Teil der Samen bleibt an der Pflanze und kann sich natürlich verbreiten.

Samenstände zu Hause nachtrocknen

Auch wenn die Samenstände draußen bereits trocken aussehen, lasse ich sie zu Hause lieber noch einmal nachtrocknen.

Breite sie dafür locker auf Papier, einem Tuch oder einem geeigneten Trockengitter aus.

Der Platz sollte trocken und gut belüftet sein.

Erst wenn die Samenstände vollständig trocken sind, geht es ans Ausreiben.

Spitzwegerichsamen aus den Samenständen lösen

Jetzt kommt der schöne Teil.

Nimm die trockenen Samenstände und reibe sie vorsichtig zwischen den Fingern beziehungsweise Händen über einer Schüssel aus.

Dabei lösen sich die kleinen Samen zusammen mit trockenen Pflanzenresten.

Anschließend müssen wir nur noch die Samen vom gröberen Pflanzenmaterial trennen.

Größere Bestandteile kannst du zunächst mit den Fingern herausnehmen.

Für feinere Reste kann je nach Größe ein geeignetes Sieb hilfreich sein.

Wie sehen Spitzwegerichsamen aus?

Die Samen sind sehr klein und eher unscheinbar.

Je nach Reifegrad wirken sie bräunlich bis dunkelbraun.

Gerade wenn man sie zum ersten Mal sammelt, ist es erstaunlich, wie viele kleine Samen sich in den trockenen Ähren verbergen können.

Aus einem unscheinbaren braunen Samenstand wird plötzlich eine kleine Portion Wildsaat.

Spitzwegerichsamen richtig aufbewahren

Vor dem Abfüllen müssen die Samen vollständig trocken sein.

Das ist besonders wichtig.

Restfeuchtigkeit in einem geschlossenen Vorratsglas kann Verderb und Schimmel begünstigen.

Fülle die trockenen, gereinigten Samen anschließend in ein sauberes und ebenfalls vollständig trockenes Gefäß.

Bewahre sie trocken, kühl und möglichst lichtgeschützt auf.

Beschrifte das Glas am besten mit Pflanzenname und Erntejahr.

Sind Spitzwegerichsamen essbar?

Ja, die Samen des Spitzwegerichs sind essbar.

Sie gehören allerdings zu den Wildpflanzenzutaten, die heute wesentlich weniger bekannt sind als die Blätter.

Für mich macht gerade das ihren Reiz aus.

Man läuft den ganzen Sommer an diesen Samenständen vorbei, ohne zu ahnen, dass sich darin ein kleines essbares Wildfood befindet.

Was steckt in den Samen?

Arten der Gattung Plantago sind unter anderem für ihre quellfähigen Schleimstoffe bekannt.

Auch Spitzwegerichsamen enthalten Schleimstoffe und können bei Kontakt mit Wasser eine quellende beziehungsweise schleimige Schicht entwickeln.

Genau hier kommt allerdings eine wichtige Unterscheidung ins Spiel.

Spitzwegerichsamen sind nicht dasselbe wie Flohsamen

Spitzwegerich gehört botanisch zur Gattung Plantago.

Unser heimischer Spitzwegerich heißt:

Plantago lanceolata

Flohsamenprodukte stammen dagegen von anderen Wegericharten. Bei den bekannten indischen Flohsamen beziehungsweise Flohsamenschalen handelt es sich beispielsweise um Produkte aus Plantago ovata.

Die Pflanzen sind miteinander verwandt, aber nicht identisch.

Noch wichtiger:

Bei handelsüblichen Flohsamenschalen handelt es sich um ein entsprechend verarbeitetes und standardisiertes Produkt.

Selbst gesammelte Spitzwegerichsamen sollten deshalb nicht einfach nach Mengen- oder Anwendungsempfehlungen für Flohsamen beziehungsweise Flohsamenschalen eingenommen werden.

Ein heimisches „Superfood“?

Der Begriff Superfood ist keine wissenschaftlich festgelegte Lebensmittelkategorie.

Trotzdem finde ich ihn bei heimischen Wildpflanzen manchmal ganz passend, wenn man ihn nicht als Gesundheitsversprechen versteht.

Denn häufig kaufen wir exotische Samen, Pulver und Pflanzenprodukte, während wir kaum wissen, was direkt vor unserer Haustür wächst.

Spitzwegerichsamen sind ein schönes Beispiel dafür.

Sie sind essbar, lassen sich selbst sammeln und zeigen, dass auch unsere heimischen Wildpflanzen interessante Lebensmittel liefern können.

Man könnte deshalb mit einem Augenzwinkern sagen:

Ein kleines heimisches Wildfood statt Superfood aus der Ferne.

Wie kann ich Spitzwegerichsamen in der Küche verwenden?

Die vollständig getrockneten und gereinigten Samen können in kleinen Mengen verschiedene Speisen ergänzen.

Zum Beispiel:

  • im Müsli
  • über Porridge
  • in Brot
  • in Brötchen
  • in Crackern
  • in Saatenmischungen
  • über herzhafte Gerichte
  • in selbst gemachten Wildkräutermischungen

Gerade bei selbst gesammelten Wildpflanzen würde ich zunächst kleine Mengen verwenden und kennenlernen, wie sie schmecken und wie man sie am liebsten verarbeitet.

Und wie schmecken die Samen?

Spitzwegerichsamen besitzen keinen extrem dominanten Geschmack.

Sie wirken eher mild bis leicht nussig beziehungsweise erdig und lassen sich deshalb gut mit anderen Saaten kombinieren.

Gerade in Brot oder Crackern müssen sie deshalb nicht unbedingt allein verwendet werden.

Eine Mischung aus verschiedenen Saaten kann geschmacklich interessanter sein.

Nicht alles auf einmal sammeln

Spitzwegerichsamen sind nicht nur für uns da.

Die Samen sorgen schließlich dafür, dass sich die Pflanze weiter vermehren kann, und Pflanzenbestände sind Teil ihres jeweiligen Lebensraums.

Deshalb sammle ich Wildpflanzen grundsätzlich so, dass immer genügend zurückbleibt.

Für ein kleines Vorratsglas brauchen wir ohnehin keine komplette Wiese.

Vom Blütenstand zum Vorratsglas

Gerade bei Spitzwegerich lohnt es sich, die Pflanze über mehrere Monate zu beobachten.

Im Frühjahr entdecken wir die jungen Blätter.

Danach erscheinen die Blütenstände.

Und irgendwann stehen dort nur noch unscheinbare braune Ähren.

Genau dann könnte man denken, die interessante Zeit der Pflanze sei vorbei.

Dabei beginnt jetzt die Samenernte.

Ein paar trockene Samenstände sammeln, zu Hause nachtrocknen, ausreiben und reinigen – und plötzlich steht ein kleines Glas selbst gesammelter Wildsamen im Vorratsschrank.

Manchmal steckt das Interessanteste einer Pflanze eben in den Teilen, an denen wir sonst achtlos vorbeigehen.

Spitzwegerich erkennen, sammeln & verwenden: Von den Blättern bis zu den Samen

Spitzwegerich erkennen, sammeln & verwenden: Von den Blättern bis zu den Samen

Manchmal wachsen die interessantesten Pflanzen genau dort, wo wir jeden Tag an ihnen vorbeilaufen.

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist so eine Pflanze. Du findest ihn auf Wiesen, an Wegrändern, auf Rasenflächen und an vielen anderen unscheinbaren Stellen. Seine schmalen Blätter und langen Blütenstiele wirken auf den ersten Blick vielleicht wenig spektakulär.

Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Denn beim Spitzwegerich sind nicht nur die Blätter interessant. Auch die jungen Blütenstände und später sogar die Samen lassen sich nutzen. Gleichzeitig gehört die Pflanze seit Generationen zur traditionellen Hausapotheke.

Wie erkenne ich Spitzwegerich?

Spitzwegerich wächst als bodennahe Blattrosette. Seine Blätter sind lang und schmal, laufen spitz zu und sind meist deutlich länger als breit.

Besonders auffällig sind die kräftigen, nahezu parallel verlaufenden Blattadern.

Wenn du ein Blatt vorsichtig auseinanderziehst, können die zähen Leitbündel sogar wie kleine Fäden sichtbar werden. Dieses Merkmal kann bei der Bestimmung hilfreich sein.

Aus der Mitte der Blattrosette wachsen lange, weitgehend blattlose Stiele. An deren Ende sitzen die charakteristischen länglichen bis eiförmigen Blütenstände.

Während der Blüte erscheinen rund um den dunkleren Blütenstand kleine helle Staubfäden.

Wo wächst Spitzwegerich?

Spitzwegerich ist bei uns sehr häufig und kommt an ganz unterschiedlichen Standorten vor.

Du kannst ihn unter anderem auf Wiesen, Weiden, Rasenflächen, Böschungen, Feldwegen und an Wegrändern entdecken.

Hat man ihn einmal bewusst kennengelernt, passiert etwas Interessantes: Plötzlich sieht man ihn überall.

Spitzwegerich sammeln – worauf sollte ich achten?

Wie bei allen Wildpflanzen gilt:

Sammle nur Pflanzen, die du zweifelsfrei bestimmen kannst.

Wähle außerdem möglichst saubere Sammelstellen. Direkt neben stark befahrenen Straßen, an gespritzten oder intensiv bewirtschafteten Flächen sowie unmittelbar an stark frequentierten Hundewegen würde ich keine Pflanzen für die Küche sammeln.

Nimm außerdem nur so viel mit, wie du tatsächlich benötigst. Ein großer Teil der Pflanzen sollte am Standort verbleiben.

Wann kann man Spitzwegerich sammeln?

Die jungen Blätter erscheinen bereits im Frühjahr und können über einen langen Zeitraum gesammelt werden.

Für die Naturküche sind die jungen und noch zarten Blätter besonders interessant.

Später erscheinen die charakteristischen Blütenstände. Nach der Blüte entwickeln sich schließlich die Samen.

Dadurch kann man Spitzwegerich über einen großen Teil des Jahres beobachten und unterschiedliche Pflanzenteile kennenlernen.

Welche Teile des Spitzwegerichs sind verwendbar?

Je nach Jahreszeit lassen sich verschiedene Teile der Pflanze nutzen.

Die Blätter

Junge Spitzwegerichblätter können in der Wildkräuterküche verwendet werden. Außerdem spielen die Blätter eine wichtige Rolle in traditionellen Zubereitungen wie Tee oder Spitzwegerichsirup.

Die jungen Blütenstände

Auch die jungen Blütenstände sind essbar. Besonders interessant ist ihr Geschmack: Sie werden häufig als leicht pilzartig oder an Champignons erinnernd beschrieben.

Die Samen

Nach der Blüte entwickeln sich kleine Samen. Auch sie sind essbar und gehören zu den Teilen des Spitzwegerichs, die häufig übersehen werden.

Wie schmeckt Spitzwegerich?

Die jungen Blätter schmecken würzig, leicht herb und etwas kräftiger als viele klassische Salatkräuter.

Ältere Blätter werden zunehmend fester und faseriger. Für rohe Zubereitungen eignen sich deshalb besonders junge Blätter.

Die kräftigen Blattadern beziehungsweise Fasern lassen sich beim Schneiden berücksichtigen. Schneidest du die Blätter fein quer zu den Blattadern, lassen sie sich angenehmer verarbeiten.

Spitzwegerich in der Naturküche

Junge Spitzwegerichblätter können fein geschnitten beispielsweise in Kräuterquark, Kräuterbutter, Wildkräutersalaten, Suppen, Gemüsegerichten oder Wildkräuterpesto verwendet werden.

Auch als Bestandteil verschiedener Wildkräutermischungen lässt sich Spitzwegerich ausprobieren.

Die jungen Blütenstände können ebenfalls in der Küche verwendet werden. Gerade ihr ungewöhnliches, leicht pilzartiges Aroma macht sie interessant.

Wie bei allen selbst gesammelten Wildpflanzen solltest du zunächst nur kleine Mengen ausprobieren.

Spitzwegerich in der traditionellen Hausapotheke

Spitzwegerich gehört zu den Pflanzen mit einer langen traditionellen Verwendung.

Besonders bekannt ist er im Zusammenhang mit Reizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenem Husten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt entsprechende Anwendungen aufgrund der langjährigen traditionellen Nutzung der Pflanze.

Traditionelle Verwendung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jedes überlieferte Hausmittel nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben als wirksam nachgewiesen gilt.

Spitzwegerich ist beispielsweise Bestandteil traditioneller Zubereitungen wie Spitzwegerichtee und Spitzwegerichsirup.

Spitzwegerichsirup – ein Klassiker der Hausapotheke

Spitzwegerichsirup gehört zu den bekanntesten traditionellen Zubereitungen aus der Pflanze.

Dabei werden die Blätter verarbeitet und je nach Rezept beispielsweise mit Zucker oder Honig angesetzt.

Solche selbst gemachten Zubereitungen sollten hygienisch hergestellt und richtig aufbewahrt werden. Bei Husten gilt außerdem: Ein traditionelles Hausmittel ersetzt keine medizinische Abklärung, wenn Beschwerden stark sind, ungewöhnlich erscheinen oder länger anhalten.

Spitzwegerich bei Insektenstichen

Vielleicht kennst du auch diese alte Anwendung:

Ein frisches Spitzwegerichblatt wird zwischen den Fingern zerdrückt oder zerrieben, bis Pflanzensaft austritt. Anschließend wird das zerdrückte Blatt traditionell äußerlich auf die betroffene Hautstelle gelegt beziehungsweise darübergerieben.

Die traditionelle äußerliche Anwendung von Spitzwegerich bei kleineren Hautentzündungen ist ebenfalls beschrieben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Spitzwegerich eine stärkere allergische Reaktion behandeln kann.

Bei zunehmender oder großflächiger Schwellung, Atemproblemen, Kreislaufbeschwerden oder anderen Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion ist unverzüglich medizinische Hilfe notwendig.

Auf größere offene oder stark verletzte Hautstellen sollte außerdem nicht einfach eine frisch gesammelte Pflanze aufgelegt werden.

 

Spitzwegerich lässt sich auch für äußerliche Kräuterzubereitungen verwenden.

Eine Möglichkeit ist beispielsweise eine selbst gemachte Spitzwegerichsalbe, für die zunächst ein Kräuterölauszug hergestellt und anschließend zu einer Salbe weiterverarbeitet werden kann.

Gerade solche Zubereitungen zeigen, warum Spitzwegerich früher einen festen Platz in vielen traditionellen Hausapotheken hatte.

Spitzwegerichsamen – der oft übersehene Teil der Pflanze

Wenn die Blüte vorbei ist, lohnt es sich, den Spitzwegerich trotzdem weiter zu beobachten.

Denn jetzt entwickeln sich an seinen charakteristischen Ähren die Samen.

Auch sie sind essbar.

Spitzwegerich gehört zur Pflanzengattung Plantago. Zu derselben Gattung gehören auch Arten, deren Samen beziehungsweise Samenschalen als Flohsamen und Flohsamenschalen verwendet werden.

Unser heimischer Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ist allerdings nicht dasselbe wie die für handelsübliche Flohsamenschalen häufig verwendete Art Plantago ovata.

Die beiden sollten deshalb nicht einfach gleichgesetzt werden.

Wann sind Spitzwegerichsamen reif?

Im Laufe des Sommers und Spätsommers verändern sich die Samenstände.

Sie werden zunehmend trocken und bräunlich. Sind die Samen ausgereift, lassen sie sich relativ leicht aus den trockenen Fruchtständen herauslösen.

Du kannst einen trockenen Samenstand vorsichtig über einem Gefäß zwischen den Fingern ausreiben. Lösen sich die kleinen Samen leicht, kannst du sie sammeln.

Spitzwegerichsamen sammeln und trocknen

Schneide einige reife, trockene Samenstände ab und transportiere sie beispielsweise in einem Papierbeutel oder Sammelkorb.

Zu Hause sollten sie noch einmal vollständig nachtrocknen.

Anschließend kannst du die trockenen Samenstände zwischen den Händen beziehungsweise über einer Schüssel ausreiben und die gröberen Pflanzenbestandteile entfernen.

Bevor die Samen in ein geschlossenes Vorratsglas kommen, müssen sie vollständig trocken sein.

Feuchtigkeit im Vorratsglas kann die Haltbarkeit beeinträchtigen.

Was ist das Besondere an den Samen?

Samen verschiedener Plantago-Arten enthalten quellfähige Schleimstoffe.

Dieses Prinzip kennen viele von Flohsamen und Flohsamenschalen.

Trotz der botanischen Verwandtschaft sollten selbst gesammelte Spitzwegerichsamen jedoch nicht einfach nach Dosierungs- oder Anwendungsempfehlungen für handelsübliche Flohsamenschalen verwendet werden.

Für die Naturküche sind die kleinen Samen vor allem ein interessantes heimisches Wildlebensmittel.

Wie kann man Spitzwegerichsamen verwenden?

Vollständig getrocknete und gereinigte Samen können in kleinen Mengen beispielsweise in:

  • Müsli
  • Brot und Brötchen
  • Saatenmischungen
  • Crackern
  • selbst gemachten Müslimischungen

verwendet werden.

Gerade die Samen zeigen besonders schön, wie viel wir bei einer vermeintlich unscheinbaren Wildpflanze entdecken können.

Oft wird bei sogenannten „Superfoods“ weit in die Ferne geschaut. Dabei lohnt sich auch der Blick auf unsere heimischen Pflanzen und darauf, welche Pflanzenteile traditionell genutzt wurden und welche Nähr- und Pflanzenstoffe tatsächlich in ihnen stecken.

Spitzwegerich und Flohsamen sind nicht dasselbe

Dieser Unterschied ist wichtig.

Der heimische Spitzwegerich heißt botanisch Plantago lanceolata.

Bei handelsüblichen Flohsamenschalen handelt es sich häufig um Produkte aus Plantago ovata.

Beide Pflanzen gehören zwar zur Gattung Plantago, sind aber unterschiedliche Arten.

Selbst gesammelte Spitzwegerichsamen sind deshalb kein direkter Ersatz für standardisierte Flohsamen oder Flohsamenschalen.

Eine unscheinbare Pflanze mit vielen Seiten

Spitzwegerich ist eine dieser Pflanzen, die zeigen, wie viel sich direkt vor unserer Haustür entdecken lässt.

Im Frühjahr erscheinen seine jungen Blätter. Danach folgen die charakteristischen Blütenstände und später die Samen.

Er lässt sich in der Naturküche kennenlernen und gehört gleichzeitig zu den Pflanzen, die seit Generationen in der traditionellen Hausapotheke verwendet werden.

Vielleicht gehst du beim nächsten Spaziergang etwas aufmerksamer über eine Wiese.

Denn sobald du die schmalen Blätter mit ihren auffälligen Blattadern einmal kennst, wirst du ihn wahrscheinlich immer wieder entdecken.

Und aus einer Pflanze, an der man früher einfach vorbeigelaufen ist, wird plötzlich ein kleines Stück Naturwissen.

Du möchtest Spitzwegerichsamen selbst sammeln und verwenden?
In meinem ausführlichen Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wann die Samen reif sind, wie du sie sammelst, trocknest und anschließend verwenden kannst.
→ Spitzwegerichsamen sammeln & verwenden

 

Spitzwegerich oder Breitwegerich – was ist der Unterschied?

Spitzwegerich und Breitwegerich gehören beide zur Gattung Plantago und wachsen häufig sogar an ähnlichen Orten. Wenn du die Blattform kennst, kannst du sie jedoch recht gut auseinanderhalten.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Der Spitzwegerich besitzt seine typischen:

  • langen, schmalen und lanzettförmigen Blätter
  • deutlich sichtbaren, fast parallel verlaufenden Blattadern
  • meist aufrecht stehenden Blätter in einer Rosette
  • relativ langen, dünnen Blütenstiele
  • eher kurzen, länglichen bis eiförmigen Blütenähren

Seine Blätter erinnern von der Form tatsächlich ein wenig an eine Lanzenspitze – daher auch der botanische Name lanceolata.

Breitwegerich (Plantago major)

Beim Breitwegerich sieht die Blattrosette deutlich anders aus.

Seine Blätter sind:

  • breit und eiförmig bis rundlich
  • wesentlich kürzer und breiter als beim Spitzwegerich
  • ebenfalls von kräftigen Blattadern durchzogen
  • häufig relativ flach am Boden ausgebreitet
  • mit einem deutlich ausgeprägten Blattstiel versehen

Auch die Blütenstände unterscheiden sich. Der Breitwegerich bildet meist lange, schmale Ähren, an denen zahlreiche kleine unscheinbare Blüten beziehungsweise später Samen sitzen.

Das ist eigentlich eine schöne Eselsbrücke:

Spitzwegerich: schmale, spitze Blätter + eher kurzer Blütenkopf.
Breitwegerich: breite Blätter + lange Blüten-/Samenähre.

Kann man Breitwegerich ebenfalls verwenden?

Ja – und das ist das Spannende.

Auch der Breitwegerich ist essbar und wurde traditionell verwendet. Junge Blätter können beispielsweise in der Wildkräuterküche genutzt werden und auch seine Samen sind essbar.

Trotzdem sollten wir die Pflanzen nicht einfach beliebig gegeneinander austauschen.

Wenn in unserem Artikel von Spitzwegerich die Rede ist, meinen wir ausdrücklich Plantago lanceolata. Medizinische Monographien und konkrete traditionelle Anwendungen können sich nämlich auf eine bestimmte Art und einen bestimmten Pflanzenteil beziehen.

Direktvergleich

Merkmal Spitzwegerich Breitwegerich
Botanischer Name Plantago lanceolata Plantago major
Blätter lang, schmal, spitz breit, eiförmig/rundlich
Blattstellung eher aufrecht häufig bodennah
Blattadern deutlich längs verlaufend ebenfalls deutlich ausgeprägt
Blütenstand relativ kurze Ähre deutlich längere Ähre
Samen essbar essbar
Naturküche junge Blätter, Blütenstände, Samen vor allem junge Blätter und Samen

Wenn du dir nur ein Merkmal merken möchtest, schau zuerst auf die Blätter. Bei ausgewachsenen Exemplaren ist der Unterschied zwischen den schmalen Blättern des Spitzwegerichs und den breiten Blättern des Breitwegerichs meistens ziemlich deutlich.

Die Zwiebel als altes Hausmittel: Was in der traditionellen Hausapotheke steckt

Zwiebelsaft selber machen – traditionelles Hausmittel mit Zucker oder Honig

Grüne Seele – Naturwissen

Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die uns an früher erinnern. Eine Zwiebel, ein wenig Zucker, ein Glas – und ein Hausmittel, das schon unsere Großeltern kannten.

Gerade in der kühleren Jahreszeit, wenn draußen der Wind durch die Bäume zieht und sich die ersten Erkältungen bemerkbar machen, erinnern sich viele an den selbst gemachten Zwiebelsaft aus ihrer Kindheit.

Sein Duft ist unverwechselbar, sein Geschmack süßlich und gleichzeitig kräftig nach Zwiebel. Und die Zubereitung hat etwas wunderbar Einfaches: Schicht für Schicht entsteht aus wenigen Zutaten ein Sirup.

Doch was steckt eigentlich hinter diesem alten Hausmittel? Und wie lässt sich Zwiebelsaft mit Zucker oder Honig selbst herstellen?

Warum wird Zwiebelsaft traditionell bei Husten verwendet?

Die Küchenzwiebel (Allium cepa) ist weit mehr als eine alltägliche Zutat. Sie enthält unter anderem schwefelhaltige Verbindungen und verschiedene Pflanzenstoffe, darunter Flavonoide wie Quercetin.

Beim Schneiden werden Zellstrukturen aufgebrochen. Dadurch entstehen die typischen flüchtigen Schwefelverbindungen, die für den intensiven Geruch und die tränenden Augen verantwortlich sind.

In der Volksheilkunde wird Zwiebelsaft seit Generationen bei Erkältungen und Husten verwendet.

Allerdings ist es wichtig, zwischen Überlieferung und wissenschaftlichem Nachweis zu unterscheiden: Dass selbst gemachter Zwiebelsaft Husten zuverlässig lindert oder die Heilung einer Erkältung beschleunigt, ist durch hochwertige klinische Studien bislang nicht ausreichend belegt.

Ein süßer Sirup kann sich im gereizten Hals angenehm anfühlen. Für Honig gibt es zudem begrenzte wissenschaftliche Hinweise, dass er bei Kindern über einem Jahr akuten Husten etwas lindern kann. Das ist jedoch kein Wirksamkeitsnachweis für die gesamte Zwiebel-Honig-Mischung.

Zwiebelsaft selber machen – das klassische Schichtprinzip

Das Besondere an der traditionellen Zubereitung ist das Schichten.

Die klein geschnittene Zwiebel wird abwechselnd mit Zucker oder Honig in ein Glas gegeben. Mit der Zeit tritt Flüssigkeit aus der Zwiebel aus und verbindet sich mit der süßen Zutat.

Dafür braucht es weder einen Entsafter noch einen Kochtopf.

Rezept 1: Zwiebelsaft mit Zucker

Zutaten

  • 1 mittelgroße Zwiebel

  • 2–3 Esslöffel Zucker

  • 1 sauberes Schraubglas

  • 1 feines Sieb

Zubereitung

  1. Die Zwiebel schälen und in kleine, möglichst gleichmäßige Würfel schneiden.

  2. Eine dünne Schicht Zwiebelstücke auf den Boden des Glases geben.

  3. Etwas Zucker darüberstreuen.

  4. Die nächste Schicht Zwiebelwürfel daraufgeben und erneut mit Zucker bedecken.

  5. Diesen Vorgang wiederholen, bis alle Zwiebelstücke aufgebraucht sind. Die letzte Schicht sollte aus Zucker bestehen.

  6. Das Glas verschließen und einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

  7. Sobald sich ausreichend Flüssigkeit gebildet hat, den Sirup durch ein feines Sieb in ein frisches, sauberes Gefäß abgießen.

Durch den Zucker tritt nach und nach Flüssigkeit aus den Zwiebelstücken aus. Der Zucker löst sich darin auf und bildet einen süßlichen Zwiebelsirup.

Rezept 2: Zwiebelsaft mit Honig

Wer lieber Honig verwendet, kann das Grundrezept entsprechend abwandeln.

Zutaten

  • 1 mittelgroße Zwiebel

  • 2–3 Esslöffel flüssiger Honig

  • 1 sauberes Schraubglas

  • 1 feines Sieb

Zubereitung

  1. Die Zwiebel schälen und fein würfeln.

  2. Eine dünne Schicht Zwiebelstücke in das Glas geben.

  3. Etwas Honig darüberträufeln.

  4. Anschließend wieder Zwiebeln und Honig abwechselnd einschichten.

  5. Mit einer dünnen Honigschicht abschließen.

  6. Das verschlossene Glas für einige Stunden in den Kühlschrank stellen.

  7. Wenn sich Flüssigkeit gebildet hat, die Mischung durch ein feines Sieb abgießen.

Bei dieser Variante verbindet sich die austretende Zwiebelflüssigkeit mit dem Honig.

Der Geschmack ist anders als bei der Zuckervariante: Die Süße des Honigs tritt stärker hervor, während das kräftige Zwiebelaroma erhalten bleibt.

Wichtig: Honig darf Säuglingen unter zwölf Monaten nicht gegeben werden, da er Sporen von Clostridium botulinumenthalten kann.

Warum bildet sich überhaupt Flüssigkeit?

Hinter der Herstellung steckt ein einfacher Vorgang.

Zwiebeln bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Zucker und Honig schaffen an der Oberfläche der Zwiebelstücke eine Umgebung mit hoher Zuckerkonzentration.

Dadurch wird Wasser aus dem Pflanzengewebe gezogen. Dieser Vorgang hängt mit der Osmose zusammen.

Mit der Zeit sammelt sich die Flüssigkeit am Boden des Glases.

Je feiner die Zwiebel geschnitten ist, desto größer ist die Oberfläche, über die Flüssigkeit austreten kann.

Wie lange ist selbst gemachter Zwiebelsaft haltbar?

Anders als industriell hergestellte Sirupe ist diese Mischung weder standardisiert noch zuverlässig konserviert.

Deshalb empfiehlt es sich, nur kleine Mengen frisch zuzubereiten.

Den abgeseihten Sirup in einem sauberen, verschlossenen Gefäß im Kühlschrank aufbewahren und möglichst innerhalb von 24 Stunden verbrauchen.

Reste anschließend entsorgen. Bei Bläschenbildung, Gärgeruch, Schimmel oder anderen auffälligen Veränderungen darf der Sirup nicht mehr verwendet werden.

Auch wenn Honig und Zucker konservierende Eigenschaften besitzen, lässt sich daraus keine längere sichere Haltbarkeit des selbst gemachten Zwiebelsafts ableiten.

Wann ist Vorsicht geboten?

Zwiebelsaft ist ein traditionelles Hausmittel und kein Ersatz für eine medizinische Behandlung.

Bei Atemnot, Brustschmerzen, hohem oder anhaltendem Fieber, deutlich verschlechtertem Allgemeinzustand oder länger anhaltendem Husten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Auch bei kleinen Kindern ist besondere Vorsicht wichtig. Säuglingen unter einem Jahr darf kein Honig gegeben werden. Für Kinder sollte die Verwendung selbst gemachter Hausmittel im Zweifel mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.

Wer Zwiebeln oder Honig nicht verträgt, sollte auf die entsprechende Zubereitung verzichten.

Ein Stück überliefertes Alltagswissen

Es braucht manchmal erstaunlich wenig, um sich mit alten Küchentraditionen zu beschäftigen.

Eine Zwiebel schneiden, die Zutaten sorgfältig einschichten, das Glas verschließen und später beobachten, wie sich langsam Flüssigkeit bildet.

Solche einfachen Handgriffe erinnern daran, wie Menschen früher mit den Zutaten gearbeitet haben, die ihnen zur Verfügung standen.

Nicht jedes überlieferte Hausmittel hält einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. Trotzdem kann es interessant sein, seine Geschichte zu kennen und zu verstehen, welche Vorgänge hinter der Zubereitung stecken.

Genau darum geht es bei Grüne Seele – Naturwissen: Pflanzen kennenlernen, traditionelle Anwendungen verstehen, selbst ausprobieren und dabei bewusst zwischen Erfahrung und gesichertem Wissen unterscheiden.

Fazit: Zwei Zutaten, ein altes Hausrezept

Zwiebelsaft mit Zucker oder Honig lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst herstellen. Das traditionelle Schichtverfahren ist einfach und macht sichtbar, wie Zucker beziehungsweise Honig den Austritt von Flüssigkeit aus der Zwiebel begünstigt.

Ob man die Variante mit Zucker oder Honig bevorzugt, ist vor allem eine Frage des Geschmacks und der individuellen Verträglichkeit.

Als Hausmittel gehört Zwiebelsaft zur überlieferten Alltagskultur. Seine medizinische Wirkung sollte jedoch nicht überschätzt werden.


Lavendel nach der ersten Blüte schneiden: So blüht meiner ein zweites Mal

Lavendel nach der ersten Blüte schneiden: So blüht meiner ein zweites Mal

Viele kennen Lavendel als typische Sommerpflanze: Er blüht wunderschön violett, Bienen und Hummeln besuchen ihn ständig – und irgendwann sind die Blüten verblüht.

Dann war es das für dieses Jahr?

Bei meinem Lavendel nicht.

Ich schneide meinen Lavendel nach der ersten Blüte zurück und kann mich später im Jahr regelmäßig über eine zweite Blüte freuen.

Dabei orientiere ich mich gar nicht an einem bestimmten Datum. Ich schaue mir die Pflanze an. Wenn die erste Blüte vorbei ist und die Blütenstände „leer“ aussehen, weiß ich: Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen, zur Schere zu greifen.

In diesem Artikel zeige ich dir, woran ich das erkenne, wie ich meinen Lavendel zurückschneide und warum der richtige Zeitpunkt entscheidend sein kann, wenn du auf eine zweite Blüte hoffst.

Kann Lavendel zweimal im Jahr blühen?

Ja – Lavendel kann nach seiner ersten Hauptblüte noch einmal neue Blütentriebe bilden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Lavendel garantiert zweimal gleich üppig blüht.

Sorte, Standort, Wetter, Pflege und vor allem der Zeitpunkt des Sommerschnitts spielen dabei eine Rolle. Die zweite Blüte fällt häufig etwas kleiner aus als die erste.

Bei meinem eigenen Lavendel funktioniert es regelmäßig: Nach der ersten Blüte schneide ich ihn zurück und später erscheinen neue Blüten.

Das ist meine persönliche Gartenerfahrung – keine Garantie dafür, dass jede Lavendelpflanze unter allen Bedingungen genauso reagiert.

Wann schneide ich meinen Lavendel nach der ersten Blüte?

Ich schaue weniger auf den Kalender als auf meinen Lavendel.

Während der Hauptblüte sitzen an den langen Stielen zahlreiche violette Einzelblüten. Mit der Zeit verschwinden sie. Die Blütenstände werden zunehmend trocken, bräunlich und wirken irgendwann regelrecht leer.

Genau diesen Unterschied kann man sehen.

Wenn kaum noch Blüten vorhanden sind und die erste Blüte eindeutig vorbei ist, schneide ich.

Allgemein wird empfohlen, Lavendel nach der ersten Blüte im Sommer zurückzuschneiden. Dabei sollte man nicht unnötig lange warten, denn ein früher Sommerschnitt gibt der Pflanze mehr Zeit, neue Triebe und möglicherweise eine zweite Blüte zu bilden.

Warum schneide ich die verblühten Blüten überhaupt ab?

Nach der Blüte beginnt eine Pflanze normalerweise damit, Energie in die Samenbildung zu investieren.

Durch das Entfernen der verblühten Blütenstände wird dieser Prozess unterbrochen.

Gleichzeitig regt der Sommerschnitt den Lavendel zu neuem Austrieb an.

Bei passenden Bedingungen können sich an diesen jungen Trieben später im Sommer beziehungsweise Spätsommer neue Blüten entwickeln.

Ein regelmäßiger Schnitt hat noch einen weiteren Vorteil: Lavendel ist ein Halbstrauch und verholzt mit zunehmendem Alter von unten. Regelmäßiges Schneiden hilft dabei, die Pflanze kompakter zu halten.

Wie weit schneide ich Lavendel nach der ersten Blüte zurück?

Hier ist ein Punkt besonders wichtig:

Nicht einfach nur die braunen Blütenköpfe einzeln abschneiden – aber auch nicht tief ins alte Holz schneiden.

Als Orientierung für den Sommerschnitt gilt:

Etwa ein Drittel zurückschneiden.

Dabei werden die verblühten Blütenstiele und ein Teil des diesjährigen grünen Austriebs entfernt.

Der untere, noch belaubte Bereich bleibt erhalten.

Ich schaue auch hier lieber auf die Pflanze als ausschließlich auf Zentimeterangaben. Lavendel wächst schließlich nicht überall exakt gleich.

Achtung: Nicht ins alte kahle Holz schneiden

Lavendel verholzt mit der Zeit von unten.

Wenn du zwischen die grünen Triebe schaust, kannst du diesen älteren, braunen und holzigen Bereich gut erkennen.

Dort solltest du beim normalen Sommerschnitt nicht hineinschneiden.

Aus altem, unbeblättertem Holz treibt Lavendel häufig nur schlecht wieder aus.

Deshalb lasse ich immer ausreichend grünen, belaubten Austrieb an der Pflanze stehen.

So gehe ich bei meinem Lavendel vor

Wenn die erste Blüte vorbei ist, mache ich es ganz unkompliziert:

  1. Ich schaue, ob die Blütenstände weitgehend verblüht und „leer“ sind.
  2. Dann nehme ich eine saubere, scharfe Garten- oder Heckenschere.
  3. Die verblühten Blütentriebe schneide ich zusammen mit einem Teil des grünen Austriebs zurück.
  4. Insgesamt kürze ich die Pflanze ungefähr um ein Drittel.
  5. Den alten, kahlen und verholzten Bereich lasse ich unangetastet.
  6. Anschließend bekommt der Lavendel Zeit, neu auszutreiben.

Und dann heißt es beobachten.

Nach einiger Zeit erscheinen frische Triebe – und bei meinem Lavendel entwickeln sich daraus später erneut Blüten.

Wie sieht die zweite Lavendelblüte aus?

Erwarte nicht unbedingt eine zweite Blüte, die genauso groß und üppig ist wie die erste.

Bei einer Nachblüte können weniger Blütenstände erscheinen und die Blüte insgesamt etwas schwächer ausfallen.

Ich finde sie trotzdem wunderschön.

Denn während viele andere Pflanzen langsam Richtung Spätsommer gehen, erscheinen am Lavendel noch einmal frische violette Blüten.

Und natürlich werden auch diese wieder von Insekten besucht.

Was braucht Lavendel nach dem Sommerschnitt?

Lavendel liebt einen sonnigen Standort und einen eher trockenen, gut durchlässigen Boden.

Nach dem Sommerschnitt beobachte ich die Pflanze einfach weiter. Bei längerer Trockenheit kann Wasser nötig sein, besonders bei Lavendel im Topf.

Eine kräftige Düngung ist dagegen nicht erforderlich. Lavendel gehört zu den Pflanzen, die mit eher nährstoffarmen Bedingungen gut zurechtkommen.

Vor allem sollte man nach dem Sommerschnitt nicht versuchen, die zweite Blüte mit viel Dünger zu erzwingen.

Sommerschnitt und Frühjahrsschnitt sind nicht dasselbe

Das wird schnell verwechselt.

Der Sommerschnitt nach der ersten Blüte ist vergleichsweise moderat. Hier wird ungefähr ein Drittel zurückgenommen.

Im Frühjahr darf Lavendel deutlich kräftiger zurückgeschnitten werden. Häufig spricht man deshalb von der sogenannten Ein-Drittel-Zwei-Drittel-Regel:

Sommer: etwa ein Drittel.
Frühjahr: bis etwa zwei Drittel.

Auch beim Frühjahrsschnitt gilt allerdings: Nicht bedenkenlos tief ins alte, kahle Holz schneiden.

Nicht zu spät im Jahr schneiden

Wer eine zweite Blüte fördern möchte, sollte mit dem Sommerschnitt nicht bis weit in den Herbst warten.

Die Pflanze braucht schließlich Zeit, um neue Triebe zu bilden. Diese müssen außerdem vor dem Winter ausreichend ausreifen können.

Ist der Sommer bereits weit fortgeschritten und der richtige Zeitpunkt wurde verpasst, sollte man deshalb nicht einfach einen kräftigen späten Rückschnitt durchführen.

Woran erkenne ich verblühten Lavendel?

Das möchte ich noch einmal hervorheben, weil genau das für mich im Garten viel hilfreicher ist als ein festes Datum.

Schau dir die Blütenähren genau an.

Während der Blüte sitzen daran viele kleine violette Einzelblüten. Nach und nach verschwinden diese. Zurück bleiben trockener wirkende Blütenstände.

Irgendwann sehen sie fast leer aus.

Wenn du einmal bewusst darauf achtest, erkennst du den Unterschied ziemlich schnell.

Und genau diesen Zustand nutze ich bei meinem Lavendel als Signal für den Sommerschnitt.

Kann ich die abgeschnittenen Lavendelblüten noch verwenden?

Hier kommt es darauf an, wann du sie schneidest und wofür du sie verwenden möchtest.

Wenn Lavendelblüten beispielsweise besonders aromatisch zum Trocknen geerntet werden sollen, wartet man normalerweise nicht, bis sie vollständig verblüht sind.

Die „leeren“ Blütenstände meines Sommerschnitts sind deshalb nicht dasselbe wie eine gezielte Lavendelernte.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Möchtest du Lavendel zum Trocknen, für Duftsäckchen oder für andere Projekte ernten, lohnt es sich, einen Teil der Blüten bereits zu einem früheren Zeitpunkt zu schneiden.

Meine Erfahrung: Ich lasse mir die zweite Blüte nicht entgehen

Früher hätte ich bei verblühtem Lavendel vielleicht gedacht: Das war’s für dieses Jahr.

Heute weiß ich aus meinem eigenen Garten, dass es sich lohnt, noch einmal zur Schere zu greifen.

Ich warte, bis die erste Blüte vorbei ist und die Blütenstände sichtbar leer werden. Dann bekommt mein Lavendel seinen Sommerschnitt.

Und irgendwann beginnt zwischen dem graugrünen Laub wieder etwas Violettes aufzutauchen.

 

Die zweite Blüte.

Vielleicht etwas kleiner als die erste – aber für mich jedes Mal wieder schön.

Und genau solche Beobachtungen liebe ich am Gärtnern: Man muss nicht nur wissen, was in einem Kalender steht. Man kann lernen, die Pflanze selbst zu beobachten.

Denn oft zeigt sie uns ziemlich genau, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Ringelblumenöl selber machen: Ölauszug aus Calendula herstellen

Ringelblumenöl selber machen: Ölauszug aus Calendula herstellen

Ringelblumen gehören zu diesen Pflanzen, die man kaum übersehen kann.

Ihre gelben bis leuchtend orangefarbenen Blüten stehen oft über Wochen im Garten und wirken fast so, als würden sie ein kleines Stück Sonne speichern.

Und genau aus diesen Blüten lässt sich ein Ringelblumenöl – ein sogenanntes Ölmazerat – herstellen.

Doch bevor wir einfach Blüten in ein Glas geben und Öl darüber gießen, lohnt es sich wieder, genauer hinzusehen:

Welche Ringelblume verwenden wir eigentlich?

Nimmt man die ganzen Blütenköpfe oder nur die Blütenblätter?

Frisch oder getrocknet?

Welches Öl eignet sich?

Und warum wird das fertige Öl manchmal deutlich orangefarben?

Welche Ringelblume verwenden wir?

Für unser Ringelblumenöl verwenden wir die Garten-Ringelblume, Calendula officinalis L.

Sie gehört zur Familie der Korbblütler, den Asteraceae.

Calendula officinalis ist botanisch als eigene Art anerkannt und stammt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum. Heute wird sie weit darüber hinaus kultiviert und ist auch bei uns eine bekannte Gartenpflanze.

Für traditionelle pflanzliche Zubereitungen werden vor allem die Blüten verwendet. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Calendula officinalis L., flos – also Ringelblumenblüten – in ihrer Pflanzenmonografie.

Ganze Blütenköpfe oder nur Blütenblätter?

Bei Ringelblumen sieht das vermeintlich einfache Wort „Blüte“ botanisch etwas anders aus.

Was wir als einzelne Ringelblumenblüte wahrnehmen, ist eigentlich ein ganzer Blütenkorb aus vielen Einzelblüten.

Außen sitzen die auffälligen Zungenblüten, innen die kleineren Röhrenblüten.

Für einen selbstgemachten Ölauszug werden häufig die getrockneten Blüten beziehungsweise Blütenteile verwendet.

Ich würde für unseren einfachen kosmetischen Ansatz bevorzugen:

gut getrocknete Blütenblätter beziehungsweise locker zerlegte, vollständig getrocknete Blütenköpfe.

Der wichtigste Punkt ist weniger, ob exakt jedes grüne Kelchteil entfernt wurde.

Entscheidend ist:

Das Pflanzenmaterial muss wirklich trocken sein.

Warum getrocknete Ringelblumen?

Das kennen wir bereits aus unserem Grundlagenartikel über Ölauszüge.

Frische Pflanzen enthalten Wasser.

Kommt dieses Wasser in einen Ölansatz, steigt das Risiko für unerwünschte mikrobielle Veränderungen.

Für einen einfachen Ringelblumen-Ölauszug zu Hause sind deshalb gut getrocknete Blüten die unkompliziertere Variante.

Das bedeutet nicht, dass traditionelle Zubereitungen mit frischem Pflanzenmaterial grundsätzlich falsch wären.

Aber für einen reproduzierbaren kosmetischen Ansatz mit möglichst wenig Restfeuchte starten wir bewusst mit getrocknetem Material.

Warum sind Ringelblumen eigentlich so orange?

Jetzt kommt unser kleiner Naturwissen-Abstecher.

Die Blüten von Calendula officinalis enthalten unterschiedliche Carotinoide.

Carotinoide sind Pflanzenpigmente, die unter anderem gelbe, orange und rötliche Farbtöne erzeugen können.

Untersuchungen an Ringelblumenblüten haben zahlreiche unterschiedliche Carotinoide nachgewiesen.

Besonders spannend:

Orangefarbene Ringelblumensorten besitzen teilweise andere beziehungsweise zusätzliche Carotinoide als gelbe Sorten. Einige dieser Pigmente tragen direkt zur kräftigen orangefarbenen Blütenfarbe bei.

Deshalb sind zwei Ringelblumen aus demselben Garten chemisch nicht automatisch vollkommen identisch, nur weil auf beiden Calendula officinalis steht.

Wandern diese Farbstoffe auch ins Öl?

Zum Teil ja.

Viele Carotinoide besitzen fettlösliche beziehungsweise lipophile Eigenschaften.

Genau deshalb können bestimmte Bestandteile der Ringelblumenblüten in ein Pflanzenöl übergehen.

Neben Carotinoiden enthält Calendula officinalis aber noch zahlreiche andere Stoffgruppen – unter anderem Flavonoide, Triterpene und weitere sekundäre Pflanzenstoffe.

Und hier gilt wieder unsere wichtige Regel:

Ein Ölmazerat extrahiert nicht sämtliche Inhaltsstoffe einer Pflanze gleichermaßen.

Fettlösliche Bestandteile werden anders erfasst als stärker wasserlösliche Stoffe.

Deshalb ist Ringelblumenöl nicht einfach „die ganze Ringelblume in flüssiger Form“.

Welches Öl eignet sich für Ringelblumenöl?

Du kannst verschiedene hautgeeignete Pflanzenöle verwenden.

Für einen einfachen Ansatz eignen sich beispielsweise:

  • Olivenöl
  • Sonnenblumenöl
  • Mandelöl

Jedes Öl verändert das fertige Mazerat.

Olivenöl ist vergleichsweise oxidationsstabil, besitzt aber einen deutlicheren Eigengeruch.

Mandelöl fühlt sich auf der Haut leichter an, ist jedoch oxidativ empfindlicher.

Für einen ersten Versuch würde ich ein frisches, hautgeeignetes und möglichst stabiles Pflanzenöl wählen.

Wenn du das Ringelblumenöl später für eine Salbe verwenden möchtest, sollte dir auch das Hautgefühl des Öls gefallen.

Ringelblumenöl selber machen – einfaches Grundrezept

Für einen kleinen Ansatz brauchst du:

Zutaten

  • etwa 10 g vollständig getrocknete Ringelblumenblüten
  • etwa 100 g Pflanzenöl

Damit arbeiten wir mit einem gut nachvollziehbaren Verhältnis von ungefähr 1 Teil Pflanzenmaterial zu 10 Teilen Öl nach Gewicht.

Das ist kein pharmazeutisch standardisierter Extrakt.

Es ist ein praktisches Hausrezept, das sich gut dokumentieren und später wiederholen lässt.

Außerdem brauchst du

  • ein sauberes, vollständig trockenes Schraubglas
  • eine Küchen- oder Feinwaage
  • einen sauberen Löffel
  • später ein feines Filtertuch oder Sieb
  • eine saubere dunkle Glasflasche beziehungsweise ein dunkles Glas

Schritt 1: Ringelblumen kontrollieren

Bevor die Blüten ins Glas kommen, schau sie dir in Ruhe an.

Sie sollten:

  • vollständig trocken sein,
  • normal riechen,
  • keine feuchten Stellen zeigen,
  • keine sichtbaren Schimmelspuren besitzen.

Wenn du Blüten selbst gesammelt und getrocknet hast, ist dieser Schritt besonders wichtig.

Schritt 2: Blüten etwas zerkleinern

Zerreibe die trockenen Blüten leicht zwischen den Fingern oder zerkleinere größere Blütenteile grob.

Sie müssen nicht pulverisiert werden.

Durch die Zerkleinerung vergrößert sich lediglich die Oberfläche, die mit dem Öl in Kontakt kommt.

Schritt 3: Blüten ins Glas geben

Gib die abgewogenen Ringelblumen in dein sauberes und vollkommen trockenes Glas.

Drücke sie nicht extrem fest zusammen.

Das Öl soll später möglichst gut an alle Pflanzenteile gelangen.

Schritt 4: Mit Öl übergießen

Gib das abgewogene Pflanzenöl dazu.

Alle Pflanzenteile sollten vollständig mit Öl benetzt beziehungsweise bedeckt sein.

Rühre vorsichtig um.

Dabei steigen oft kleine Luftblasen aus dem Pflanzenmaterial auf.

Anschließend kontrollierst du noch einmal, ob irgendwo trockene Pflanzenteile aus dem Öl herausragen.

Schritt 5: Glas beschriften

Und diesmal wirklich sofort. 😄

Notiere:

Ringelblume – Calendula officinalis

verwendetes Öl

Verhältnis Pflanze : Öl

Ansatzdatum

Dann weißt du später exakt, was in deinem Glas steckt.

Wie lange sollte Ringelblumenöl ziehen?

Für einen traditionellen Kaltauszug findet man häufig Zeiträume von mehreren Wochen.

Für unseren Hausansatz kannst du mit ungefähr 3 bis 4 Wochen arbeiten.

Dabei sollte das Glas nicht permanent in praller, stark aufheizender Sonne stehen.

Ein warmer Platz ohne extreme Hitze ist die unkompliziertere Variante.

Schwenke das Glas gelegentlich vorsichtig und kontrolliere regelmäßig, ob das Pflanzenmaterial vollständig mit Öl bedeckt bleibt.

Muss Ringelblumenöl auf die Fensterbank?

Nein.

Die berühmte sonnige Fensterbank ist nicht automatisch Voraussetzung für einen guten Ölauszug.

Licht und Wärme können Extraktionsprozesse beeinflussen – gleichzeitig fördern starke Wärme, Licht und Sauerstoff auch die Oxidation von Pflanzenölen.

Deshalb stelle ich das Glas lieber hell bis halbschattig und warm, aber nicht dauerhaft heiß.

Vor allem hinter einer Glasscheibe kann ein Ansatz im Sommer wesentlich wärmer werden, als man denkt.

Kann man Ringelblumenöl auch warm ausziehen?

Ja.

Statt mehrere Wochen zu warten, lässt sich ein Ringelblumenmazerat auch mit sanfter kontrollierter Wärmeherstellen.

Dazu wird das Glas beziehungsweise ein geeignetes hitzebeständiges Gefäß in einem Wasserbad vorsichtig erwärmt.

Wichtig ist:

Das Öl soll nicht stark erhitzt oder gar gekocht werden.

Der Warmauszug beschleunigt den Prozess, verändert aber gleichzeitig die Extraktionsbedingungen.

Für unsere ersten Ringelblumenprojekte finde ich den langsamen Kaltauszug besonders schön, weil man die Veränderung des Öls über mehrere Wochen beobachten kann.

Wird das Öl wirklich orange?

Das hängt vom Ausgangsmaterial und vom verwendeten Öl ab.

Bei kräftig orangefarbenen Ringelblumen kann das Mazerat mit der Zeit deutlich goldener bis orangefarbener wirken.

Bei helleren Blüten kann die Farbveränderung dezenter sein.

Auch das Ausgangsöl spielt natürlich mit hinein.

Olivenöl besitzt bereits eine eigene gelb-grünliche Färbung.

Ein helleres Pflanzenöl lässt Veränderungen möglicherweise deutlicher erkennen.

Die Farbe allein sagt jedoch nicht, wie „gut“ oder „wirksam“ ein fertiger Ölauszug ist.

Sie zeigt uns vielmehr, dass bestimmte farbgebende Pflanzenbestandteile in das Öl übergegangen sind.

Was passiert während der drei Wochen?

Von außen sieht es zunächst wenig spektakulär aus.

Pflanzenteile liegen in Öl.

Aber zwischen ihnen findet ständig Stoffaustausch statt.

Fettlösliche Bestandteile verlassen nach und nach das Pflanzenmaterial und verteilen sich im Öl.

Gleichzeitig verändern Licht, Temperatur, Zeit und Sauerstoff das gesamte System.

Ein Ölauszug ist deshalb keine magische Transformation.

Er ist ein Extraktionsprozess.

Und genau deshalb ist es sinnvoll, Bedingungen und Mengen aufzuschreiben.

Regelmäßig kontrollieren

Schau alle paar Tage nach deinem Glas.

Achte auf:

  • Geruch
  • Farbe
  • ungewöhnliche Trübungen
  • Feuchtigkeit
  • Pflanzenteile über der Öloberfläche
  • andere auffällige Veränderungen

Ein Ansatz soll angenehm pflanzlich beziehungsweise nach dem Trägeröl riechen.

Bei auffälligem, unangenehmem oder ranzigem Geruch würde ich ihn nicht weiterverwenden.

Schritt 6: Ringelblumenöl filtern

Nach der Mazerationszeit werden die Pflanzenteile entfernt.

Gieße das Öl langsam durch ein feines Filtertuch oder ein geeignetes Sieb.

Lasse es in ein sauberes und vollständig trockenes Gefäß laufen.

Je sauberer du filtrierst, desto weniger Pflanzenpartikel bleiben später im Öl.

Bei Bedarf kannst du einen zweiten Filterdurchgang machen.

Muss ich die Blüten ausdrücken?

Du kannst das Pflanzenmaterial vorsichtig auspressen.

Dabei gelangt allerdings häufig auch mehr feiner Pflanzenabrieb ins Öl.

Ich würde deshalb lieber langsam abtropfen lassen und anschließend noch einmal fein filtern.

Bei kleinen Mengen ist mir ein sauberes Öl wichtiger als der letzte Milliliter.

Schritt 7: Abfüllen und beschriften

Fülle dein fertiges Ringelblumenöl in eine saubere, trockene Flasche – idealerweise aus dunklem Glas.

Auf das Etikett kommen:

Ringelblumenöl

Calendula officinalis

Trägeröl

Herstellungsdatum

Abfülldatum

So weißt du auch Monate später noch, was du vor dir hast.

Wie lagere ich Ringelblumenöl?

Lagere das fertige Öl:

  • kühl,
  • dunkel,
  • trocken
  • und gut verschlossen.

Wärme, Licht und Sauerstoff beschleunigen die Alterung vieler Pflanzenöle.

Deshalb gehört ein fertiges Mazerat nicht dauerhaft auf die sonnige Fensterbank.

Die darf nach der Herstellung wieder den Pflanzen gehören. 😄

Wie lange ist Ringelblumenöl haltbar?

Eine pauschale Angabe wie „genau zwölf Monate“ wäre unseriös.

Die Haltbarkeit hängt unter anderem ab von:

  • dem verwendeten Pflanzenöl,
  • dessen Frische,
  • Oxidationsstabilität,
  • Restfeuchte der Ringelblumen,
  • Hygiene bei der Herstellung,
  • Lagerung,
  • Licht
  • und Sauerstoffkontakt.

Stelle deshalb lieber kleinere Mengen her.

Wenn sich Geruch oder Aussehen auffällig verändern oder das Öl ranzig riecht, solltest du es entsorgen.

Wofür kann ich Ringelblumenöl verwenden?

Unser selbstgemachtes Ringelblumenöl ist für äußerliche kosmetische Anwendung gedacht.

Du kannst es beispielsweise als einfaches Pflegeöl verwenden oder zu anderen wasserfreien Pflegeprodukten weiterverarbeiten.

Und jetzt kommt natürlich genau das, worauf unser ganzer Salben-Cluster hinausläuft:

Ringelblumenöl + Bienenwachs = Ringelblumensalbe

Damit können wir unser Salben-Grundrezept endlich mit einem selbst hergestellten Pflanzenmazerat kombinieren.

Traditionelle Verwendung der Ringelblume

Die Ringelblume besitzt eine lange Tradition in pflanzlichen Zubereitungen für die Haut.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Ringelblumenblüten in einer Pflanzenmonografie zur traditionellen Verwendung bei bestimmten leichten Hautproblemen und kleineren Wunden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass unser selbstgemachtes Ringelblumenöl automatisch ein Arzneimittel ist.

Unsere Zubereitung bleibt ein selbst hergestelltes kosmetisches Pflegeöl.

Genau diese Trennung ist wichtig.

Traditionelles Pflanzenwissen darf interessant sein, ohne daraus Heilversprechen für ein selbstgemachtes Produkt abzuleiten.

Vorsicht bei Korbblütler-Allergien

Ringelblumen gehören zur Familie der Asteraceae – den Korbblütlern.

Menschen mit bekannten Allergien beziehungsweise Überempfindlichkeiten gegenüber Pflanzen dieser Familie sollten deshalb besonders vorsichtig sein.

Bei Unsicherheit oder auffälligen Hautreaktionen sollte ein Produkt nicht weiterverwendet werden.

Ein kleiner Verträglichkeitstest an einer begrenzten Hautstelle kann bei selbstgemachten Pflegeprodukten grundsätzlich sinnvoll sein.

Unser Ringelblumenöl im Salben-Baukasten

Jetzt haben wir bereits drei wichtige Bausteine kennengelernt:

1. Salbe selber machen

Wir wissen, warum Öl und Bienenwachs eine streichfähige Salbe ergeben.

2. Ölauszug verstehen

Wir wissen, dass Öl vor allem bestimmte fettlösliche Pflanzenbestandteile aufnehmen kann.

3. Ringelblumenöl herstellen

Jetzt haben wir dieses Wissen auf eine konkrete Pflanze übertragen.

Und damit fehlt nur noch ein Schritt:

Aus unserem Ringelblumenöl wird eine Ringelblumensalbe.

Dann haben wir tatsächlich den kompletten Weg nachvollzogen:

Ringelblume

↓

getrocknete Blüte

↓

Ölauszug

↓

filtriertes Ringelblumenöl

↓

Bienenwachs

↓

fertige Ringelblumensalbe

Und genau das gefällt mir an diesem Thema so gut.

Wir sammeln nicht einfach Rezepte.

Wir bauen Stück für Stück ein Verständnis dafür auf, wie aus einer Pflanze überhaupt ein selbstgemachtes Pflegeprodukt entsteht.

Vielleicht schaust du eine Ringelblume im Garten danach ein kleines bisschen anders an.

Denn diese orangefarbene Blüte ist nicht nur hübsch.

Sie ist gleichzeitig ein kleines botanisches Labor voller Pigmente, Pflanzenstoffe – und spannender Zusammenhänge.