Haselnüsse sammeln, trocknen und lagern – so erkennst du reife Nüsse

Haselnüsse sammeln, trocknen und lagern – so erkennst du reife Nüsse

Wenn im Spätsommer und Herbst die ersten Haselnüsse unter den Sträuchern liegen, beginnt wieder eine dieser Sammelzeiten, bei denen man eigentlich nur einen kleinen Spaziergang machen wollte – und plötzlich mit einer Tasche voller Nüsse nach Hause kommt. 🌰🍂

Haselnüsse gehören zu unseren bekanntesten heimischen Nüssen. Trotzdem gibt es beim Sammeln einiges zu beachten: Wann sind sie wirklich reif? Kann man grüne Haselnüsse ernten? Warum haben manche ein kleines Loch? Und wie trocknet man die Nüsse, damit sie später nicht schimmeln?

Wo wachsen Haselnüsse?

Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) wächst als Strauch häufig an Waldrändern, in Hecken, Gebüschen und lichten Wäldern. Auch in vielen Gärten findet man Haselsträucher.

Besonders auffällig sind bereits im zeitigen Frühjahr die langen gelblichen männlichen Blütenstände – die bekannten Haselkätzchen.

Im Laufe des Sommers entwickeln sich die Nüsse. Sie sitzen zunächst in einer grünen, blattartigen Fruchthülle und werden mit zunehmender Reife braun.

Wann sind Haselnüsse reif?

Die Haupterntezeit liegt je nach Standort, Sorte und Witterung ungefähr im September und Oktober.

Ein gutes Zeichen für die Reife ist, wenn sich die Nüsse braun verfärben und sich relativ leicht aus ihrer Fruchthülle lösen.

Noch einfacher macht es uns die Natur:

Vollreife Haselnüsse fallen von selbst zu Boden.

Genau diese Nüsse eignen sich besonders gut zum Sammeln.

Kann man grüne Haselnüsse ernten?

Hier muss man zwischen einer grünen Fruchthülle und einer tatsächlich unreifen Nuss unterscheiden.

Eine Haselnuss kann bereits weit entwickelt sein, obwohl die umgebenden Hüllblätter noch etwas grün erscheinen.

Sehr früh geerntete Nüsse besitzen dagegen noch einen weichen, feuchten Kern und sind für eine längere Lagerung weniger geeignet.

Wer Haselnüsse als Wintervorrat trocknen möchte, wartet deshalb am besten, bis sie vollständig ausgereift sind und von selbst herunterfallen beziehungsweise sich sehr leicht aus der Hülle lösen.

Haselnüsse sammeln

Beim Sammeln schaue ich zunächst unter dem Strauch nach frisch heruntergefallenen Nüssen.

Die Nüsse sollten möglichst:

unbeschädigt, sauber, trocken und frei von Schimmel sein.

Nüsse, die bereits längere Zeit feucht auf dem Boden lagen, auffällig verfärbt sind oder unangenehm riechen, würde ich nicht für meinen Vorrat verwenden.

Und natürlich gilt auch hier:

Nicht alles einsammeln.

Haselnüsse sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Wildtiere – darunter Eichhörnchen, Mäuse und verschiedene Vogelarten.

Warum haben manche Haselnüsse ein kleines rundes Loch?

Das kennt wahrscheinlich jeder, der schon einmal Haselnüsse gesammelt hat.

Die Schale sieht zunächst völlig normal aus – bis man ein kleines rundes Loch entdeckt.

Häufig war hier der Haselnussbohrer (Curculio nucum) am Werk.

Das Weibchen legt seine Eier an jungen Haselnüssen ab. Die Larve entwickelt sich im Inneren und ernährt sich vom Nusskern. Später bohrt sie sich durch die Schale nach draußen.

Zurück bleibt das typische Loch.

Eine solche Nuss gehört nicht in unseren Vorrat.

Wie erkenne ich schlechte Haselnüsse?

Vor dem Einlagern sollte jede Nuss noch einmal kontrolliert werden.

Aussortiert werden Nüsse mit:

Löchern, Rissen, Schimmel, auffälligen Flecken oder unangenehmem Geruch.

Auch nach dem Knacken gilt:

Sieht der Kern ungewöhnlich verfärbt, verschimmelt oder stark vertrocknet aus oder riecht beziehungsweise schmeckt er ranzig, wird er nicht gegessen.

Gerade bei Nüssen ist eine trockene Lagerung wichtig, denn Feuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung.

Muss man frisch gesammelte Haselnüsse trocknen?

Ja – wenn die Haselnüsse länger gelagert werden sollen, sollten sie nach der Ernte zunächst gut trocknen.

Frisch gesammelte Nüsse enthalten noch Feuchtigkeit. Werden sie sofort dicht verpackt, kann sich ein feuchtes Mikroklima bilden.

Und genau das wollen wir vermeiden.

Haselnüsse richtig trocknen

Zunächst entferne ich die äußeren Fruchthüllen.

Anschließend werden beschädigte oder verdächtige Nüsse aussortiert.

Die übrigen Haselnüsse verteile ich locker und möglichst einlagig auf einem Gitter, Sieb oder einer anderen luftdurchlässigen Unterlage.

Ideal ist ein:

trockener, luftiger und nicht zu warmer Ort.

Die Nüsse sollten nicht in einem dicken Haufen liegen. Zwischendurch können sie gewendet beziehungsweise durchgemischt werden, damit überall Luft herankommt.

Je nach Feuchtigkeit und Bedingungen kann das Trocknen mehrere Wochen dauern.

Hier würde ich mich nicht ausschließlich nach einer festen Tageszahl richten.

Entscheidend ist, dass die Nüsse vor der endgültigen Lagerung wirklich trocken sind.

Haselnüsse mit oder ohne Schale lagern?

Für einen längeren Vorrat würde ich Haselnüsse in ihrer harten Schale lassen.

Die Schale schützt den Kern vor Licht, Sauerstoff und mechanischen Beschädigungen.

Erst die Menge, die gerade gebraucht wird, wird geknackt.

Geschälte Haselnusskerne sind wesentlich empfindlicher und können durch ihren Fettgehalt schneller ranzig werden.

Wie bewahre ich getrocknete Haselnüsse auf?

Nach dem vollständigen Trocknen brauchen Haselnüsse einen kühlen, trockenen und möglichst dunklen Lagerplatz.

Wichtig ist außerdem eine geeignete Verpackung.

Solange nicht absolut sicher ist, dass keine Restfeuchtigkeit mehr vorhanden ist, würde ich die frisch getrockneten Nüsse nicht einfach luftdicht in einen großen Behälter sperren.

Luftdurchlässige Netze oder geeignete Behälter können für Nüsse in der Schale sinnvoll sein.

Und natürlich kontrolliere ich meinen Vorrat zwischendurch.

Eine verdorbene oder schimmelige Nuss wird sofort entfernt.

Warum können Nüsse problematisch werden, wenn sie schimmeln?

Bei Nüssen geht es nicht nur darum, dass Schimmel unappetitlich aussieht.

Bestimmte Schimmelpilze können Mykotoxine bilden. Dazu gehören beispielsweise Aflatoxine. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass solche Schimmelpilzgifte gesundheitsschädlich sein können.

Deshalb werden sichtbar verschimmelte Nüsse nicht einfach abgewaschen oder die schlechte Stelle abgeschnitten.

Sie werden entsorgt.

Auch bitter oder ungewöhnlich schmeckende Nüsse sollte man nicht weiteressen.

Kann man Haselnüsse direkt nach dem Sammeln essen?

Reife, einwandfreie Haselnüsse sind grundsätzlich essbar.

Frische Haselnüsse schmecken allerdings anders als die getrockneten Nüsse, die wir aus dem Handel kennen. Ihr Kern enthält noch mehr Feuchtigkeit und wirkt dadurch weicher.

Durch das Trocknen verändert sich die Konsistenz und das typische Nussaroma wird deutlicher.

Haselnüsse rösten

Wer den Geschmack noch intensiver möchte, kann getrocknete Haselnusskerne rösten.

Beim Rösten entwickelt sich das Aroma stärker und die braune Haut um den Kern lässt sich anschließend häufig leichter entfernen.

Dafür werden die geknackten Nüsse beispielsweise auf einem Backblech verteilt und vorsichtig geröstet.

Dabei unbedingt dabeibleiben:

Zwischen wunderbar nussig und „Warum riecht meine Küche plötzlich verbrannt?“ liegt bei Nüssen manchmal erstaunlich wenig Zeit. 😂

Nach dem Rösten vollständig abkühlen lassen.

Was kann man aus Haselnüssen machen?

Und jetzt wird es interessant für unsere Naturküche.

Haselnüsse können natürlich einfach pur gegessen oder zum Backen verwendet werden.

Aber daraus lässt sich noch viel mehr machen:

geröstete Haselnüsse,
Haselnussmus,
Nuss-Nougat-Creme,
Müsli und Granola,
Kuchen und Gebäck,
Nussbrot,
Pesto
oder selbst gemachte Pflanzenmilch.

Gehackte und geröstete Haselnüsse sind außerdem ein wunderbares Topping für herbstliche Desserts, Porridge oder Salate.

Haselnussmus selber machen

Für Haselnussmus braucht man im Grunde erstaunlich wenig.

Geröstete Haselnusskerne werden so lange in einem leistungsfähigen Mixer verarbeitet, bis zunächst kleine Stücke, dann Nussmehl und schließlich eine cremige Masse entstehen.

Das funktioniert, weil beim Mixen nach und nach das natürliche Öl aus den Haselnüssen austritt.

Man braucht deshalb für ein einfaches, reines Haselnussmus nicht zwingend zusätzliches Öl.

Wichtig ist nur, dem Mixer zwischendurch Pausen zu gönnen, damit er nicht überhitzt.

Und die Hasel kann noch mehr

Das Spannende an der Hasel ist, dass wir sie nicht nur wegen ihrer Nüsse kennenlernen können.

Im Frühjahr begegnen uns ihre Haselkätzchen, später die Blätter und im Herbst schließlich die Nüsse.

Damit ist sie wieder eine dieser Pflanzen, die uns durch mehrere Jahreszeiten begleitet.

Und genau solche Zusammenhänge möchte ich bei Grüne Seele zeigen.

Nicht nur:

„Da liegt eine Haselnuss.“

Sondern:

Welcher Baum beziehungsweise Strauch ist das? Wann wird seine Frucht reif? Welche Tiere leben davon? Wie bewahre ich sie auf? Und was kann ich daraus machen?

Plötzlich wird aus einer ganz gewöhnlichen Haselnuss wieder etwas Besonderes. 🌰🍂


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